Arbeiten an Weihnachten

Für Pfarrerin Anju Laddach sind Gottesdienste an Heiligabend ihre allerliebste Arbeit

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Für Pfarrerin Anju Laddach sind die Gottesdienste an Heiligabend das schönste an ihrem Beruf.

Plettenberg – Anju Laddach kennen die Plettenberger, insbesondere die Ohler, durch ihre Arbeit als Pfarrerin. „Ich bin seit fast 18 Jahren Pfarrerin in Ohle“, sagt Laddach. Zählt man ihre vorherigen beruflichen Stationen in Dortmund, Lünen und Münster hinzu, arbeitet sie seit 30 Jahren in ihrem Beruf. Das Weihnachtsfest gehört für sie sowohl privat als auch beruflich zur schönsten Zeit des Jahres.

Welche Bedeutung hat das Weihnachtsfest für Sie? 
„Für mich ist es das größte kirchliche Fest: Gott kommt als Kind unter die Menschen“, sagt die Pfarrerin. Dieses Wunder feiere man jedes Jahr aufs Neue mit der Gemeinde. „Und für mich ist es auch ein Familienfest, auf dass ich mich das ganze Jahr freue.“

Was unterscheidet die Arbeit an Weihnachten von normalen Arbeitstagen?

„Das ist meine allerliebste Arbeit“, sagt Anju Laddach über die Arbeit an Weihnachten. „Heiligabend die Gottesdienste zu feiern ist das Schönste, was ich mir als Pfarrerin vorstellen kann.“ Auch die Atmosphäre in der Ohler Kirche sei dann ganz besonders schön: Der Tannenbaum mit den echten Kerzen und die erwartungsvollen Menschen im Gottesdienst. „Wenn ich dann die Weihnachtsgeschichte lese und nur die Kerzen am Baum brennen – das ist schon unglaublich“, gerät sie ins Schwärmen. „Wenn dann zu O du fröhliche das Licht ausgeht und die Orgel spielt, dann geht mir das Herz auf.“

Die stressigste Zeit liegt an Heiligabend bereits hinter Anju Laddach. „Für mich ist der November der stressigste Monat, weil ich das Krippenspiel schreiben muss und mir Gedanken mache, wie ich die Gottesdienste gestalten will“, erklärt Laddach. Neben den zwei Gottesdiensten an Heiligabend und einem weiteren am 2. Weihnachtstag sind auch noch mehrere Feiertagsgottesdienste im November vorzubereiten. Im Advent werde es dann etwas besser, auch wenn dort noch viele Termine anstehen, etwa Besuche bei alleinstehenden oder verwitweten Menschen, die sich in der Weihnachtszeit ganz besonders einsam fühlen.

Persönlich empfindet Laddach die Advents- und Weihnachtszeit aber als sehr positiv. Aufgeregt ist sie an Heiligabend trotzdem, nicht zuletzt wegen des Krippenspiels „Da bin ich sehr besorgt, ob es klappt, ob alle an ihren Text und ihre Einsätze denken“, sagt Laddach. Und auch, ob alle in der Kirche einen Platz finden, beschäftigt sie. Da die Kirche zu den Weihnachtsgottesdiensten sehr voll ist, werden zusätzlich Stühle und Bänke aufgestellt.

Was bedeutet das Arbeiten an Weihnachten für die Familie?

Anju Laddach, die verheiratet ist und zwei Söhne hat, muss zum Weihnachtsfest die Arbeit in den Gottesdiensten und das Feiern in der Familie unter einen Hut bringen. „An Heiligabend stehe ich sehr früh auf, weil ich das Essen für die Familie vorbereite, sodass mein Mann abends nur noch den Ofen anstellen muss.“ Auch ein frischer Hefezopf werde morgens noch gebacken. Dann ziehe sie sich zurück und gehe die Gottesdienste durch. „Als die Jungs klein waren, war es schwieriger: Sie haben sich oft beklagt, auch weil ich oft müde war“, berichtet Laddach. Nach den beiden Gottesdiensten – der erste um 15.30 Uhr, der zweite um 17 Uhr – sei sie in der Regel um 19 Uhr zuhause. „Man ist in der Kirche sehr konzentriert, danach baut man aber schnell ab“, erklärt Laddach. „Wenn ich an Heiligabend nach Hause kam, bin ich oft bei der Bescherung eingeschlafen.“ Inzwischen sei das aber nicht mehr so wichtig, da ihre Söhne älter seien.

Wie kommen Sie in Weihnachtsstimmung?

Im Advent die Kerzen anzuzünden, ist für Pfarrerin Laddach ein schönes Ritual. Außerdem liest sie dann gern bei Kerzenlicht. Neuen Lesestoff findet sie passenderweise hinter den Türchen ihres Adventskalenders: „Ich habe einen Kalender mit Gedichten von Heinrich Heine.“ Und auch Advents- und Weihnachtslieder singt sie gern.

Gibt es ein Weihnachtslied, das Sie besonders mögen oder das Sie überhaupt nicht mögen?

„Mein Lieblingslied ist Stille Nacht“, sagt die Pfarrerin. Aber auch viele andere weihnachtliche Lieder höre sie gerne, auch englische Songs von Dean Martin oder Frank Sinatra

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