Kontrollen des Plettenberger Ordnungsamts

Nicht nur im Privaten: Hygieneverstöße auch in Geschäften

Bei Kontrollen fallen dem Ordnungsamt immer wieder „schwarze Schafe“ auf.
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Bei den Kontrollen der Corona-Schutzmaßnahmen entdeckt das Plettenberger Ordnungsamt auch immer wieder „schwarze Schafe“ – sowohl unter Privatpersonen, als auch im Handel oder in Imbissbetrieben.

28 Neu-Infektionen zählte Plettenberg über das Wochenende – im Vergleich zu ähnlich großen Städten im Umkreis eine enorm hohe Zahl. Dabei liegt der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens laut Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel nach wie vor im privaten Bereich, doch auch im Einzelhandel und in Imbissbetrieben würden dem Ordnungsamt immer wieder Versäumnisse bei den Hygienemaßnahmen auffallen.

Plettenberg – Spiegel, bestätigte, dass auch weiterhin das Augenmerk auf Ansteckung im privaten Bereich gerichtet würde. „Hauptsächlich kontrolliert das Ordnungsamt – unterstützt durch Polizei und den MK Wirtschaftsdienst (MKW) – daher zurzeit stichprobenhaft die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen, der Maskenpflicht und der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.“

Landrat Marco Voge habe vor dem Hintergrund hoher Inzidenzen „weitere Register“ gezogen, um einem von führenden Intensivmedizinern befürchteten „Versorgungskollaps“ in der Intensivmedizin entgegenzuwirken, der durch die deutlich ansteckendere britische Virusmutation drohe. „Folglich reichen bisherige Schutzmaßnahmen allein nicht mehr aus, um die steigende Anzahl der Neuinfektionen einzudämmen“, so Spiegel.

Zweifel am Sinn der Ausgangssperre will Spiegel nicht aufkommen lassen. In einer sich zuspitzenden Ausnahmesituation – also einem drohenden „Überlaufen“ der Intensivstationen – könne ein Landrat nicht warten, bis Studien Effekte gerade nächtlicher Ausgangsbeschränkungen exakt zahlenmäßig nachwiesen. „Effiziente Gefahrenabwehr kann in dieser Ausnahmesituation nur greifen, wenn man beherzt handelt und die Anforderungen an den Nachweis der Auswirkungen nächtlicher Ausgangsbeschränkungen nicht überspannt.“ Schließlich gehe es um den Schutz der körperlichen Unversehrtheit vieler Menschen.

Regeln insgesamt gut umgesetzt

Auch der Einzelhandel könne durch die Einhaltung von Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten weiterhin einen achtbaren Beitrag leisten, erklärt Spiegel, berichtet aber auch von Verstößen, die bei Kontrollen auffallen würden. Insgesamt habe der Plettenberger Einzelhandel die „leider sehr oft geänderte“ Coronaschutzverordnung gut umgesetzt. „Es gab und gibt nur vereinzelt Probleme, zum Beispiel zu wenige Hinweisschilder oder sich mittlerweile wieder ablösende Bodenmarkierungen“, berichtet des Ordnungsamtschef. Mängel spreche man vor Ort an und dann werde sich meist auch darum gekümmert.

Auch die Umsetzung des zwischenzeitlich erlaubten Modells „date & collect“ – also der Einkauf nach Terminanmeldung, zum Beispiel im Textilbereich – sei gut gelungen. „In nur einem Einzelfall sorgte ein Händler im Kassenbereich nicht dafür, dass ausreichend Abstand gehalten wurde, wurden ,Zeitfenster‘ anfänglich nicht klar benannt wurden.“

„Phasenweise wenig gekümmert“

Umsetzungsprobleme hätten sich hingegen bei einigen „kleinen“ Lebensmittelhändlern und Imbissbetrieben ergeben. „Diese haben sich phasenweise zum Teil nur wenig darum gekümmert, die im Laden anwesende Personenzahl zu begrenzen, Abschirmungen mit Plexiglas waren dort teilweise nicht ausreichend vorhanden – obwohl keine Maske getragen wurde.“ In Einzelfällen seien deshalb seitens des Ordnungsamts „empfindliche Bußgelder“ verhängt worden. Seitdem sei eine Besserung eingetreten und man habe sich konzeptionell besser aufgestellt.

„Flankiert haben wir die Maßnahmen von Anfang an durch die Übergabe von Aushängen (Piktogrammen) an Kleinhändler, mit der Bitte um Aushang“, erklärt Spiegel. „Uns lag am Herzen,vor Ort‘ zu beraten und einen aktiven Beitrag zu leisten, nicht nur zu meckern.“ Auch kleinere Händler seien nach Bußgeldverfahren dazu übergegangen, im Eingangsbereich konsequenter Einkaufskörbe zur Verfügung zu stellen, um einen Überblick über die Kundenzahl zu behalten. „Wir müssen bei einem Händler dennoch wiederkehrend daran erinnern, dass – in Spitzenzeiten – auch kontrolliert werden muss, dass sich möglichst jeder Kunde einen Korb nimmt“, moniert Spiegel. Diese Kontrollpflicht erfüllten große Ketten zum Teil durch die Installation von Lichtschranken zur Kundenerfassung. Dies sei eine elegante Lösung, die aber nicht für jeden Händler praktikabel sei.

Sieben Kunden dicht beieinande

„Bei den Imbissen gab es zum Teil ebenfalls Probleme“, sagt Spiegel. „In einem Imbiss trafen wir auf gleich sieben Kunden, die dicht an dicht gedrängt und teilweise ohne Maske beieinander standen. Hinter der Theke stand der – ebenfalls keine Maske tragende – Betreiber. Auch in diesem Bereich mussten also teilweise erst Bußgeldverfahren eingeleitet werden, um zu einer Verbesserung zu kommen.“ Das gelte ebenfalls für Imbissverkaufswagen.

Trotz guter Bemühungen gebe es im Detail aus Sicht Spiegels noch „Luft nach oben“ und ergänzt: „Insbesondere in den Bereichen, in denen mit offenen Lebensmitteln umgegangen wird, stellen wir wiederholt Verbesserungsbedarf fest.“ Händler sollten die Pandemielage zum Teil konsequenter nutzen, um beim Kunden mit dem Thema „Hygiene“ offensiv zu werben, meint der Leiter des Ordnungsamts und ergänzt: „Kunden sollten offene Lebensmittel dort einkaufen, wo Bedienstete – zusätzlich zur Plexiglasabschirmung – konsequent auch Masken und Handschuhe tragen.“

Bei einer nur halbherzigen Umsetzung von Hygienemaßnahmen sollten die Kunden „mit den Füßen abstimmen“. Dadurch könnten sie auch die Arbeit der Ordnungsbehörden und der Hygienefachkräfte der Gesundheitsämter unterstützen.

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