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Nach Plagiaten: Stadt bestellt neue Sitzbänke nun selbst

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Von: Georg Dickopf

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Wenig ansehnlich ist das bereits nachgebesserte Plagiat der Burri-Rundbank an der Graf-Dietrich-Straße, das nun durch das Schweizer Original ersetzt werden soll.
Die von der Firma Boymann bestellten Bänke wiesen bereits nach kurzer Zeit Schäden auf. Nun hat die Stadt Plettenberg selbst direkt bei der Schweizer Firma Burri bestellt.  © Dickopf

Im September werden die Rundbänke des Schweizer Herstellers Burri – diesmal die Originale – geliefert, sollen aber teils an anderen Stellen eingebaut werden als zunächst vorgesehen. Auch die ursprünglich gelieferten Rundbank-Plagiate sollen noch genutzt werden. So kommt die Stadt auch dem Wunsch der Bürger nach mehr Sitzgelegenheiten nach.

Plettenberg – Im September sollen sie kommen, die Sitzbänke für die Plettenberger Innenstadt. Nachdem die Heimatzeitung aufdeckte, dass dort Plagiate verbaut worden waren (wir berichteten), habe die Stadt Plettenberg dieses Mal direkt bei der Schweizer Firma Burri das Modell Landi bestellt.

Heiko Welters, Geschäftsführer der Burri Deutschland GmbH, hatte seinerzeit beim Anblick der Bankbilder aus Plettenberg gesagt: „Die Bank ist nicht von uns. So ein Schrott würde bei uns das Werk nicht verlassen.“

Nun bestellt die Stadt Plettenberg bei dem vor 119 Jahren gegründete Traditionsunternehmen die „richtigen“ Rundbänke. „Damit wir wissen, worauf wir sitzen“, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte auf Nachfrage der Redaktion.

Bänke entsprachen den Vorgaben

„Die ursprünglich von der Firma Boymann gelieferten Bänke entsprechen den Vorgaben des Leistungsverzeichnisses, auch wenn sie in der Verarbeitung besser hätten ausfallen können“, sagte das Stadtoberhaupt. „Eine Rückgabe oder Nichtabrechnung ist daher schwer möglich. Wir haben damit die Wahl zwischen Pest und Cholera“. Entweder baue die Stadt die qualitativ schlechteren Bänke ein – „und ärgern uns damit die nächsten Jahre herum – oder sie nehme nochmal Geld in die Hand, um die Original-Bänke zu kaufen. „Wir haben uns für Letzteres entschieden, behalten daher die ursprünglich gelieferten Bänke und bauen sie an anderen Stellen ein. So haben wir keinen Verlust“, erklärt Schulte.

Beim Einbau der Bänke gebe es jedoch Abweichungen gegenüber dem ursprünglichen Plan.

„Im Anfangsbereich der Neue Straße wird eine Rundbank um den dortigen Baum gestellt“, sagte Bürgermeister Schulte. Dort stand während der Bauphase übergangsweise eine Bank, die – obwohl sie nicht fest montiert und daher sehr hoch war – rege angenommen worden sei, insbesondere von Kunden des Märcheneis. „Dies haben wir aufgegriffen und für diesen Platz eine Bank nachbestellt“.

An dieser Stelle am Eingang zur Neue Straße stand kurzzeitig eine Bank und dort soll auch wieder eine hin.
An dieser Stelle am Eingang zur Neue Straße stand kurzzeitig eine Bank und dort soll auch wieder eine hin. © Dickopf, Georg

Am Vier-Täler-Brunnen soll laut Bürgermeister Schulte eine Rundbank mit Blickrichtung nach innen aufgestellt werden. Sie soll die Rundbank ersetzen, die ursprünglich um den Baum, der an der Ecke Obertor/Wilhelmstraße stand, aufgestellt werden sollte. „Der Baum musste gefällt werden, da sein Wurzelwerk gefährlich nah an eine Gasleitung herangewachsen war. Eine Ersatzpflanzung schied eben wegen dieser Leitung aus“, sagte Bürgermeister Schulte.

Das Stadtoberhaupt äußerte sich auch zum fehlenden Pflaster an der Rückseite von Schuh Deichmann. Dieses soll demnach eingebaut werden, wenn der dortige Eigentümer beziehungsweise Verwalter seine Baumaßnahmen abgeschlossen hat. „Dies verzögert sich trotz Fristsetzung leider“, so Schulte abschließend.

Auch am Montag liefen die Baumaßnahmen dort noch weiter und auch der Container wurde weiter befüllt.

Bereits vor Monaten hatte Anwohner Friedrich Gohmann den mitunter auch als Müllecke genutzten Streifen vor Schuh Deichmann kritisiert.

Mit der Platzierung zusätzlicher Rundbänke im Bereich des Vier-Täler-Brunnens und im Bereich Neue Straße trägt die Plettenberger Stadtverwaltung dem Wunsch vieler Anwohner Rechnung, die sich deutlich mehr Bänke in der Innenstadt gewünscht hatten.

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