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Dönerladen-Überfall: Rätselraten um zerstörte Streifenwagen-Scheibe nach Schüssen

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Von: Georg Dickopf

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Viele Glasscherben lagen unterhalb der möglicherweise von einem Schuss zerborstenen Seitenscheibe des Streifenwagens.
Zahlreiche Glasscherben lagen unterhalb der möglicherweise von einem Schuss zerborstenen Scheibe auf der Fahrerseite. © Markus Klümper

Nach dem Überfall auf einen Dönerladen hat die Polizei auf den 19-jährigen Täter geschossen. Einen Tag später gibt es zahlreiche offene Fragen.

Plettenberg – Die vorweihnachtliche Stille in Plettenberg wurde am Mittwochabend im Bereich der Breddestraße jäh gestört von Schüssen, die einer Polizeiwaffe entstammten. Getroffen wurde ein junger Mann, der Minuten zuvor einen Döner-Imbiss überfallen hatte.

StadtPlettenberg
KreisMärkischer Kreis
Einwohner24.978 (31. Dez. 2020)

Dönerladen-Überfall: Rätselraten um zerstörte Streifenwagen-Scheibe nach Schüssen

Noch Stunden später stand ein Streifenwagen der Polizei mit zerschossener Fahrerscheibe auf dem Mittelstreifen der Breddestraße kurz vor der Einmündung zur ATU-Filiale. Die Glassplitter lagen dabei auch vor dem Auto. Ob aus dem Streifenwagen heraus durch die geschlossene Seitenscheibe geschossen wurde oder ob der Streifenwagen getroffen wurde, weil der mit einer Waffe gestellte Mann vor dem Polizeiauto stand, blieb offen.

„Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir zu näheren Details keine Auskunft geben,“ bat Ramona Arnhold, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Hagen, um Verständnis.

Dass die Behörde in Hagen ermittelt, habe mit dem Schusswaffengebrauch der Polizei zu tun. In dem Fall werde die Untersuchung wegen möglicher Befangenheit der beteiligten Beamten automatisch an eine andere Dienststelle weitergeleitet.

Raub unter Vorhalt einer Schusswaffe

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand betrat der Mann, bei dem es sich um einen 19-Jährigen aus Halver handelte, am Mittwoch um 21.44 Uhr den Geschäftsbereich eines Döner-Imbisses an der Poststraße in Eiringhausen und forderte unter Vorhalt einer Schusswaffe die Tageseinnahmen. Anschließend flüchtete der 19-jährige Täter mit einer unbekannten Geldsumme.

Im Verlauf der sofort eingeleiteten Fahndung traf eine Polizeistreife gegen 21.50 Uhr im Bereich der Breddestraße auf eine männliche Person, in deren Hand sich nach Polizeiangaben eine Waffe befand.

Mehrfache Aufforderung, die Waffe fallen zu lassen

Der Mann soll die Waffe auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht fallengelassen haben. In der Folge kam es zu einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei.

Der von den Schüssen getroffene 19-Jährige schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Polizeibeamte wurden bei dem Einsatz nicht verletzt. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zum genauen Tatgeschehen werden durch eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Hagen durchgeführt.

Nachtflughubschrauber fliegt jungen Mann in Spezialklinik

Der Nachtflughubschrauber Christoph Westfalen flog den von Polizeikugeln getroffenen 19-Jährigen in eine Spezialklinik.
Der Nachtflughubschrauber Christoph Westfalen flog den von Polizeikugeln getroffenen 19-Jährigen in eine Spezialklinik. © Privat

Der angeschossene Mann wurde noch vor Mitternacht von ADAC-Nachtflughubschrauber Christoph Westfalen aufgrund der Schwere der Verletzungen in eine Spezialklinik geflogen. Der Hubschrauber landete auf dem von Feuerwehr und Polizei abgesperrten Parkplatz im Böddinghauser Schulzentrum. Die Feuerwehr unterstützte nach dem Hubschrauberabflug bis gegen 3 Uhr die Kräfte von Polizei und Staatsanwaltschaft im Rahmen der Amtshilfe beim Ausleuchten der Einsatzstelle an der Breddestraße.

Viele Fragen bleiben offen

Offen ist, wie oft auf den Mann geschossen wurde, wo er verletzt wurde und warum die Scheibe des Streifenwagens zerborsten war. Auch die Frage, ob möglicherweise mehrere Polizeibeamte zur Waffe gegriffen haben, blieb unbeantwortet.

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