Neue Regelung in Plettenberg

Kennzeichen werden digital erfasst: Auf diesem Parkplatz im MK kann zu lange parken richtig teuer werden

Damit die maximale Parkdauer auf dem Parkplatz des P-Center eingehalten wird, sollen die Kennzeichen künftig digital erfasst werden.
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Damit die maximale Parkdauer auf dem Parkplatz des P-Center eingehalten wird, sollen die Kennzeichen künftig digital erfasst werden.

Am Hit-Parkplatz werden die Kennzeichen der Fahrzeuge künftig automatisch erfasst. Wer länger als 90 Minuten parkt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Doch obwohl Schilder bereits darauf hinweisen, ist das System noch nicht scharf geschaltet.

Plettenberg – An der Maximalparkdauer ändert sich im Prinzip nichts, denn schon die alten Schilder ist zu lesen, dass nicht länger als anderthalb Stunden dort geparkt werden darf. Wer sein Fahrzeug länger dort abstellte, wurde gelegentlich mit einem Zettel an der Windschutzscheibe darauf hingewiesen. Doch mehr passierte nicht. Das ändert sich nun.

Seit Dienstag (20. Juli) wird über die neu aufgestellten Schilder auch in den sozialen Medien diskutiert. Ob nun 90 Minuten fürs Einkaufen ausreichen oder zu knapp bemessen sind, da gingen die Meinungen auf Facebook auseinander. Manche kündigten bereits an, die Geschäfte wegen der neuen Regelung nun zu meiden. Andere fragten, ob die automatische Kennzeichenerfassung datenschutzrechtlich in Ordnung sei. Und auch nach Parkmöglichkeiten für Mitarbeiter der Geschäfte, aber auch die Patienten der LWL-Tagesklinik fragten die Kommentatoren. Wir haben mit Werner Nuoffer, dem Geschäftsführenden Gesellschafter von Parken und Management über die Kennzeichenerfassung gesprochen.

Plätze für Kunden freihalten

„Der Parkraum soll überwacht werden, damit die Parkplätze für die Kunden, die einkaufen, freigehalten werden“, begründet Werner Nuoffer, warum der Hit-Parkplatz nun umgerüstet wird. Das Unternehmen Parken und Management mit Sitz in Landshut, das auch in der Parkplatz-Bewirtschaftung tätig ist, arbeitet bereits auf vier ihrer zehn betreuten Parkplätze mit dem System der automatischen Erkennung, wie es nun auch in Plettenberg zum Einsatz kommen soll. „Die Kennzeichenerkennung ist in Deutschland mächtig auf dem Vormarsch“, sagt Nuoffer. Für Kunden habe das System den Vorteil, dass keine Parkscheibe ausgelegt werde, sondern der Parkplatz nur innerhalb von 90 Minuten verlassen werden müsse. Das sei deutlich kundenfreundlicher und es gebe dadurch 85 Prozent weniger Bußgeldverfahren.

Mit Datenschutz abgestimmt

Hierfür werden beim Reinfahren und Rausfahren die Kennzeichen der Fahrzeuge erfasst, und zwar nur die Kennzeichen, betont Nuoffer. „Es werden keine Vollbilder von Fahrzeugen oder Personen gemacht.“ Das Vorgehen sei legal und datenschutzrechtlich abgestimmt.

„Wenn wir eine Halterermittlung machen, müssen wir einen berechtigten Vorgang haben, also wenn jemand länger auf dem Parkplatz steht als 90 Minuten“, so Nuoffer. Sonst sei eine Auskunft über das Kraftfahrtbundesamt nicht möglich. „Wenn die Parkdauer innerhalb der 90 Minuten liegt, wird das Kennzeichen sofort gelöscht“, versichert er.

Die Schilder am Parkplatz zeigen nicht nur eine maximale Parkdauer von 90 Minuten an. Auf anderen Schildern wird auch auf die automatische Kennzeichenerfassung hingewiesen.

Eingewöhnungsphase ab August

Die Kennzeichenerfassung beginnt allerdings noch nicht sofort. „Die Kameras sind bereits installiert, werden aber erst in Kürze scharfgeschaltet“, so Nuoffer. „Wir müssen den Menschen eine Eingewöhnungsphase geben.“ Diese beginnt mit dem August, wenn das System auch scharfgeschaltet wird. „In den ersten vier Wochen passiert aber nichts.“ Es sollen auch noch Flyer ausgelegt werden, die die Autofahrer, zusätzlich zu den bereits aufgestellten Schildern informieren.

Ab September werden dann bei Verstößen Bußgelder erhoben, in den ersten zwei Monaten allerdings ein verminderter Satz von 10 Euro. Ab November werden dann die vollen 19 Euro fällig, wenn jemand länger als 90 Minuten auf dem Parkplatz steht. Die Überwachung erfolgt montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr, teilt Nuoffer mit.

Monatlicher Vertrag möglich

Für eine monatliche Gebühr von 20 Euro bietet das Unternehmen Parken und Management Interessenten an, ihr Auto von 19 Uhr abends bis 9 Uhr morgens (von montags bis samstags) sowie an Sonn- und Feiertagen auf dem Parkplatz abzustellen. Interessenten könnten sich per Mail an info@parken-und-management.de wenden, um einen entsprechenden Vertrag abzuschließen. Dieser gelte verpflichtend für die ersten vier Monate, danach sei er mit einer Frist von 14 Tagen zum Monatsende kündbar. Wer darüber hinaus Interesse an Dauerparkmöglichkeiten hat, könne sich an das Unternehmen wenden. „Das werden wir dann auch prüfen.“

Parkplätze für die Mitarbeiter

Was die Mitarbeiter der ansässigen Geschäfte angeht, so habe man mit einigen bereits vertragliche Vereinbarungen über eine bestimmte Anzahl von Stellplätzen getroffen. Wenn Mitarbeiter über dieses Kontingent hinaus eine Parkmöglichkeit vor Ort brauchen, sei dies für 5 Euro im Monat möglich. „Da kann nicht von Abzocke sprechen“, findet Nuoffer. Für Mitarbeiter und Patienten der LWL-Tagesklinik, die möglicherweise auch den Hit-Parkplatz nutzen, gelte nach jetzigem Stand die Maximalparkdauer von 90 Minuten, doch werde man hier noch einmal die Bedürfnisse abfragen, so Nuoffer.

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