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Planung trotz Corona: Großer Schützenverein im MK will im Sommer feiern

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Von: Johannes Opfermann

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Ein Schützenfest wie gewohnt plant die Plettenberger Schützengesellschaft für den Juni. Die Hoffnung ist, dass die Corona-Situation dies dann erlaubt, aber auch, dass die Menschen wieder Lust aufs Feiern haben.
Ein Schützenfest wie gewohnt plant die Plettenberger Schützengesellschaft für den Juni. Die Hoffnung ist, dass die Corona-Situation dies dann erlaubt, aber auch, dass die Menschen wieder Lust aufs Feiern haben. © Hochstein, Felicitas

Die lange Zeit ohne Schützenfeste soll in diesem Sommer endgültig vorbei sein – das ist zumindest die Hoffnung der Plettenberger Schützengesellschaft, die mitten in den Planungen steckt. Doch damit ist die PSG nicht allein.

Plettenberg – „Die Planungen für unser Schützenfest laufen“, teilte die PSG vor wenigen Tagen auf Facebook mit, verbunden mit der Hoffnung, dass es im Sommer wieder möglich sein würde, zu feiern. Die Schützen würden „alles in unserer Macht Stehende tun, um ein Schützenfest zu feiern, wie wir es gewohnt sind und es unsere Tradition ist“, hieß es in der Ankündigung. Der 1. Vorsitzende Thomas Knappe bestätigt die Planungen für ein Schützenfest von Donnerstag, 16. Juni, bis Dienstag, 20. Juni. „so wie es immer ist“. Mehrere Festzüge durch die Stadt, Schützenparty, Vogelschießen, Kommers und Biergericht – all das und mehr steht auf dem Flyer, den die PSG gedruckt hat.

„Wir hoffen einfach, dass wir dann wieder feiern dürfen und können und dass die Leute überhaupt Lust haben zu feiern“, sagt Knappe. Schwierig wäre es aus seiner Sicht, wenn die Entwicklung von Corona und die Einschränkungen dazu führen würden, dass die PSG ihr Schützenfest feiern könnte, Vereine mit einem früheren Termin aber nicht. „Eine halbe Schützenfestsaison durchzuziehen ist schwierig“, erklärt Knappe.

Er verweist auf den Kölner Karneval, wo theoretisch zwar Veranstaltungen möglich seien, aber nur einige Gesellschaften ihre Sitzungen abhalten wollen, andere aber nicht. Ein Schützenfest sei aber noch einmal etwas anderes als eine Karnevalssitzung, bei der die Teilnehmer vor allem einem Programm auf der Bühne folgten. „Ein Schützenfest lebt davon, sich auszutauschen, von Tisch zu Tisch zu gehen und zu tanzen“, so Knappe.

Wahrscheinlich werde man erst im April in großer Runde mit den anderen Schützenvereinen eine Entscheidung treffen, wie verfahren werden soll. In den letzten Jahren sei es relativ einfach gewesen, weil für alle Vereine eine Durchführung des Schützenfests nicht möglich war. „Es könnte dieses Jahr schwieriger werden eine Lösung zu finden, wenn es für die einen erlaubt wäre, für die anderen nicht.“

Doch auch in den anderen Schützenverein in Plettenberg hoffen die Verantwortlichen, dass die Feste stattfinden können und planen entsprechend.

Landemert

„Wir gehen davon aus, Ende Mai ein Schützenfest zu feiern und dass sich die Coronazahlen bis dahin relativiert haben“, teilt Helge Heßmer, Vorsitzender des Schützenvereins Landemert mit, deren Fest vom 26. bis 29. Mai geplant ist. Mit der Frage, was passiert, wenn Corona ein Schützenfest zu diesem Termin nicht zulassen sollte, werde man sich auch bei der anstehenden Jahreshauptversammlung am kommenden Wochenende beschäftigen, verrät Heßmer.

Oestertal

„Wir planen vorsichtshalber für das Schützenfest, werden die Verträge aber so gestalten, dass wir keine Kosten haben, sollte es doch zu einer Absage kommen“, erklärt Andrea Saladdino, Vorsitzender des Schützenvereins Oestertal, dessen Schützenfest vom 10. bis 12. Juni geplant ist. Für den Fall, dass wegen Corona nicht alle Schützenvereine ihre Feste durchführen können, werde man sich noch mit deren Vorsitzenden besprechen, um gegebenenfalls eine solidarische Lösung hinzubekommen.

