Plettenberg erhält 1300 Schnelltests

 Kita-Tests sind da - aber nicht für alle Einrichtungen

Jugendamtsleiter Michael Schröder hat 1300 Tests erhalten.
+
Jugendamtsleiter Michael Schröder hat die Selbsttests für die städtischen Kindergärten am Montag bekommen und weitergegeben. Insgesamt wurden 1300 Testkits in Fünferpackungen der Firma Hotgen geliefert – das ist der Bedarf für jeweils zwei Tests für die Kinder und Erzieher in dieser Woche.

Im Jugendamt der Stadt Plettenberg hat alles wie versprochen geklappt: Am Montagmorgen brachte ein Lieferdienst zwei große Pakete ins Rathaus. Ihr Inhalt: Päckchen mit 1300 Corona-Selbsttests, die noch am gleichen Tag an die städtischen Kindergärten übergeben worden sind.

Plettenberg – Denn seit dieser Woche gilt: Kindergartenkindern und Erziehern sollen jeweils zwei Mal wöchentlich kostenlose Selbsttests zur Verfügung gestellt werden. So will es das NRW-Familienministerium und hat entsprechende Test-Lieferungen an die Kommunen versprochen. Das hat für Plettenberg funktioniert – zumindest teilweise.

Während die Einrichtungen unter städtischer Trägerschaft und die Kindertagesstätte Junior für diese Woche versorgt sind, warten die Evangelischen Familienzentren Mittendrin und Eiringhausen, die Katholischen Kitas St. Laurentius und St. Johann Baptist und das DRK-Familienzentrum Am Saley noch auf die Lieferungen. Wie lange es noch dauert?

Bei den meisten ist es unklar. Bei einer „größeren Teillieferung“ sei es „aufgrund internationaler Logistikprobleme im Flugverkehr zu Störungen gekommen“, heißt es in einem Schreiben des Familienministeriums, das zum Beispiel der Kita St. Laurentius vorliegt. Die Fragen der Eltern nach den Tests kann Leiterin Karin Florath entsprechend noch nicht beantworten. Im DRK-Familienzentrum Am Saley steht immerhin schon in Aussicht, dass die Tests am Montag zur Verfügung stehen. Sie befinden sich derzeit laut Leiterin Claudia Stahlhacke schon im Zentrallager des Roten Kreuzes in Münster und müssen von dort aus nun verteilt werden.

Den beiden städtischen Kindergärten Holthausen, der Kita Himmelmert, den Familienzentren Stadtmitte, Oestertal und Eschen, den Junior-Kitas in Ohle und Köbbinghausen, den Tagesmüttern und der Großtagespflege am Eschen ist es da besser ergangen. Die Selbsttests der Firma Hotgen liegen dank der pünktlichen Lieferung an das Jugendamt in passender Anzahl vor und werden an die Eltern ausgegeben, wenn sie ihre Kinder vom Kindergarten abholen. Ebenso sind die Erzieher versorgt. Als Testtage hat die Stadt für ihre Einrichtungen den Dienstag und den Donnerstag vorgegeben.

Ob die Eltern die Tests an ihren Kindern durchführen, ist ihnen freigestellt (siehe Infobox). Entsprechend geteilt sind auch die Reaktionen der Eltern, wie zum Beispiel Solveig Zieke, die Leiterin des Familienzentrums Oestertal berichtet. „Von dem Großteil der Eltern werden die Tests angenommen, einige sagen aber auch geradeheraus: Das mache ich nicht.“

Die Rückmeldungen, wie die Tests verlaufen sind, kämen bis jetzt schleppend. „Es läuft ja alles auf Vertrauensbasis“, betont Solveig Zieke, die nach eigener Aussage auch angesichts des Mehraufwandes für die Kitas nicht glücklich mit der jetzigen Testregelung ist. Denn: „Das ist jetzt nichts Halbes und nichts Ganzes“, sagt sie. „Das Angebot ist da, und das ist auch gut so, aber es ist eben überhaupt nicht nachvollziehbar.“

Michael Schröder vom Jugendamt sagt dazu: „Die Tests sind sicher erst mal eine Möglichkeit, die Infektionen einzugrenzen.“ Zumindest, wenn sie denn auch wirklich durchgeführt werden. Besser hätte es Schröder gefunden, wenn statt der normalen Selbsttests mit Nasenabstrich die bei Kindern besser durchzuführenden Lollipop- oder Spucktests verfügbar gewesen wären. Doch mit diesen Testmöglichkeiten hake es noch.

Ob nun nächste Woche die Selbsttest-Lieferungen pünktlich ankommen, bleibt für alle Kindertagesstätten in Plettenberg eine spannende Frage. Denn ab Montag sollen auch die Einrichtungen unter städtischer Trägerschaft nicht mehr über das Jugendamt, sondern direkt beliefert werden. 

Eltern sollen testen

Wichtigste Botschaft für die Eltern: Die Tests sind freiwillig. Auch Kinder, die nicht getestet wurden, werden weiterhin betreut. Anders als in den Schulen, müssen Kita-Kinder zu Hause von ihren Eltern getestet werden. Sollte ein Heim-Test positiv ausfallen, darf das Kind natürlich nicht in die Tagesbetreuung geschickt werden. Dann greifen die normalen Mechanismen. Nach Rücksprache mit dem Hausarzt muss in diesem Fall ein PCR-Test Gewissheit über das Schnelltest-Ergebnisse bringen. Vorgesehen sind für die Kitas zwei Selbsttests pro Person und Woche, einschließlich des Personals.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare