Demo vor dem Rathaus

Komba-Gewerkschaft protestiert in Plettenberg für mehr Lohn

+
In pinken Westen und mit einer Fahne postierten sich die Mitwirkenden der Komba-Demonstration am Donnerstag vor dem Rathaus.

Sie kommen aus den verschiedensten Berufen, arbeiten beim Plettenberger Bauhof, in der Feuer- und Rettungswache oder in der Steuerabteilung im Rathaus. Was sie vereint: Sie alle sind Beschäftigte des öffentliches Dienstes. Und sie wollen ein Zeichen setzen für mehr Wertschätzung.

Plettenberg – Neun Männer und Frauen waren es, die am Donnerstag ihre Mittagspause oder ihre Freizeit nutzten, um vor dem Rathaus zu demonstrieren. Mit einer Gewerkschafts-Fahne der Komba, die Beamten und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst vertritt, und bekleidet mit pinken Warnwesten postierten sie sich vor dem Schwungrad.

Unter ihnen war zum Beispiel Ralf Bialoian, den hier alle nur Ralfi nennen und der beim Bauhof beschäftigt ist. „Die Anforderungen werden immer größer, die Arbeit immer mehr“, beschreibt er. Die Corona-Pandemie hat zwar für weniger Groß-Veranstaltungen gesorgt, in die der Bauhof zum Beispiel bei der Reinigung der Plätze involviert ist, dafür werden jetzt Aufgaben erledigt, die lange liegen geblieben sind.

Im Übrigen habe Corona auch dafür gesorgt, dass Teile der Beschäftigten mit einigen Maschinen und Geräten umgezogen sind. Die eine Hälfte arbeitet weiter vom Bauhof aus, die anderen Hälfte steht nun in den ehemaligen Pfeiffer-Hallen am Friedhahn bereit – alles, um sicherzustellen, dass bei Infizierungen der Mitarbeiter nicht die ganze Bauhof-Mannschaft auf einmal ausfällt.

Auch auf der Feuer- und Rettungswache hat Corona die letzten Monate und Wochen bestimmt. Alles wird regelmäßig desinfiziert, die Melder werden kontaktlos an die Kollegen der nächsten Schicht übergeben – und das alles zusätzlich zu den sonst üblichen Einsätzen. „Natürlich wäre es schön, wenn es dafür mehr finanzielle Unterstützung für jeden einzelnen gäbe“, sagt Feuerwehrmann David Langenberg.

Genau dafür setzt sich die Komba-Gewerkschaft auch ein – bislang noch ohne Erfolg. Die erste Tarifrunde ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen, die nächste steht an diesem Wochenende an.

4,8 Prozent mehr Lohn fordert die Gewerkschaft von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Ein zu hoher Ansatz? „Nein“, sagt Edmund Balduin, der stellvertretende Vorsitzende des Komba-Ortsverbandes Plettenberg. „Wir reden ja hier nicht über irgendwelche Boni, sondern über die ganz normale Tarifrunde“, betont er. Jetzt zu sagen, Lohnerhöhungen seien wegen der Steuereinbrüche nicht möglich, finde er nicht angebracht. Sparmaßnahmen könnten nicht auf dem Rücken der Kollegen, die alle eine höhere Belastung hätten, ausgetragen werden.

Er hofft, dass sich die Arbeitgeberseite auf die Beschäftigten zubewegt – und dass kleine Demonstrationen wie in Plettenberg dazu einen Beitrag leisten. Balduin: „Wir alle verleihen unseren berechtigten Forderungen heute ein Gesicht und erwarten in der zweiten Runde endlich ein faires Angebot, über das sich verhandeln lässt.“

Viele Lehrlinge

Plettenberg habe laut Komba-Aktivisten auch das Problem, dass viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes nach ihrer Ausbildung die Stadt verlassen und in den Großstädten eine neue Stelle antreten, weil dort die Bezahlung meistens besser sei. „Das hat mal bei der Feuerwehr angefangen und trifft inzwischen die ganze Verwaltung“, berichtete der stellvertretende Komba-Ortsverbands-Vorsitzende Edmund Balduin. So ergebe sich auch ein Personalmangel in vielen Bereichen.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare