Ponyhofbesitzerin Sabine Klinger hat Angst

Reitschule mit Existenzsorgen

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Auch die Kinder aus der OGS Martin-Luther-Schule bleiben dieses Jahr beim Ponyhof Klinger aus.

Plettenberg/Herscheid – Es sind bewegende Zeiten aktuell, vor allem auch für die Besitzer von Reitbetrieben. Hier geht es nicht nur um die eigene Existenz, sondern auch um die vieler Tiere.

Jessica Petter betreibt einen Pferdehof in Herscheid-Danklin. Sie bewirtschaftet dort im Durchschnitt etwa 18 Pferde, allerdings hat sie fast nur Einsteller, das heißt, dass die Pferde nur zur Miete bei ihr auf dem Hof stehen. Immerhin: Durch die monatlichen Zahlungen der Pferdebesitzer kann Jessica Petter die laufenden Kosten wie Futter, Wasser, Strom, Einstreu, Anlagenpflege etc. decken. 

Im Gegensatz zu einer klassischen Reitschule mit Schulpferden sind bei ihr alle Pferde durch die Besitzer selbst versorgt. Die aktuelle Kontaktsperre aufgrund löst sie auf dem Hof in Danklin wie folgt: „Wir haben einen Plan erstellt, sodass die Pferdehalter über den Tag verteilt kommen und ihre Pferde bewegen.

Kontaktsperre wegen Coronavirus: Weitläufiger Hof die Lösung?

Da unser Gelände sehr weitläufig ist, können sich die Mädels gut verteilen. Sollten also mehrere gleichzeitig am Stall sein, können sie auf den Reitplatz, die Halle und das Gelände ausweichen. Ausreiten darf man ja auch zu zweit“, erklärt die Hof-Inhaberin. Aktuell würde das eigentlich ganz gut klappen –die Pferdebesitzer seien sehr kooperativ.

Wesentlich existenzbedrohender stellt sich die aktuelle Situation für die Inhaberin des Ponyhofs Klinger dar. Sabine Klinger ist verzweifelt und hat akute Existenzsorgen: „Wir haben 21 Pferde hier stehen, zwei davon sind Einsteller, der Rest wird durch den Verein betreut“, erklärt sie. Das heißt, dass die übrigen 19 Pferde von den Einnahmen für Reitstunden und Ferienangebote leben.

Reitstall fehlen die Kinder

Da aktuell keine Reitstunden mehr stattfinden dürfen und die Kinder, die sonst täglich zum Hof kommen wegbleiben, hat Klinger Angst, irgendwann ihre Pferde nicht mehr versorgen zu können. Die Versorgung – also das Füttern, Ausmisten der Boxen etc. würden ihre eigenen Kinder und eine Stallhilfe übernehmen – ehrenamtlich. 

Auch die Bewegung der Tiere sei gesichert, denn in der Reithalle dürfen sie in Gruppen morgens frei laufen und nachmittags im Bewegungsauslauf auf dem Außengelände spielen und die frische Luft genießen. Die größere Sorge sei der hohe monatliche Fehlbetrag, der normalerweise durch die Reitschüler in die Vereinskasse fließen würde und aktuell ausbleibe.

Coronavirus bedroht Lebenswerk der Besitzerin

 „Die Deutsche Reiterliche Vereinigung setzt sich gerade sehr stark für die Reitschulen ein. Das betrifft ja gerade auch andere Betriebe. Ich hoffe mal, dass wir irgendwie unsere Pferde halten können“, so Klinger. Falls sie Pferde abgeben müsse, würde das bedeuten, dass sie auch den Hof nicht mehr halten könne. Damit würde Sabine Klinger ihr Lebenswerk verlieren, was der Reitlehrerin Tränen in die Augen treibt. „Ich bin die Letzte, die um finanzielle Unterstützung betteln würde.

 Aktuell habe ich aber noch keine Ahnung, wie wir sonst diese Krise als Ponyhof überstehen sollen“, so Klinger traurig. Sie hofft darauf, dass die Vereinsmitglieder in dieser Situation zusammenhalten und sich solidarisch zeigen und den Verein weiterhin finanziell unterstützen, obwohl das Reiten gerade wegfällt. „Gerade die Ferienzeit war immer sehr wichtig für unseren Betrieb. Wir haben die Betreuung an einzelnen Tagen oder über die ganze Woche angeboten mit reiten und Spiel und Spaß auf dem Hof. Das mussten wir natürlich auch absagen“, erklärt Klinger. Wie vielen andere Menschen bleibt ihr aktuell nur die Hoffnung auf etwas Solidarität in diesen Zeiten.

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