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Nach Fahrradklimatest: Stadt markiert Radwege neu

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Von: Johannes Opfermann

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Die Stadt Plettenberg lässt Radwege neu kennzeichnen. An der Königstraße (links) und Am Wall (rechts) wurden verblasste Markierungen erneuert.
Die Stadt Plettenberg lässt Radwege neu kennzeichnen. Unter anderem Am Wall wurden verblasste Markierungen erneuert. © opFermann

Im jüngsten Fahrradklimatest des ADFC hatte sich die Vier-Täler-Stadt auf eine Schulnote von 3,6 gemausert, Verbesserungsbedarf sah der ADFC vor Ort aber noch an diversen Stellen, wie beispielsweise bei abgefahrenen Radweg-Markierungen. Nun werden einige Markierungen erneuert, was laut Stadt aber nichts mit dem Fahrradklimatest zu tun hat.

Plettenberg – Ein Beispiel für abgefahrene Markierungen, die aus Sicht des ADFC eine Gefahr darstellen, befand sich in der Königstraße, doch in dieser Woche wurden die Markierungen dort erneuert.

Die Frage nach einem Zusammenhang mit der ADFC-Kritik oder dem am 8. Mai gestarteten Stadtradeln verneint Pressesprecher Hanno Grundmann allerdings. Er erklärt: „In der Königstraße wurden Schlaglöcher beseitigt und danach die Markierung der gesamten Kreuzung und damit auch die Markierungen für den Radverkehr erneuert. Der Auftrag für die Markierungsarbeiten ist aus Mitte März 2023.“

Auch die bereits erfolgten Markierungsarbeiten in der Bahnhofstraße und Am Wall – dort wurden am Donnerstagmorgen die Linien und Fahrrad-Symbole erneuert – gehören zum Auftragsumfang, wie Grundmann mitteilt. Ebenfalls darin enthalten sind Markierungsarbeiten in Teilen der Ernst-Moritz-Arndt-Straße und auf dem Parkplatz an der Kaiserstraße.

Sebastian Rittner, Vorsitzender des ADFC-Ortsverbands, bewertet es als „sehr positiv“, dass die Stadt etwas tue, um die Radverkehrssituation zu verbessern. „Es haben mich schon einige Leute darauf angesprochen, wie gut sie es finden, dass es jetzt neu markiert wird“, berichtet Rittner. Anscheinend stellt so mancher Plettenberger – auch wenn die Stadt es verneint – durchaus einen Zusammenhang zwischen den Kritikpunkten des ADFC und den jetzt durchgeführten Arbeiten her. „Es hat sicher nicht geschadet, dass wir uns dafür eingesetzt und so etwas dazu beigetragen haben“, glaubt Rittner. Aus welchem Grund nun die Markierungen letztendlich erneuert wurden, ist ihm aber herzlich egal: „Wir freuen uns über jede einzelne Maßnahme, die die Stadt durchführt.“

Die Stadt Plettenberg lässt Radwege neu kennzeichnen. An der Königstraße (links) und Am Wall (rechts) wurden verblasste Markierungen erneuert.
Auch an der Königstraße ist der Radweg nun wieder gut erkennbar. © opFermann

Die Redaktion wollte außerdem von der Stadt erfahren, ob kurzfristig weitere als gefährlich identifizierte Stellen entschärft werden sollen. Der ADFC hatte beispielsweise eine Haltemarkierung für Radfahrer vor der Kurve Zimmerstraße/Umlauf als lebensgefährlich bezeichnet. Auch die Beschilderung am Kreisel Zeppelinstraße/Grafweg sei „gefährlich und nicht nach Vorschrift“. Die Kritik wiederholt Rittner im ST-Gespräch. „Die Markierung ist mitten in der Kurve“, weist er auf das Gefahrenpotenzial hin. Wenn von beiden Seiten Autos kämen, darunter vielleicht ein Lkw, fühle man sich als Radfahrer zermahlen, selbst wenn es gut gehe. „Auch der Kreisel am Grafweg, wo der Radweg einfach aufhört und auf die Straße mündet, ist ein Unding“, sagt Rittner.

Zu der Markierung an der Zimmerstraße weist Grundmann darauf hin, „dass es hier in der Bevölkerung auch Stimmen gab, die diese ausdrücklich gefordert haben“. Auch diese Markierung sei fast abgefahren, sodass über eine Erneuerung zu entscheiden sei.

Arbeiten gebündelt vergeben

Allgemein teilt Grundmann außerdem mit, dass die städtischen Straßen, Wege und Plätze regelmäßig kontrolliert und erforderliche Instandhaltungsarbeiten durchgeführt würden. Dazu gehöre im Bedarfsfall auch die Erneuerung der Markierung. „Kleinere Markierungsarbeiten führt der Bauhof aus, größere/umfangreiche Arbeiten werden gesammelt und dann (wie hier jetzt auch) an ein externes Unternehmen vergeben. Hierfür verfügt der Bauhof nicht über die erforderliche Technik“, so Grundmann. „Externe Dienstleister kommen allerdings auch nur, wenn der Umfang der Arbeiten ausreichend groß ist.“ Die Anordnung von Beschilderungen und Markierungen – auch bei einer Markierung handle es sich um ein Verkehrszeichen – erfolge durch das Ordnungsamt, als Straßenverkehrsbehörde, wobei auch weitere Behörden wie die Polizei und der Straßenbaulastträger beteiligt würden. Grundlage hierfür sei das einschlägige Vorschriften- und Regelwerk des Straßenbaus.

Was die Anregungen des ADFC angehe, so würden diese auch im Planungs- und Umweltausschuss zum Radverkehrskonzept thematisiert, so Grundmann.

Anregungen hat Rittner gleich noch ein paar parat. So könnte am Lehmweg, wo die neue Brücke bald fertiggestellt sei, ein Fahrradstreifen markiert werden, um so Holthausen besser an den Radweg im Elsetal anzubinden. „Das kostet nur etwas Farbe“, meint Rittner. „Und auf wenig benutzten Gehwegen könnte man dort, wo kein Radweg vorhanden und es auf der Straße sehr eng ist, Radfahrer-frei-Schilder aufstellen.“

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