Berliner Unternehmen erfasst Straßendaten aus Plettenberg

Ein mit Kameras bestücktes Fahrzeug war in Plettenberg unterwegs - das ist der Grund

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Das Eagle-Eye-Fahrzeug beim Befahren der Straße Am Kirchlöh.

Plettenberg – Vor wenigen Tagen staunten einige Anwohner des Wohngebietes Auf der Bracht nicht schlecht, als ein orangefarbenes Fahrzeug, bestückt mit diversen Kameras, langsam durch die Straßen fuhr.

Wie Bauamtsleiter Sebastian Jülich betonte, dient das Fahrzeug der Firma Eagle Eye Technologies der Erfassung des Straßennetzes. Nach einem im Jahr 2019 erteilten Auftrag an das Unternehmen waren noch Restarbeiten erforderlich, die jetzt erledigt wurden. Nach Abschluss der Befahrung folgt die Auswertung. „Wir erwarten alle Ergebnisse bis zum Spätsommer“, sagte Jülich.

Die Daten dienen nach Aussage des Bauamtsleiters als Grundlage für eine langfristiges Investitionsplanung für den Straßenbau. Damit sollen verlässliche Daten für die zukünftigen Straßenbaumaßnahmen geschaffen werden.

Neben der Auswertung des Straßenzustandes und dessen Bewertung werden bei der Befahrung auch Fotos der Straße und des Straßenraumes angefertigt. Diese werden zum Beispiel bei Planungen, der Beantwortung von Anfragen von verschiedenen Stellen im Rathaus genutzt und ersetzen oft auch einen zeitintensiveren Ortstermin.

Die Technik dazu liefert das Berliner Unternehmen Eagle Eye Technologies, das die Daten der rund 245 Kilometer langen kommunalen Straßen, Geh- und Radwege in Plettenberg aufnahm und zudem weitere umfangreiche Infrastrukturdaten, wie etwa Bäume und Parkflächen, Verkehrsinseln, Lichtsignalanlagen und Verkehrszeichen erfasste.

Die Frontansicht des Kamerafahrzeugs, das jüngst durch Plettenberg fuhr.

Angesichts des mit Kameras ausgestatteten Erfassungsfahrzeugs sind manche Bürger verständlicherweise irritiert – auch wegen des Datenschutzes. Maika Dapoz, Prokuristin und Assistentin der Geschäftsführung bei Eagle Eye Technologies in Berlin, beantwortet deshalb nachfolgend die wichtigsten Fragen zum Thema:

Warum fährt das Eagle-Eye-Fahrzeug durch unsere Kommune?

Maika Dapoz: Die Befahrungen, wie sie am Ende Mai in Plettenberg unternommen wurden, erfolgen immer im Auftrag der Stadt oder Gemeinde. Sie dienen der Erhebung von exakten Flächen- und Zustandsdaten der Verkehrsinfrastruktur. Diese benötigt die Kommune für die Haushaltsaufstellung, um den Wert der kommunalen Straßen zu ermitteln.

Darüber hinaus werden die Daten zunehmend als Grundlage für sogenannte Erhaltungsmanagement-Systeme genutzt, die den Unterhalt und die Sanierung der öffentlichen Straßen deutlich vereinfachen.

Was nimmt Eagle Eye auf?

Dapoz:  Eagle Eye ist in erster Linie ein Messverfahren: Am Erfassungsfahrzeug befinden sich spezielle Sensoren, die die Straßen- und Verkehrsflächen während der Befahrung zentimetergenau ermitteln.

Wozu dienen die Kameras?

Dapoz:  Mit den Eagle-Eye-Kameras werden keine Filme gedreht, sondern Einzelbilder aufgenommen. Diese dokumentieren vor allem den Straßenzustand sowie unter Umständen das sogenannte Straßeninventar. Aufgenommen wird also zum einen die Straßenoberfläche, wobei insbesondere auch Straßenschäden wie Schlaglöcher oder Risse im Belag von Interesse sind. Je nach Auftrag fotografiert Eagle Eye überdies Verkehrszeichen, Ampeln, Straßenbeleuchtung, Abfallbehälter und ähnliches Inventar am Straßenrand.

Wie werden die Daten verarbeitet?

Dapoz:  Die Kommune erhält aus den Aufnahmen nur das, was sie tatsächlich zur Unterstützung ihrer Arbeit benötigt und beauftragt hat. Alle Bilder und Messergebnisse werden nach der Befahrung in diesem Sinne aufbereitet. Im Ergebnis erhält der Auftraggeber sogenannte Geometrie- und Sachdaten.

Wie werden die Daten genutzt?

Dapoz:  Die Eagle-Eye-Daten werden von den Kommunen ausschließlich zu internen Zwecken, also für die Wertermittlung und Dokumentation der kommunalen Verkehrsinfrastruktur, genutzt. Eine Veröffentlichung, etwa über das Internet, erfolgt zu keinem Zeitpunkt, und selbst in der internen Verwendung gelten die strengen Datenschutzregelungen der öffentlichen Verwaltung.

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