Aufräum-Tage nach Überschwemmung

Möbelbörse von Hilfsbereitschaft überwältigt

Der Großteil des in der Möbelbörse gelagerten Mobiliars musste entsorgt werden. Kaputte Stühle, aufgequollene Holzschränke und Tische sowie unbrauchbar gewordene Matratzen wurden weggeworfen.
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Der Großteil des in der Möbelbörse gelagerten Mobiliars musste entsorgt werden. Kaputte Stühle, aufgequollene Holzschränke und Tische sowie unbrauchbar gewordene Matratzen wurden weggeworfen.

Das Hochwasser hat die Möbelbörse in Köbbinghausen hart getroffen: Fast alle Möbel, die in der gut 2000 Quadratmeter großen Halle aufgebaut waren, sind hinüber. „99 Prozent sind verdorben“, schätzt Diakonie-Geschäftsführerin Iris Jänicke ein. Wie die gut 40 anderen Helfer packt sie mit an bei den „Tagen des Aufräumens“, zu denen die Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes aufgerufen hatte.

Plettenberg – Am Freitag (23. Juli) ist der erste von zwei Aufräum-Tagen. Eineinhalb Wochen nach der Flut liegt noch immer ein modriger Duft in der Luft. Es riecht nach Schlamm und Dreck. Der Boden ist nass und leicht verschlammt. Dabei wurde vieles schon gereinigt und weggeräumt.

Spur der Verwüstung

Knietief habe das Wasser am Mittwoch, 14. Juli, in den Räumen gestanden und eine Spur der Verwüstung hinterlassen, erzählt Heike Schaefer, Leiterin der Freiwilligenzentrale. Als das Wasser am Donnerstag wieder abgelaufen sei, seien die Schäden sichtbar geworden: durchweichte Polster- und Ledermöbel, aufgequollene Holzschränke, kaputte Stühle und Tische oder aber Matratzen, die durch den Schlamm-Geruch unbenutzbar geworden sind. Was bleibt ist die bittere Bilanz: „Alles ist hin, außer das, was oben stand“, sagt sie und blickt auf ein paar Regale. Die Lampen, Kindersitze und Gesellschaftsspiele, die da liegen, können vielleicht noch verwendet werden.

Abgesoffen war auch der neu angeschaffte Möbelbörsen-Transporter, der gerade mal seit acht Wochen im Einsatz war. „Wir hoffen, dass der das überlebt hat“, so Schaefer. Noch habe man gar nicht versucht, den Wagen zu starten.

An den Auftäum-Tagen in der Möbelbörse beteiligten sich gut 40 Helfer.

Überwältigende Hilfsbereitschaft 

Bei unserem Besuch am Freitagmorgen herrscht reges Treiben. Jung und Alt packen zusammen an, räumen die Flächen leer, bringen alles nach draußen und füllen die Container, die vor und hinter der Halle stehen. Gerade ist Container Nummer 4 an der Reihe. „Damit werden wir nicht auskommen“, sagt Schaefer. Zuviel Schaden hatte die Flut angerichtet.

Einen großen Dank richten die Verantwortlichen des Diakonischen Werkes an die vielen Freiwilligen, die mit anpacken. Dutzende schleppen Möbel, Bretter und Co. raus. Einer hievt mit seinem Traktor die durchnässten, schweren Teppiche in einen Container. Andere sorgen für Verpflegung. Iris Jänicke erzählt von einer Frau, die vor der Arbeit einen selbst gebackenen Kuchen vorbeigebracht hatte. „Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend“, ist sie begeistert.

Am Samstag (24. Juli) stand der zweite Aufräum-Tag an der Reihe. Fertig sind die Arbeiten noch nicht. Deswegen ist bis jetzt auch noch völlig unklar, wann wieder Möbel gespendet werden können, erklären Jänicke und Schaefer. Die ersten Anfragen habe es schon gegeben.

Die Möbelbörse

Die Möbelbörse gibt es seit 20 Jahren. Vor einigen Jahren ist sie an den Köbbinghauser Hammer gezogen und bietet gute gebrauchte oder wieder aufgearbeitete Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, Kinderspielzeug und Deko-Artikel für kleines Geld an. Zudem bot sie immer wieder schwer vermittelbaren Frauen und Männern einen Arbeitsplatz auf Zeit.

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