Spielgerät als Toilette benutzt

Ekel-Fund auf Spielplatz im MK: Wer hat hier hingemacht...

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Der Unterbau der Rutsche wurde als Toilettenhäuschen zweckentfremdet.

Plettenberg – Ein Spielplatz ist kein Hundeklo – das weiß eigentlich jedes Kind. Und erst recht sollte auch ein Mensch nicht an einem öffentlichen Ort seine Notdurft verrichten. Genau das ist aber in der Immecke geschehen.

„Auf dem Immecker Spielplatz treibt sich wohl ein Mensch umher, der seinen Darm in den Spielgeräten entleert“, schrieb Leserin Janina Schneider vor wenigen Tagen an die Redaktion. Die Kotverschmutzung, die sie beim Spielplatzbesuch mit ihren Kindern am Silvestertag entdeckt hatte, war auch mehrere Tage später noch zu sehen.

Den mit Brettern verkleideten Unterbau der Rutsche – eigentlich zum Spielen gedacht – hatte eine unbekannte Person als Toilettenhäuschen zweckentfremdet. Da der Unterbau der Rutsche überdacht ist, konnte auch Regen in den darauffolgenden Tagen nichts von der Verschmutzung fortspülen. Die Bretterwand war somit auch eine Woche danach noch kotverschmiert, auf dem Boden lagen ebenfalls Exkremente und daneben benutzte Taschentücher.

Exkremente nicht entfernt

Deswegen ist für Schneider auch klar, dass dort ein Mensch und nicht etwa ein Hund sein Geschäft verrichtet hat: „Tiere sind ja bekanntlich auf dem Spielplatz verboten, aber die benutzen auch keine Taschentücher und würden sich auch nicht derart verwerflich benehmen.“ Auch die Mühe, das Spielgerät wenigstens notdürftig zu säubern und die eigenen Exkremente zu entfernen, machte sich der oder die Unbekannte nicht.

Es ist das erste Mal, dass Schneider so eine Art der Verschmutzung am Immecker Spielplatz aufgefallen ist. „Ich habe mich sehr darüber geärgert“, sagt sie, weswegen sie sich auch an die Heimatzeitung wandte, um darauf aufmerksam zu machen. Wenn sie die Fäkalien nicht zufällig gesehen hätte, hätte man hineintreten oder ein Kind beim Spielen die verschmutzten Bretter anfassen können, sagt sie. Den Immecker Spielplatz wird Schneider mit ihren Kinder erst einmal nicht mehr besuchen, der sei nun mit einem gewissen Ekel behaftet. Aber man habe in Plettenberg auch noch die Möglichkeit andere Spielplätzen zu besuchen, sagt Schneider.

Dass sich aber überhaupt jemand zur Darmentleerung ausgerechnet den Spielplatz ausgesucht hat, versteht sie nicht: „Das kann ja nur Absicht gewesen sein – wir haben hier so viel Wald drumherum.“ Wenn jemand draußen wirklich dringend auf Toilette müsste, würde jeder in ein Gebüsch oder in den Wald hinter einen Baum gehen, aber eben nicht auf einen Kinderspielplatz.

Bei der Stadt Plettenberg erfuhr man erst durch Nachfrage der Heimatzeitung von dieser ekligen Form der Verschmutzung des Spielplatzes. „Ich kann das nicht nachvollziehen“, äußert sich Thorsten Spiegel, Fachbereichsleiter Sicherheit, Ordnung, Brandschutz und Rettungswesen. Zwar sei in diesem Fall vorstellbar, dass ein Kind dringend auf die Toilette musste und ein Erwachsener es dazu in den Bereich unter der Rutsche brachte. „Aber man müsste es hinterher entfernen und das würde ich auch erwarten“, betont Spiegel. Mit der Reinigung wurde nun der Baubetriebshof beauftragt.

Ähnliche Fälle von Verunreinigung wie nun in der Immecke sind dem Ordnungsamtsleiter aus Plettenberg nicht bekannt, auch Urinieren in der Öffentlichkeit sei eher selten: „Es kommt dann häufig im Zusammenhang mit Festivitäten, zum Beispiel bei Fußballübertragungen, vor.“

Ein weitaus größeres Problem sind laut Spiegel Hundehaufen, die nicht entfernt werden. Für Fußgänger, die in die Hinterlassenschaften der Hunde hineintreten, sowie die Mitarbeiter des Baubetriebshofes, die sie dann entfernen, sei das Verhalten einiger Hundebesitzer deswegen „wirklich schäbig“. Für das Sauberhalten der Stadt müssten die Bürger mit Verantwortung übernehmen. „Viele Hundebesitzer führen inzwischen Tüten mit, aber es gibt einen Prozentsatz von Leuten, denen es zu unbequem ist, den Hundekot einzusammeln.“ Dazu seien sie allerdings verpflichtet.

Höhere Bußgelder für Spielplätze

Der städtische Bußgeldkatalog sieht für das Verrichten der (menschlichen) Notdurft – dabei ist egal, ob jemand uriniert oder defäkiert – auf öffentlichen Verkehrsflächen oder in öffentlichen Anlagen wie auch für das Nichtbeseitigen von Tierkot die Verhängung eines Verwarngeldes von mindestens 50 Euro vor. Im Wiederholungsfall droht ein Bußgeld von 100 Euro.

„Geschieht das Ganze auf einem Spielplatz, würden wir – schon aufgrund des ,Ekelfaktors’ und der erhöhten Infektionsgefahr – unmittelbar das öffentliche Interesse an der Einleitung eines Bußgeldverfahrens bejahen“, so Spiegel. „Kann der Verantwortliche – etwa aufgrund von Zeugenaussagen oder weil er in flagranti bei einer Kontrolle oder Begehung durch den Bauhof oder das Ordnungsamt erwischt wird – ermittelt werden, muss er damit rechnen, mindestens 100 Euro Bußgeld zuzüglich 28,50 Euro Verfahrensgebühren zahlen zu müssen.“ Wegen der erhöhten Infektionsgefahr gerade für spielende Kinder komme der Verunreinigung eines Spielplatzes wie nun in der Immecke eine besondere Verwerflichkeit zu.

Wenn Bürgern Verunreinigungen an öffentlichen Orten auffallen, können diese beim Ordnungsamt, das gegebenenfalls auch ein Bußgeldverfahren einleiten kann, sowie beim Baubetriebshof gemeldet werden.

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