Viele Kinder in Notbetreuung erwartet

Neue Regeln für Betreuung: So sehen die Kitas die aktualisierten Bestimmungen

Mit diesem Formular melden Eltern ihren Betreuungsbedarf an.
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Schriftlich Betreuungsbedarf anmelden: Das müssen Eltern ab Montag, wenn die Kitas nach Vorgaben der bundesweiten Corona-Bremse in den Notbetrieb gehen. Die Kita-Verantwortlichen überprüfen aber nicht, ob und inwiefern der Bedarf wirklich besteht. Das betont NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP).

Plettenberg – Ab einem Inzidenzwert von 165 gibt es – so schreibt es die Bundesnotbremse vor – in Kitas nur noch eine Notbetreuung. Plettenberger Einrichtungen rechnen damit, dass viele Familien diese nutzen werden.

Städtisches Papilio-Familienzentrums Stadtmitte

„Es war ein turbulenter Vormittag“, sagt Petra Möwes, Leiterin des städtischen Papilio-Familienzentrums Stadtmitte. Nachdem die Kita Vorgaben des NRW-Familienministeriums zur Notbetreuung am Freitagvormittag an die Eltern weitergegeben hatte, standen die Telefone ab der Mittagszeit nicht mehr still. Die Eltern wollten ihren Betreuungsbedarf für die kommende Woche mitteilen, was auch gut funktioniert habe, so Möwes. In den kommenden Wochen soll dies über ein Formular erfolgen.

Trotz der Bitte des Familienministers, Kinder nur in unbedingt erforderlichen Fällen in die Kitas zu schicken – die Kita rechnet damit, dass von den 70 Kindern 30 bis 40 in die Notbetreuung kommen werden.

„Bei uns ist es so, dass wir sehr viele berufstätige Eltern haben, die einen erhöhten Bedarf bei der Kinderbetreuung haben – und das ist auch legitim“, sagt Möwes. In vielen Berufsgruppen sei Homeoffice nicht möglich und auch dann sei eine gleichzeitige Kinderbetreuung noch schwierig. Trotzdem versuchten die Eltern, Arbeit und Betreuung irgendwie zu organisieren. „Die Eltern gucken wirklich von A bis Z, wie sie es hinkriegen und sind jeden Tag gefordert.“ Deswegen sollten sie kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihr Kind in die Kita schicken, denn diese biete den Kindern auch ein Stück weit Normalität. „Es ist wichtig, dass die Kinder, die es benötigen, eine Betreuung bekommen“, sagt Möwes.

Evangelisches Familienzentrum Eiringhausen

„Unsere Eltern waren ohnehin angehalten, ihr Kind nur zu schicken, wenn es wirklich nötig ist“, sagt Jennifer Brehm, Leiterin des Evangelischen Familienzentrums Eiringhausen. So waren in den vergangenen Wochen 30 bis 36 Kinder zur Betreuung in der Kita, also etwa die Hälfte aller Kinder der Einrichtung. Dies würde sich mit der Notbetreuung wohl wenig ändern. „Ich gehe davon aus, dass schon 25 Kinder da sein werden“, sagt Brehm.

Eine anfängliche Unruhe in der Elternschafte habe sich mit den mitgeteilten Regelungen zur Notbetreuung etwas gelegt. Durch diese werden laut Brehm viele Kindergruppen abgedeckt, die auch bisher schon in die Kita geschickt werden: Vorschulkinder, Kinder mit besonderem Förderbedarf, aber auch die, deren Eltern aus beruflichen Gründen die Betreuung nicht anders gewährleisten können. Bei den Eltern gebe es insgesamt Verständnis für die Notbremse, aber die Änderungen über die letzten Wochen und Monate hätten viel Unruhe erzeugt. „Was am meisten stört, ist das viele Hin und Her.“

Katholische Kita St. Laurentius

„Die Eltern sind genervt und verzweifelt und überlegen, wie sie es gewuppt kriegen“, sagt Karin Florath, Leiterin der Katholischen Kita St. Laurentius. Wichtig sei, dass alle, die Bedarf haben, die Notbetreuung in Anspruch nehmen könnten, darunter auch Vorschulkinder.

„Wir sind eine Bildungseinrichtung und es ist wichtig, dass wir den Kindern für den Schulstart alles Nötige mitgeben.“ Florath rechnet damit, dass in der kommenden Woche deutlich über 50 Prozent der Kinder da sein werden. Die Vorgaben zur Notbetreuung machten die Situation für die Eltern aber nicht leichter.

„Die Eltern müssen entscheiden, was sie als Familie noch leisten können und was nicht“, so Florath. „Ganz wichtig ist, dass es den Kindern gut geht. Das steht an erster Stelle.“

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