Aktion von Coronaleugnern

Maskenverweigerer plakatieren in Plettenberg - der Staatsschutz ermittelt

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In Fenstern wie hier aber auch auf Bänken und Schildern fanden sich am vergangenen Sonntagmorgen diese Zettel.

Wer auch immer in der Nacht auf den Wahl-Sonntag in ganz Plettenberg unterwegs war und seine hunderte Aufkleber, Blättersammlungen und Plakate verbreitet hat, muss jetzt ernsthafte Konsequenzen befürchten.

Plettenberg – Nachdem die Verantwortlichen der Stadt Plettenberg Anzeige erstattethaben, hat die Polizei die Angelegenheit an den Staatsschutz weitergeben, der sich nun der Sache annimmt und ermittelt.

Was genau passiert ist, liegt im wahrsten Sinne des Wortes noch im Dunkeln, aber das Ergebnis der Aufkleber- und Plakatierungsaktion war am Sonntagvormittag bei Tagesanbruch flächendeckend in Plettenberg zu sehen. Als Wahlleiter Matthias Steinhoff um 7 Uhr das Rathaus betreten wollte, sah er das Unheil schon an den Rathausfenstern. Daran klebte eine offensichtlich rudimentär zusammengestellte Blättersammlung mit Sprüchen wie: „Wer nicht denkt, wird gelenkt“, „Schluss mit dem Corona-Wahnsinn“ oder „Wer die Grünen wählt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“.

Der Instinkt sagte Wahlleiter Steinhoff, dass es nicht die einzige Stelle sein könnte, an der solche Zettel hängen. Also ging er in die Fußgängerzone und sah, dass er Recht behalten sollte. An den Schaufenstern des Drogeriemarktes Rossmann oder bei Deichmann, an den Laternen, an Schildern – überall Aufkleber oder Zettel mit ähnlich gelagerten Parolen.

Kurze Zeit darauf stellte sich heraus, dass die Aktion nicht nur auf die Innenstadt beschränkt war. Auf der Fahrt in die Wahlbüros bemerkten Steinhoff und sein Team weitere Aufkleber und Plakate überall im Stadtgebiet – „vom Bahnhof Eiringhausen bis hin zur Oestertalsperre“, wie Steinhoff es zusammenfasst, wobei an der Talsperre ganz besonders viele Aufkleber und Zettel am Brückengeländer und an den Schildern hingen.

Wegen der Aktion ermittelt der Staatsschutz.

Alles, was den städtischen Mitarbeitern an diesem Sonntag vor die Augen kam, rupften oder knibbelten sie – immerhin einigermaßen rückstandsfrei – wieder ab, den Rest übernahm seit Montag der Bauhof.

Steinhoff prangert an: „Da wollte offenbar jemand die Kommunalwahlen als Bühne benutzen“, glaubt er an den bewusst gewählten Zeitpunkt für die Aktion in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Dazu passt auch, dass sich schon am Freitag Leser bei der Heimatzeitung gemeldet hatten, die inhaltlich ähnlich gelagerte Flugzettel in ihren Briefkästen vorfanden.

Gut möglich, dass die Flugzettel und die Aufkleber von derselben Person oder der gleichen Gruppe verteilt worden sind, aber sicher ist noch nichts. Mit den Ermittlungen und der Frage, ob Straftatbestände wie Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Bedrohungen oder politisch motivierte Hintergründe vorliegen, damit beschäftigt sich jetzt die Staatsanwaltschaft.

Was jedenfalls schon jetzt auffällt: Es scheinen keine Profis am Werk gewesen zu sein. Darauf deuten die lieblos zusammengestellten Zettel hin und die Verbreitung, die keinerlei System ergibt. Darüber hinaus scheint die Aktion ausschließlich in Plettenberg stattgefunden zu haben. Aus anderen Städten ist bislang von illegal verbreiteten Aufklebern und Plakaten am Wahl-Sonntag nichts berichtet worden.

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