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PSG verteilt als Alternative „Schützenfest im Eimer“

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Von: Ailan Na-Schlütter

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PSG hat sich ein Alternativprogramm fürs Schützenfest überlegt
Die PSG hat sich ein Alternativprogramm fürs Schützenfest überlegt. © Dickopf, Georg

Eigentlich wäre am vergangenen Donnerstag (17. Juni) Schmücktag gewesen. Am Freitag würde dann mit dem Huldigungsmarsch das große Schützenfest der Plettenberger Schützengesellschaft (PSG) starten. Aber wie auch im vergangenen Jahr ist alles hinfällig, alles im Eimer. Denn immer noch hält das Coronavirus die Menschheit im Griff, ist die Umsetzung für Veranstaltungen dieser Größenordnung nicht durchführbar.

Plettenberg – „Das Schützenfest ist im Eimer“, lautet kurzerhand die Devise der PSG. Ein Satz, den die Verantwortlichen im wahrsten Sinne des Wortes aufgenommen haben, um Schützenfest zum Mitnehmen anzubieten. Interessierte Schützen konnten am Donnerstag einen mit schützenfestrelevantem Inhalt gefüllten Eimer käuflich erwerben. Zu dieser Aktion fand sich später auch der immer noch amtierende Schützenkönig Bernhard Schlütter ein.

Als Schlütter 2019 freudestrahlend die Amtswürde eines Schützenkönigs empfing, hatte er sich nicht träumen lassen, dass er mit seiner Königin Sabine Wilmink und Hofstaat nun in die dritte Runde geht. Wie oft konnte man in der Vergangenheit von Königsvorgängern nach Ablauf ihrer Amtszeit hören, dass sie gerne noch ein Jahr dran hängen würden. Aber so?

Dank der niedrigen Inzidenzen ist jetzt mehr möglich. So planen die einzelnen Kommissionen als auch Freundeskreise kleine private Treffen, natürlich coronakonform. So ist zum Besuch bei der Dritten Kompanie ein negativer Schnelltest Bedingung. Detailliert wurden Hygienemaßnahmen geplant und organisiert. Schützenkönig Bernhard Schlütter wird wie auch im vergangenen Jahr am Ehrenmal der Opfer von Gewalt gedenken, der Jubelkönigin seine Aufwartung machen als auch kurze Besuche bei der Dritten Kompanie, dem Vorstand, dem Biergericht und den Altmajestäten abstatten – gewissermaßen einen Blick über den Zaun werfen als „Zaunkönig“.

Untätig waren die PSG-Schützen trotz der Zwangspause nicht. Die Zeit wurde genutzt, um die Schützenhalle ein Stück mehr auf einen neuen Stand zu bringen. Vorsitzender Thomas Knappe: „Im Großen und Ganzen haben wir die geplanten Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Das Küchendach wurde erneuert mitsamt der dazugehörigen Elektrik. Eine neue Dunstabzugshaube wurde installiert. Überflüssige Geräte kamen heraus und andere neue Geräte dafür hinein.“

Knappe berichtete dazu, dass die Mitglieder der Schießkommission alle Pfeiler neu gestrichen hätten. Mit Hilfe der Offiziere wurde der Kellnertheke ein neues Gewand verpasst. Knappe: „Man wird sie nicht mehr wiedererkennen.“ Indirektes Licht, eine neue Thekenplatte, neue Zapfstellen, eine neue Edelstahlabdeckung werden die Schützen hoffentlich im nächsten Jahr begeistern.

Der Eingangsbereich der Schützenhalle wurde saniert und im Zuge dessen auch der Balkon der Hausmeisterwohnung renoviert und dieser erhielt dazu ein neues, optisch ansprechendes Geländer. Der außerplanmäßige Wasserschaden im Winter, bei dem die Sektbar unter Wasser stand, wurde getrocknet, der Fußboden hergerichtet und neu versiegelt. Man darf gespannt sein. Geplant sei in nächster Zeit, so Knappe, ebenfalls ein Umbau der Garderobe. Ideen seien reichlich da.

Um Ideen verlegen sind auch die Schöffen des Biergerichts nie. Auch sie nutzten die Zeit, um ihre Kreativität zu demonstrieren. Musikalisch haben sie immer ein Ass im Ärmel und so texteten sie nach der Melodie „We are the world“ ein Überraschungslied für die Schützen. Gewissermaßen für alle Lebenslagen. Sinngemäß, so Präses Sebastian Kintner, geht es um die Stärke der Gemeinschaft. Das Video darüber ging am 18. Juni online.

Gemeinschaft ist und bleibt ein starker Begriff in der Welt der Schützen. Deshalb wird der Aufruf des Vorstands („Wir möchten Sie bitten, Ihre Häuser blau-gelb zu schmücken und die Fahnen der Schützengesellschaft in dieser immer noch schwierigen Zeit hochzuhalten“) – wohl kaum auf taube Ohren gestoßen sein.

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