Stationsweise Impfung geplant

Letzte Absprachen zur Drittimpfung: Ärzte und Altenheime im Wartestand 

Zu Jahresbeginn wurde in den Seniorenzentren erstmals geimpft. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für eine Auffrischung – die sogenannte Booster-Impfung.
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Zu Jahresbeginn wurde in den Seniorenzentren erstmals geimpft. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für eine Auffrischung – die sogenannte Booster-Impfung.

Die Planungen für die Drittimpfung gegen das Coronavirus in den Senioreneinrichtungen sind in den vergangenen Wochen weiter vorangeschritten. Einige Absprachen sind aber noch zu treffen.

Plettenberg – Anstelle des von der Kassenärztlichen Vereinigung ursprünglich vorgeschlagenen Procederes – jeder Hausarzt impft seine eigenen Patienten in den Heimen – favorisieren die Plettenberger Hausärzte eine andere Vorgehensweise. Sie wollen sich beziehungsweise die Stationen der Pflegeheime so aufteilen, dass sie stationsweise impfen. In den vergangenen Wochen lief eine Abfrage unter den niedergelassenen Ärzten in Plettenberg, ob sie sich an diesem Vorgehen beteiligen.

Warten auf die Stiko-Empfehlung

„Der Großteil der Ärzte im Qualitätszirkel ist der Ansicht, dass es ressourcensparender ist, die Kräfte zu bündeln“, erklärt Martin Boncek, Sprecher der Plettenberger Ärzte. Noch befinde man sich aber in der genauen Ausarbeitung, wie die Impfung ablaufen soll. In der kommenden Woche kommt der Qualitätszirkel wieder zusammen und will bei dieser Gelegenheit das Vorgehen besprechen. Man müsse auch noch abwarten, was die Ständige Impfkommission (Stiko) zum Thema Drittimpfung sagt, um eine gewisse Rechtssicherheit zu haben, erklärt Boncek.

Inzwischen hat die Stiko ihre Empfehlung veröffentlicht. Die Ständige Impfkommission spricht sich nicht für generelle Auffrischungsimpfungen bei Senioren aus, empfohlen wird die sogenannte Booster-Impfung aber für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.  

Die Durchführung der sogenannten Booster-Impfung würde in jedem Fall einen hohen organisatorischen Aufwand für die Hausärzte mit sich bringen. „Durch Wegfall der Praxis Czapo/Hülsmann sind eine Menge mehr Patienten auf weniger Ärzte verteilt – das alles zu koordinieren, ist eine schwere Aufgabe“, weist Boncek auf die hohe Belastung in den Praxen hin. Der Praxisalltag umfasst neben den Erst- und Zweitimpfungen bei denen, die sich bisher nicht haben impfen lassen, auch Grippeschutzimpfungen und die Versorgung all der Patienten, die aus anderen Gründen in die Praxen kommen. Darin müssten dann auch noch die Drittimpfungen integriert werden.

Auch vor diesem Hintergrund planen die Plettenberger Mediziner eine stationsweise Impfung. „Wenn ein Arzt jeweils ein paar Patienten in allen drei Altenheimen hat, ist das ein höherer Aufwand, als wenn ein Arzt an einem bestimmten Tag eine ganze Station durchimpft“, erklärt Boncek.

Neben den Ärzten müssten auch die Altenheime noch entsprechende Vorarbeiten für die Drittimpfungen leisten, damit klar ist, wie viele Patienten die Auffrischungsimpfung bekommen sollen, wie viel Impfstoff also bestellt werden muss.

Genau das passiert aktuell. Heike Biedermann, Heimleitung im Altenzentrum St. Josef, bestätigt, dass man wegen der dritten impfung mit der Plettenberger Ärzteschaft in Verbindung stehe. Die Einverständniserklärungen der Angehörigen und Betreuer würden eingeholt und auch die Impfabfrage bei den Bewohnern gemacht, also wie lange die Impfungen beziehungsweise eine Genesung zurückliegt. Denn seit den Impfungen zu Jahresbeginn seien auch Neuaufnahmen hinzugekommen, die unter Umständen noch gar nicht oder zu einem anderen Zeitpunkt geimpft wurden als der Großteil der St.-Josef-Bewohner. Biedermann geht davon aus, dass 80 bis 85 Prozent der Bewohner die dritte Impfung bekommen würden. „Wir könnten innerhalb einer Woche impfen“, sagt Biedermann, verweist aber auf das noch anstehende Treffen der Plettenberger Ärzte und die noch ausstehenden Stiko-Empfehlung.

Gleichzeitige Grippeimpfung

Denkbar ist grundsätzlich auch die Kombination der Grippeschutzimpfungen in den Pflegeheimen mit der dritten Impfdosis gegen Corona. „Es ist organisatorisch einfacher, wenn man eine Impfung in den linken, eine in den rechten Arm gibt, aber man muss auch auf die individuelle Verträglichkeit schauen“, gibt Boncek zu bedenken. Auch das erfordere eine gute Planung mit den Altenheimen vor Ort. Allerdings muss auch der Grippe-Impfstoff erst einmal bestellt werden. Und dieser stehe erst ab Mitte Oktober zur Verfügung, verweist Biedermann auf eine mögliche Schwierigkeit, beide Impfungen gleichzeitig durchzuführen.

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