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Mit Booster in die Sonne: Omikron mindert Reiselust bisher nicht

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Von: Johannes Opfermann

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Corona hält die Plettenberger nicht davon ab, weiter Reisen zu buchen, melden die heimischen Reisebüros. Die Booster-Impfung vermittelt offenbar vielen Menschen genug Sicherheit, um eine Urlaubsreise in ferne Länder zu wagen.
Corona hält die Plettenberger nicht davon ab, weiter Reisen zu buchen, melden die heimischen Reisebüros. Die Booster-Impfung vermittelt offenbar vielen Menschen genug Sicherheit, um eine Urlaubsreise in ferne Länder zu wagen. © dpa

Die Reiselust der Plettenberger ist auch in der vierten Corona-Welle ungebrochen. Dabei würden kurzfristige Reisen ebenso gebucht wie der Familienurlaub im kommenden Jahr. Wichtig ist den Reisewilligen dabei die Möglichkeit, eine Reise flexibel stornieren zu können und mit einem möglichst hohen Impfschutz in den Urlaub zu fahren.

Plettenberg – Wir haben in mehreren Reisebüros in Plettenberg nachgefragt.

Tui-Reisecenter

„Wir haben recht gut zu tun im Moment“, sagt Corinna Hüsken, Inhaberin des Tui-Reisecenters in der Grünestraße. Da die Menschen auch in Plettenberg „urlaubsreif“ seien, wollten sie sich nicht völlig vom Reisen abhalten lassen, weder von der vierten Corona-Welle noch der Omikron-Variante. „Corona schreckt die Menschen nicht mehr so ab wie letztes Jahr“, wie Hüsken erklärt: Einschränkungen wie im Flugzeug mehrere Stunden eine Maske zu tragen zu müssen, halte die Leute nicht von der Reise ab; im Urlaubsland oder nach der Rückkehr 14 Tage in Quarantäne zu müssen, dagegen schon. Da Geimpfte und Genesene das nicht müssten, seien selbst Risikogebiete wie die Türkei als Reiseziele nachgefragt.

Zum Beratungsgespräch gehöre es inzwischen dazu, über die jeweils gültigen Regeln im Reiseland zu informieren und auch den Impfstatus der Kunden zu erfragen, so Hüsken. So weiß sie, dass die Reisenden gesundheitlich auf Nummer sicher gehen möchten. „Die Leute möchten mit einem möglichst hohen Impfschutz in den Urlaub und ich habe das Gefühl, dass sich einige vor der Reise noch boostern lassen.“

Ungeimpft zu verreisen ist ohnehin schwierig geworden, und das nicht nur aufgrund der Einreisebestimmungen – Stichwort Quarantäne – in den Zielländern, sondern auch der Regeln einiger Veranstalter.. „Die meisten Kreuzfahrtschiffe haben eine 2G-Regelung“, nennt Hüsken ein Beispiel.

Kreuzfahrten etwa in der Karibik oder im Orient würden aktuell gut nachgefragt. „Es ist immer noch so, dass die Leute eher kurzfristig buchen“, sagt Hüsken. Kurzfristig heißt in den nächsten vier Wochen. Das betreffe allerdings eher Ehepaare oder andere Reisewillige, die nicht an die Schulferien gebunden seien. In den Skiurlaub zieht es sie tendenziell aber nicht. „Die Leute wollen eher ins Warme, zum Beispiel auf die Kanarischen Inseln.“

Für Familien seien die Wintermonate dagegen nicht die Hauptreisezeit, sondern eher der Sommer, aber auch in diesem Bereich sei das Reisebüro „ganz gut unterwegs“, berichtet Hüsken. Es werde vor allem für das nächste Jahr gebucht. Viele Kunden würden dabei die von den Reiseveranstaltern angebotene Flex-Option nutzen. Dadurch könnten sie beim Buchen auch von Frühbucherrabatten profitieren, aber – zum Beispiel wenn sich die Corona-Lage verschlechtert – immer noch ohne Angabe von Gründen stornieren oder umbuchen, ohne die Storno-Kosten tragen zu müssen. Bei einem Einreiseverbot – wie dem Virusvariantengebiet Südafrika) – würden die Reisen in der Regel seitens der Veranstalter abgesagt.

DER Reiseland

Dass die Plettenberger nach wie vor reiselustig sind, kann auch Thorsten Schröder, Geschäftsführer im DER-Reiseland, bestätigen, doch die Pandemie ist immer noch präsent. „Die Leute befassen sich schon mehr mit dem Thema Corona und mit Omikron ist es etwas verhaltener geworden“, berichtete Schröder. Insgesamt sei die Nachfrage stabil, wie es in vier Wochen aussehe, könne man noch nicht sagen.

Die Zahl derer, die über die Weihnachtsferien verreisen, sei jedoch weniger geworden, und auch hier bestätigt sich: Statt Skifahren ist Sonne angesagt, zum Beispiel ein Trip nach Spanien, wo die Inzidenzen derzeit niedrig seien, so Schröder. Auch Mallorca, die Kanaren, Griechenland oder die Türkei stünden hoch im Kurs.

Das Hauptbuchungsgeschäft gehe allerdings erst im nächsten Jahr los, Anfang Januar, sagt der Reisebüro-Leiter. Es sei aber spürbar, dass die Nachfrage für Reisen im Jahr 2022 steige und die Veranstalter ihre Kontingente aufstocken. Welche Reisetrends sich abzeichnen, da ist Schröder vorsichtig. „Es kommt auf den Reisetyp drauf an, ob zum Beispiel eine Familie verreist oder ein älteres Ehepaar.“

Neben den schon genannten Zielen seien bei den Fernreisen zudem die Malediven, Mauritius oder die Karibik stark nachgefragt. ebenso Flussreisen. Viele Reiseveranstalter verlangten inzwischen 2G, zum Teil auch 2G-plus, sagt Schröder.

Damit kann er bestätigen, dass das Verreisen für Ungeimpfte schwieriger geworden wird. Da im Reisebüro selbst ebenfalls 2G gilt und die Kunden vor Betreten ihren Nachweise vorzeigen müssen, weiß Schröder, dass die meisten Reisewilligen ohnehin geimpft sind. „Sehr viele sind auch schon dreifach geimpft.“

Alltours-Reisecenter

Martina Hoffmann, Inhaberin des Alltours-Reisecenters in Plettenberg, stellt fest, dass für 2022 durchaus Reisen nachgefragt würden. „Die flexiblen Storno-Möglichkeiten, die die Reiseveranstalter anbieten, werden dabei gerne genutzt“, sagt sie.

Was kurzfristige Reisen angehe, machten sich möglicherweise Sorgen wegen der Omikron-Variante bemerkbar, denn die Kunden agierten eher vorsichtig, die Zahl der Buchungen in diesem Bereich sei rückläufig, so Hoffmann.

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