Sanierung

Nach Dachschaden: Altes Hallenbad erhält Notentwässerung

Eine zusätzliche Notentwässerungsebene wurde eingebaut.
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Eine zusätzliche Notentwässerungsebene wurde eingebaut, um weitere massive Schäden in Zukunft zu verhindern.

Mehrere Umzugswagen standen in den letzten Wochen vor dem alten Hallenbad in Böddinghausen. Dass dort Mobiliar wieder an Ort und Stelle geräumt wurde, hat mit einem heftigen Sturm zu tun, der die Stadt Plettenberg im August letzten Jahres heimgesucht hatte.

Plettenberg – Der aufmerksame Hausmeister meldete seinerzeit Land unter in den Räumen der Ganztagsbetreuung. Das Wasser strömte durch ein eimergroßes Loch in der Dachkonstruktion und von dort in die Unterrichtsräume und setzte alles unter Wasser. Vom Obergeschoss suchte sich das Wasser weiter seinen Weg und sickerte durch die Zwischendecken auch in die Räume des Schwimmvereins. Die ausgerückte Feuerwache und die Löschgruppe Ohle mussten tausende Liter Wasser abpumpen.

Erst in diesen Tagen sind im Gebäude die letzten Überbleibsel des massiven Wasserschadens verschwunden. Monatelang standen dort Bautrockner. Am Gebäude selbst steht noch ein Gerüst.

Nicht der erste Wasserschaden

Im alten Hallenbad beklagte man bereits vor rund drei Jahren einen massiven Wasserschaden. Das Wasser kam den Einsatzkräften seinerzeit bereits im Treppenhaus entgegen. Das Schadensbild war sehr ähnlich. Dass es in relativ kurzer Folge und noch dazu nach einem eher mittelschweren Gewitter erneut zu so einem massiven Wassereinbruch kam, wirft Fragen auf.

Ob die Dachkonstruktion, bei der das Regenwasser mittig nach beiden Seiten abgeleitet wird, möglicherweise ungeeignet ist für die hiesigen Wetterlagen oder ob ein Konstruktionsfehler vorliegt, wollte die Stadt klären. Eine eindeutige Antwort steht allerdings noch aus.

Ein Umzugsunternehmen brachte rund sieben Monate nach dem massiven Wasserschaden am Schmetterlingsdach des alten Hallenbades das Mobiliar in die nun getrockneten und sanierten Räume zurück.

Architekt Karl Michael Krach, der an der Konstruktion nicht beteiligt war, erklärte seinerzeit, dass die hier verwendete Konstruktion eines Flugdaches, das im Volksmund Schmetterlingsdach genannt werde, an sich nicht ungewöhnlich sei. Entscheidend sei dabei, dass das Wasser entsprechend sicher abgeleitet werde.

Auf die Frage an den städtischen Bauamtsleiter Sebastian Jülich zur Höhe der Sanierungskosten und zur Schuldfrage, erklärte dieser, dass die Kosten erst nach Abschluss und Abrechnung aller Arbeiten fest stünden und von der Versicherung übernommen würden.

Dass das Gebäude aktuell wieder eingerüstet ist, begründet Jülich mit den Arbeiten an der Dachentwässerung. Auf dem vorhandenen alten Flachdach habe man eine Notentwässerungsebene einbauen lassen, die in einen offenen, per Kernbohrung hergestellten Auslauf nach außen geführt werde. Zusätzlich sei die vorhandene Dachrinne mit einem weiteren Ablauf versehen worden. Und auch ein zusätzliches Fallrohr habe man montiert und an beiden Dachrinnenenden eine Notentwässerung eingebaut.

Die Kosten für die Notentwässerung übernimmt nach Auskunft von Sebastian Jülich nicht die Versicherung, sondern wird aus städtischen Mitteln beglichen.

Auf die Frage, ob der Architekt angesichts der offenbar unzureichenden Entwässerung in der Mithaftung ist, antwortete der Bauamtsleiter mit „Nein.“

Ebenfalls aus städtischen Mitteln wird das Gerüst bezahlt. Anders verhält es sich bei den Kosten für das Aus- und Einlagern der Möbel, die von der Versicherung übernommen würden. Abschließend fragten wir im Bauamt nach, ob man sagen könne, was genau den Wassereinbruch seinerzeit verursacht habe und ob es ein Material- oder Konstruktionsfehler war.

Die Fragen beantwortete Sebastian Jülich wie folgt: „Die Regenwasserleitung ist bei dem Starkregenereignis durch das Gewicht der Wassermassen auseinander gebrochen.“

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