Am Ende war eine Polizeieskorte gefragt

Fußgänger aus Werdohl legt den Hestenbergtunnel lahm - weil er blind seinem Navi folgt

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Plettenberg - Als am Montagmittag gegen 14 Uhr die gelben Warnleuchten an den Ortsschildern rund um den Hestenbergtunnel blinkten, war den Autofahrern schnell klar: Der Tunnel ist gesperrt. "Was ist jetzt schon wieder los?", fragten sich viele. Die Antwort ist so einfach wie kurios.

Ein Mann aus Werdohl hatte eine Vorladung für einen Termin bei der Kriminalpolizei in der Wache Plettenberg. Vom Bahnhof aus machte er sich zu Fuß auf den Weg zu seinem Zielort, und weil er sich in Plettenberg so überhaupt nicht auskennt, schaltete er sein Navigationsgerät ein, das ihm den Weg leiten sollte.

Ganz offensichtlich hatte der Mann allerdings vergessen, den Navigationsmodus umzuschalten und ließ sich statt des Fußwegs die Route fürs Auto anzeigen. 2,7 Kilometer, schnellste Route über die L697, auf geht's!

Am "Fußgänger verboten"-Schild vorbei

So gelangte der Mann schließlich zum Lennekreuz, von wo aus er weiter munter den direkten Weg wählte und am Straßenrand entlang in Richtung Hestenbergtunnel ging. Vorbei an den Schildern am Tunneleingang, die ein rot eingekreistes Strichmännchen zeigen, was so viel bedeutet wie "Fußgänger verboten", schritt er hinein. Noch 2,3 Kilometer bis zur Polizei und die nächsten 734 Meter davon durch den Hestenbergtunnel - gleich würde er sein Ziel erreichen!

Als der Unbekannte jedoch den Tunnel betrat, stellte das Personal in der Tunnelleitzentrale Hamm Unregelmäßigkeiten in Plettenberg fest. Ein Fußgänger im Tunnel? Da greifen sofort sämtliche Sicherheitsmaßnahmen. Umgehend wurden die Schranken zum Tunnel geschlossen, die Warnleuchten aktiviert und die Verkehrsschilder auf Sperrung umgeschaltet.

Polizei eilt mit Blaulicht zum Tunnel

Die Kunde von einem Fußgänger im Hestenbergtunnel erreichte umgehend auch die Mitarbeiter der Plettenberger Polizeiwache, die sich sofort mit Blaulicht auf den Weg machten. Sie trafen den Mann schließlich im Tunnel an und eskortierten ihn nach draußen. Nach rund 10 Minuten war der Werdohler wieder im Freien und der Tunnel konnte wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Als Entschuldigung formulierte der Werdohler, dass er sich in Plettenberg nicht auskenne und einfach seinem Navi gefolgt sei. Demzufolge müsste er auch schon, anstatt den direkten Weg vom Bahnhof über eine der Lennebrücken zu nehmen, über die Hochbrücke gelaufen sein, denn sowohl iPhone-Karten als auch Google Maps zeigen diesen Weg sowohl für Fußgänger, als auch für Autofahrer an. Im Gegensatz zu Google schlägt iPhone-Karten übrigens irrwitzigerweise als Fußweg auch den Gang durch den Hestenbergtunnel vor, was mal wieder zeigt, dass man niemals blind seinem Navi vertrauen sollte - auch nicht als Fußgänger.

Rest des Weges ohne besondere Vorkommnisse

Der Mann jedenfalls verließ den Hestenbergtunnel wohlbehalten. Trotz der Polizeieskorte musste er das letzte Stück bis zur Wache dann noch zu Fuß zurücklegen. Auf diesem Weg kam es nach unseren Informationen nicht mehr zu besonderen Vorkommnissen... 

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