Große Nachfrage bei den Apotheken

Coronavirus: Mundschutz in Plettenberg ausverkauft, Desinfektionsmittel knapp

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Wegen der hohen Nachfrage der Kunden ging auch bei Apotheker Wernhard Dilthey der Mundschutz-Vorrat zur Neige.

Plettenberg – Nach den ersten Coronavirus-Verdachtsfällen im Märkischen Kreis decken sich die Plettenberger auf breiter Front mit Mundschutz und Desinfektionsmittel ein. Die Nachfrage hat sich in allen Plettenberger Apotheke erhöht.

 „Es ist den ganzen Morgen nichts anderes zu hören“, berichtete Wernhard Dilthey, Inhaber der Victoria-Apotheke, am Donnerstag von der stark angezogenen Nachfrage der Kunden.

„Es ist Wahnsinn und totale Panikmache, aber wie in solchen Situationen üblich, wird so reagiert.“ Dabei gebe es rational betrachtet gar keinen Grund zur Panik. Mundschutz sei im Moment schwierig zu bekommen. Dilthey hatte am Donnerstag nur noch eine einfache OP-Maske übrig, am Vortag hatte er noch hundert Stück vorrätig gehabt.

Die stark nachgefragten Masken seien nur noch knapp lieferbar, dabei hätten sie eigentlich keine Schutzwirkung. „Wenn sie überhaupt eine Wirkung haben, dann dass man andere nicht ansteckt“, sagt Dilthey. Zur Virenabwehr nützten sie nichts. „Sich damit sicher zu fühlen, ist Quatsch.“ Masken mit Ventil oder Filter, die tatsächlich eine Schutzwirkung hätten, seien hingegen derzeit nicht mehr lieferbar. Desinfektionsmittel habe man dagegen noch.

Ähnlich sieht es auch in der Engel-Apotheke aus. „Mundschutz ist nicht mehr zu kriegen, da ist alles ausverkauft“, sagt etwa Ralf Brensel, Inhaber der Engel-Apotheke. Auch er verweist auf den nur bedingten Schutzwert der dreilagigen Masken und bestätigte, dass mit Filtern ausgestattete spezielle Atemschutzmasken schon lange nicht mehr verfügbar seien. „Und bei den Desinfektionsmitteln gibt es nur noch ganz wenig“, sagt Brensel. Wegen der Kontingentierung werde es mit der Nachlieferung eng. 

Hände waschen und desinfizieren

Auch in der Wieden-Apotheke sind die Vorräte knapp, Nachschub gebe es derzeit nicht, teilt Iris Schmitt-Degenhardt vom Team der Apotheke mit. Sie verweist wie ihr Kollege auf allgemeine Hygienemaßnahmen. „Wichtiger ist, die Hände zu desinfizieren, sich nicht im Gesicht zu berühren und regelmäßig die Hände zu waschen“, sagt Schmitt-Degenhardt.

Das Robert-Koch-Institut nennt eine gute Händehygiene, korrekte Hustenetikette und das Einhalten eines Mindestabstandes von ein bis zwei Metern von krankheitsverdächtigen Personen als wichtigste und effektivste Schutzmaßnahmen zum persönlichen Schutz und dem Schutz anderer Personen vor Ansteckung. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kann demnach für Personen, die an einer akuten Atemwegserkrankung leiden, sinnvoll sein, um die Ansteckung anderer Personen zu verringern. Es gebe hingegen keine hinreichenden Beweise dafür, dass sich für eine gesunde Person das Ansteckungsrisiko durch einen Mundschutzes signifikant verringert.

Auf diese Empfehlungen der Gesundheitsexperten weist auch die Märkische Apotheke ihre Kunden hin, wie eine Mitarbeiterin mitteilt. Dennoch werde Mundschutz von den Kunden nachgefragt. Wegen der Lieferengpässe bietet die Märkische Apotheke ihren Kunden an, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen.

Die hohe Nachfrage betrifft nicht nur die Apotheken. Auch im dm-Drogeriemarkt bestätigte man die verstärkte Nachfrage der Kunden nach Mundschutz und Desinfektionsmitteln, ebenso in der Rossmann-Filiale. Dort waren beide Artikel am Donnerstag ausverkauft.

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