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Reduzierung empfohlen: Plettenberg schließt gleich mehrere Grundschulen

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Von: Georg Dickopf

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Bauamtsleiter Sebastian Jülich und Bürgermeister Ulrich Schulte (r.) kürzlich bei der Vorstellung des Schulentwicklungskonzeptes in der Aula.
Bauamtsleiter Sebastian Jülich und Bürgermeister Ulrich Schulte (r.) kürzlich bei der Vorstellung des Schulentwicklungskonzeptes in der Aula. © Dickopf, Georg

Keine vier Monate nach der ersten Berichterstattung über die gravierenden Änderungen in der Plettenberger Schullandschaft macht die Kommunalpolitik nun Nägel mit Köpfen.

Plettenberg – In der Sitzung des Bildungs- und Sportausschusses empfahl man den Ratsmitgliedern am Dienstag (30. November) bei sechs Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen den folgenden Vorschlag der Verwaltung:

- Das Gebäude der Zeppelinschule wird nach dem Auszug der Hauptschule in eine Grundschule umgebaut, um dort die Martin-Luther-Schule mit den Teilstandorten in der Königstraße und im Oestertal vierzügig unterzubringen.

- Die Hallenschule wird zu einer dreizügigen Grundschule ausgebaut, um dort auch den Teilstandort in Ohle unterzubringen.

- Die Grundschule Holthausen wird zweizügig neu gebaut.

- Die Grundschulstandorte Königsstraße, Oestertal und Ohle werden geschlossen.

In der Einwohnerfragestunde hatte Bettina Lang als stellvertretende Ohler Schulpflegschaftsvorsitzende über 1600 Unterschriften der Petition zum Erhalt der Schule übergeben und auch Dr. Hanna Remmel als Oestertaler Schulpflegschaftsvorsitzende kämpfte für den Erhalt des Standorts Oestertal. Nach ihren Berechnungen würde das sogar zu Einsparungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro führen, wenn dafür auf den Neubau in Holthausen verzichtet würde.

Laut Schulamtsleiter Christoph Wilk wurde im Vorfeld durchaus diskutiert, den Standort im Oestertal zu erhalten und Holthausen mit dem Standort Königstraße in der Zeppelinschule zusammenzuführen. Die Schulaufsicht sehe dabei aber sehr hohe organisatorische und rechtliche Hürden. Die Grundschule Holthausen müsste als eigenständige Schule aufgelöst und eine neue Schule im Oestertal gegründet werden, die für mindestens fünf Jahre stabil zweizügig sein müsste.

Und um das zu erreichen, müssten bis zu zwei Dutzend Schüler aus dem Stadtgebiet ins Oestertal gefahren werden, um dort die notwendigen Schülerzahlen zu erreichen. Der Ausschussvorsitzende Jürgen Beine befürwortete als einziger ein solches Vorgehen – alle anderen Ausschussmitglieder signalisierten mehr oder wenig deutlich ihre Zustimmung für die Pläne der Verwaltung. Gelobt wurde mehrfach die von Dirk Busch und Bauamtsleiter Sebastian Jülich ausgearbeitete Vorlage, für die es letztlich auch grünes Licht gab.

Um durch Renovierungen und Modernisierungen nur den Ist-Zustand in den Grundschulen zu erhalten und an allen Standorten in mehr Platz für Mensen zu investieren, müsste man laut Verwaltung rund 14 Millionen Euro ausgeben – ohne Verbesserung der pädagogischen Möglichkeiten.

Bereits im Jahr 2012 habe die Gemeindeprüfungsanstalt einen Flächenüberhang für die Hauptschule und für die Grundschulen festgestellt. Es wurde bereits damals empfohlen, die Zahl der Grundschulstandorte von sechs auf vier zu reduzieren. Hinzu komme ein deutlicher Mehrbedarf an Plätzen für den Offenen Ganztag, für den es ab 2026 einen Rechtsanspruch gibt.

Laut der Vorlage wurde auch im Lennetal die Möglichkeit der Zusammenführung aller drei Standorte geprüft. Mangels eines passendes Grundstücks schlägt die Verwaltung dort den Ausbau der Hallenschule zu einer dreizügigen Grundschule und den Umzug des Teilstandorts Ohle vor. Der Anbau an die Eschenschule für Mensa und zusätzliche Räume wurde vom Rat bereits zuvor beschlossen.

Am Standort Holthausen soll nach dem Abriss der Vier-Täler-Schule ein Neubau für eine zweizügige Grundschule errichtet werden. Somit wären die elf erforderlichen Züge (also elf erste Klassen) ab dem Schuljahr 2026/27 wie folgt auf das Plettenberger Stadtgebiet verteilt:

- Martin-Luther-Schule am Standort Zeppelinschule 4

- Grundschule Halle 3

- Grundschule Eschen 2

- Grundschule Holthausen 2

Abschließend muss nun der Rat das Thema beraten.

Kosten: 14 Millionen Euro

Bei Umsetzung der beschriebenen Baumaßnahmen ist mit folgenden geschätzten Baukosten zu rechnen:

- Umbau und Kernsanierung der Zeppelinschule zu einer vierzügigen Grundschule: 4,0 Millionen Euro

- Sanierung und Erweiterung der Hallenschule: 3,5 Millionen Euro

- Neubau der Grundschule Holthausen: 4,7 Millionen Euro

- Neubau Mensa an der Grundschule Eschen (nicht Bestandteil des Beschlusses): 1,8 Millionen Euro

Gesamt: 14 Millionen Euro

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