Pflaster, Brunnen, Bänke: Das ist der Stand

Kritik zurückgewiesen: Bauamt sieht Fortschritte bei Innenstadtsanierung

Ein Schwerpunkt der Arbeiten ist momentan der Alte Markt.
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Ein Schwerpunkt der Arbeiten ist momentan der Alte Markt, wo am Mittwoch auch drei Dachplatanen gepflanzt wurden.

Wie schnell die Innenstadtsanierung voranschreitet, ist auch eine Frage der Perspektive. Während einzelne Anwohner monieren, es gehe nicht schnell genug voran, sieht das städtische Bauamt die Arbeiten einen guten Fortschritt bei den Baumaßnahmen.

Plettenberg –Eine Leserin, die an der Wilhelmstraße wohnt und seit Januar die Baustelle direkt vor der Haustür hat, schilderte gegenüber der Heimatzeitung ihren Eindruck, dass nach anfänglichen täglichen Einsätzen nun aber ständig Ruhephasen erfolgen würden. Seit 14 Tagen passiere nun überhaupt nichts mehr. Sie frage sich, warum nicht ein Abschnitt erst zuende gemacht werde. Außerdem habe sie den Eindruck, Boymann habe zu wenig Leute im Einsatz.

Viele fertige Pflasterflächen

Das kann Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen nicht stehen lassen. Dieser Eindruck sei falsch, teilt er mit. Nachteilig habe sich der strenge Frost über längere Zeit im Januar ausgewirkt. Im Bereich der Wasserspiele und unter den verschiedenen Arkaden werde das Pflaster in gebundener Bauweise – also auf Beton oder Mörtel und mit einem festen Fugenmaterial verfugt – eingebaut. Dies sei nur dann möglich, wenn es längere Zeit keinen Frost gebe, begründet Jülich.

An der Wilhelmstraße seien sehr viele Leitungen verlegt worden, zum Beispiel für die Wassertechnik und die Beleuchtung, erklärt Jülich. Diese sehe man schon nach dem Verfüllen der Gräben nicht mehr. Zudem müsse gerade an der Wilhelmstraße so gearbeitet werden, dass die Straße jederzeit z.B. für die Feuerwehr befahrbar sei. Aus diesem Grund arbeite die Firma Boymann dort halbseitig.

In den vergangenen Wochen sei man gut vorangekommen, teilt Jülich zum Fortschritt der Arbeiten mit. Das liege vor allem daran, dass sehr viele Pflasterflächen hergestellt worden seien. Da sehe man das Ergebnis eher als beim Tiefbau.

In der Ratssitzung am 23. März hatte Jülich zuletzt einen Sachstandsbericht zur Innenstadtsanierung gegeben. Die Auszahlungssumme mit Stand von Ende November beläuft sich demnach auf 2,24 Millionen Euro für den Tiefbau und rund 400.000 Euro für die Wassertechnik. Bei seinem Bericht hatte der Bauamtsleiter unter anderem mitgeteilt, dass im Bereich Obertor die Einfassung des Brunnens fertiggestellt wurde. Der Einbau des Drainbetons innerhalb der Einfassung und die Verlegung des Pflasters an dieser Stelle stehen noch aus, da dafür trockenes Wetter und Temperaturen über null erforderlich sind.

Das Plattenband im Bereich Obertor und der Pflasterstreifen, mit dem das historische Tor markiert wird, seien dagegen verlegt. Die Verlegung des Kleinpflasters zwischen Umlauf und Modehaus Otto soll dort im nächsten Schritt erfolgen.

An der Graf-Engelbert-Straße wurde das Plattenband in der Verbindung zum Alten Markt ebenfalls fertiggestellt. Mit den im Rat angekündigten Pflasterarbeiten neben dem Plattenband und im Bereich der Stadtbücherei wurde in der Woche vor Ostern begonnen.

Die gegenwärtigen Schwerpunkte der Arbeit seien im Bereich Alter Markt vor der Stadtbücherei. Dort wurden nach dem Ausheben der Pflanzgruben nun auch drei Dachplatanen eingelassen. Das Planungsbüro bbz berechnet laut Jülich 3500 Euro pro Baum. Der Auftrag der Firma Boymann beinhalte dabei Lieferung und Pflanzung inklusive Anwuchspflege (Substrat).

Die Pflasterarbeiten an der Wilhelmstraße bildeten einen weiteren derzeitigen Schwerpunkt der Arbeiten, so Jülich. Aufgrund des Schneefalls habe man in den letzten Tagen wie auch auf anderen Baustellen nur mit geringer Belegschaft gearbeitet.

Grundsätzlich weist er aber den von der Leserin geschilderten Eindruck zurück, es sei auch davor schon mit zu wenig Leuten gearbeitet worden. Die Firma Boymann sei mit sieben Leuten im Einsatz, hinzukommen noch mindestens zwei Mann von einem Nachunternehmer für die Pflasterarbeiten sowie bei Bedarf noch die Mitarbeiter für die Wassertechnik. Das seien in Summe nicht weniger Arbeitskräfte als vorher, betont der Bauamtsleiter.

Stockflecken auf neuen Bänken

Ein weiteres Thema, zu dem Jülich Auskunft gibt, sind die noch nicht eingebauten Bänke, die derzeit noch am Eingang Neue Straße, an der Ecke Zimmerstraße/Untertor und in der Wilhelmstraße vorm Café Stadtleben. Der Einbau der Bänke solle erfolgen, sobald die dafür vorgesehenen Flächen für den Einbau ausreichend weit fertig gestellt sind.

Einige Bänke, darunter auch die bereits am Eingang der Graf-Dietrich-Straße eingelassenen, waren zunächst noch mit einer Plastikfolie überzogen. Durch die Feuchtigkeit, die sich unter der Folie gesammelt hatte, hatten sich auf dem Holz allerdings dunkle Verfärbungen gebildet. So war es auch bei einigen der noch nicht eingebauten Bänke, bei denen erst vor kurzem die Folie entfernt wurde. Auch dort sind die Flecken sichtbar.

Um Schimmel handelte es sich dabei aber nicht, wie Sebastian Jülich betont, sondern um Stockflecken. Dauerhaft schädigen würden Stockflecken das ohnehin frei bewitterte Holz nicht. Die Folie sei aus Sorge vor Vandalismus, Schmierereien und dergleichen nicht früher entfernt worden, begründet der Bauamtsleiter. Die Abnahme der Bänke durch die Stadt erfolgt, wenn diese fertig montiert sind. Dann müsse der Zustand abnahmereif sein.

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