Sundhelle

Für das letzte Juli-Wochenende – 29. bis 31. Juli – plant der Schützenverein Blau-Weiß Sundhelle sein Schützenfest. „Wie wir es ausführen – mit Ball und Umzug – ist noch in der Schwebe“, sagt der Vorsitzende Jörg Klages, wobei das auch etwas davon abhänge, was die anderen Vereine machen. Auf jeden Fall stattfinden sollen allerdings das Probevogelschießen am Freitag, 15. Juli, und das Kaiserschießen am Samstag, 16. Juli, die komplett draußen stattfinden.

Eiringhausen

Der Schützenverein Eiringhausen hat ebenfalls mit den Vorbereitungen für das Schützenfest von Freitag, 19. August, bis Montag, 22. August, begonnen. „Wir haben das zumindest organisatorisch fest eingeplant“, sagt der Eiringhauser Vorsitzende Kai-Uwe Eppmann.

Das Zelt sei bestellt, die Kapellen informiert, wobei einige Rahmenbedingungen noch zu klären seien. Eppmann geht davon aus, dass das Schützenfest im August durchführbar ist. „Ich denke, zu dieser Zeit sollten wir ,safe’ sein. Es muss ja irgendwann wieder Normalität einkehren.“

Der Verein behalte sich aber vor, das Schützenfest noch abzusagen, sollte es wegen Corona und der dann gültigen Schutzverordnung nicht durchführbar sein. „Das wäre schade“, sagt Kai-Uwe Eppmann und betont zugleich, dass es keine Alternative dazu gebe, als jetzt die Planungen voranzutreiben. „Wir müssen es fest planen, weil wir es sonst nicht hinkriegen würden“, erklärt Eppmann.

Grünetal

Auch der Schützenverein Grünetal meldet sich zu Wort, der Anfang Mai mit seinem Fest als erster Verein vor Ort in der Saison an der Reihe wären.

„Da wir mit Abstand am frühesten dran sind, ist das für uns ein ganz großes Thema“, sagt der 1. Vorsitzende Steffen Fuhrich. Während Vereine, deren Schützenfeste erst im Juli oder August anstehen, dem relativ gelassen entgegensehen könnten, sei das bei den Grüner Schützen, deren Fest auf den 6. bis 8. Mai terminiert ist, anders. „Wir sehen das gar nicht entspannt.“

Wenn wesentliche Öffnungsschritte kämen, wie sie die Politik für nach Ostern in Aussicht stellt, wäre dies in der zweiten Aprilhälfte. Dann noch für Anfang Mai ein Schützenfest zu planen, sei schwierig. Schon Treffen zur Vorbereitung ließen sich derzeit nicht durchführen.

„Ich kann es mir nicht vorstellen, dass wir dann ein normales Schützenfest machen können“, meint Fuhrich. Auch wenn das der Wunsch wäre, müsse man hier realistisch sein. „Wir wollen gerne zu dem Termin am 6. bis 8. Mai etwas machen, was sich Schützenfest nennt“, betont Fuhrich. Doch Bestandteile wie ein Biergericht – dafür fehle schon das Material – oder einen Tanzabend würde es dann wohl nicht geben. „Dass 500 Leute mit Masken in der Schützenhalle tanzen, sehe ich nicht“, so Fuhrich.

Ein Schützenfest in kleiner Form im Mai, mit Vogelschießen auf dem Schießstand draußen, sei eine von zwei vorstellbaren Optionen. Doch auch diese könnte je nach Wetter im Mai schwierig werden. Die andere Möglichkeit wäre, einen Teil des Schützenfests auszugliedern und in den Hochsommer zu verschieben. Doch auch das wäre wegen des engen Terminkalenders mit den anderen Schützenfesten schwierig.

„Man müsste irgendwie versuchen, einen Kompromiss zu finden“, meint Fuhrich. Schwierig wäre es im Sommer aber auch, eine Halle und eine Kapelle zu bekommen, die aufgrund der vielen Schützenfeste dann wohl ausgebucht wären.

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