Ende Mai ist Schluss

„Nicht mehr rosig“: Dieses beliebte Landcafé im MK muss wegen Corona schließen

Das direkt an der Lenne gelegene Landcafé Erlental öffnet nur noch viermal.
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Das direkt an der Lenne gelegene Landcafé Erlental hat nur noch an den nächsten vier Sonntagen geöffnet.

Die Corona-Pandemie fordert das nächste Opfer in Plettenberg. Ende Mai wird das bei Radfahrern und Wanderern beliebte Landcafé Erlental in Elhausen für immer schließen.

Plettenberg – Inhaberin Ulrike Wetzel fiel der Entschluss nicht leicht, aber die Einnahmen seien nahezu komplett weggebrochen und aus wirtschaftlicher Sicht habe sie die Notbremse ziehen müssen. „Ich habe das Landcafé im April vor zehn Jahren eröffnet“, denkt Wetzel mit ein wenig Wehmut zurück an die letzten Jahre, in denen sie das Landcafé zunächst nebenberuflich führte und es dann ab 2016 hauptberuflich leitete.

„Das hat sich schon getragen – die letzten Jahre vor Corona waren super“, sagt die Plettenbergerin, die mit dem direkt an der Lenne und der Lenneroute gelegenen Café eine beliebte Anlaufstelle für Wandergruppen, Radfahrer, für kleine Geburtstagsfeiern oder auch für Beerdigungs-Kaffeetrinken war.

Besonders gefragt waren die in Elhausen von der Chefin selbst zubereiteten Kuchen und Torten. Doch auch die frischen Waffeln und die Schnitzelkarte oder die Spanferkel-Events in der dunklen Jahreszeit waren überaus beliebt.

Kuchen und Schnitzel konnte man in den letzten Monaten auch telefonisch vorbestellen und abholen, doch nach einem guten Auftakt ließ das Interesse an dem Abholgeschäft in den letzten Wochen nach. Hinzu kamen fast schon winterliche Temperaturen im April. „Und die Aussichten jetzt sind auch nicht rosig“, glaubt Wetzel nicht an ein schnelles Ende der Corona-Auflagen. Und nur mit der Außengastronomie allein könne sie die entstandenen Verluste nicht auffangen. Deshalb sei sie mittlerweile in ihren alten Beruf als Tierarzthelferin zurückgekehrt.

Das Landcafé Erlental fortan „nebenbei am Wochenende“ weiterzuführen, sei zwar theoretisch eine Option, doch da immer auch wieder Anfragen für Veranstaltungen in der Woche kämen, lande man ganz schnell wieder bei einer 7-Tage-Woche. Und das will sich die 48-Jährige nicht zumuten, auch wenn sie von der Familie unterstützt wurde.

Und so besteht an den nächsten vier Sonntagen bis zum Monatsende letztmalig die Möglichkeit, die Elhauser Torten, Kuchen, Waffeln oder die herzhaften Schnitzel nach Voranmeldung zu genießen.

Radweg nach Werdohl sollte vor zehn Jahren kommen

Wer einen Gastronomiebetrieb an einem vielbefahrenen Radweg betreibt, der profitiert von einer guten Streckenführung. „Als ich mein Landcafé vor zehn Jahren in Elhausen eröffnet habe, sagte man mir, dass ich mich freuen könne, denn im nächsten Jahr werde das Radweg-Teilstück in Teindeln gebaut“, erinnerte sich Ulrike Wetzel. Zehn Jahre später, könnte der Satz genauso fallen. Noch immer gibt es keine Radwegeanbindung der Lenneroute nach Werdohl. Wer von der Nachbarstadt per Rad in Richtung Elhausen fährt, muss sein Leben auf der vielbefahrenen B236 riskieren. Immerhin. Im nächsten Jahr soll der Startschuss für den Bau des Lenneradweges fallen. Für das Landcafé Erlental kommt die seit Jahrzehnten geplante Maßnahme allerdings zu spät.

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