Gruppentreffen werden richtig teuer

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Die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren seit gestern, ob die Kontaktsperre eingehalten wird.

Plettenberg – „Drei sind einer zuviel“, titelte die Heimatzeitung gestern, nachdem die Kontaktsperre für ganz Nordrhein-Westfalen angeordnet worden war. Damit kommt ab sofort viel Arbeit auf die Ordnungsämter und auf die Polizei zu. Sie müssen auch in Plettenberg dafür Sorge tragen, dass sich alle an die neuen Bestimmungen halten. Wie das gelingen soll? Ein Überblick.

Wie soll kontrolliert werden? 

In erster Linie werden die Außendienstmitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes ein Auge darauf haben, dass es in Plettenberg zu keinen Ansammlungen von Bürgern mehr kommt. Dazu werden die Kontrolleure auf Streife unterwegs sein – sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto. Zusätzlich wird auch die Polizei einschreiten, wenn die Beamten Ansammlungen von Menschen in der Öffentlichkeit feststellen. 

Wie will vor allem das Ordnungsamt die regelmäßigen Kontrollen gewährleisten? 

Andere Aufgaben wie zum Beispiel die Überwachung des ruhenden Verkehrs sollen nun hinten angestellt oder auf ein Mindestmaß beschränkt werden, damit sich die Außendienstmitarbeiter auf die Kontrollen der Kontaktsperre konzentrieren können. Gleichzeitig sollen die Kontrolleure tagsüber stundenweise freigestellt werden, um stattdessen in den Abendstunden auf Streife gehen zu können. „Denn wir rechnen mit mehr Verstößen zur Abendzeit“, erklärt Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel. 

Wenn Menschen in Gruppen von mehr als zwei Personen erwischt werden, welche Strafen drohen ihnen dann? 

Das Ordnungsamt hat die Strafe auf mindestens 200 Euro festgesetzt – und zwar pro Person. Sollte also eine Gruppe erwischt werden, dann wird es für alle erwischten Beteiligten richtig teuer. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach am Sonntag sogar von Strafen bis zu 25 000 Euro bei einem Verstoß gegen die Kontaktsperre. 

Welche Rolle spielt die Polizei bei den Kontrollen? 

„Das Ordnungsamt wird die Kontrollen alleine nicht schaffen“, sagt Plettenbergs Polizeichef Wolfgang Klein und kündigt deshalb Unterstützung an. Sollten also die Plettenberger Beamten während der Streife auf Menschen treffen, die sich nicht an die Kontaktsperre halten, „ist es auch unsere Aufgabe, niedrigschwellig einzuschreiten, also bei einem Verstoß Personalien festzustellen und eine Anzeige zu schreiben“, sagt Klein. „Wenn wir an Gruppen vorbei führen und so tun, als ob nichts wäre, wäre das das falsche Signal.“ 

Wie optimistisch sind Ordnungsamt und Polizei, dass die Kontrollen fruchten werden? 

Ordnungsamtsleiter Spiegel und auch Polizeichef Klein halten die neuen Anordnungen für die richtige Maßnahme, um eine komplette Ausgangssperre zu verhindern. Auch wenn Wolfgang Klein zu bedenken gibt, dass es noch keine Erfahrungswerte mit derlei Verboten gibt, stellt Ordnungsamtsleiter Spiegel klar: „Es ist wichtig, dass das Kontaktverbot durchgesetzt wird – und wir werden es auch durchsetzen.“

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