Sanierte Johanniskirche in Plettenberg

Da freut sich nicht nur der Pfarrer: Kirche erstrahlt in neuem Glanz

Pfarrer Uwe Brühl ist selbst überrascht, wie viel heller die Johanniskirche nach der Sanierung wirkt. Die alten Fugen waren im Laufe der Jahre stark nachgedunkelt.
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Pfarrer Uwe Brühl ist selbst überrascht, wie viel heller die Johanniskirche nach der Sanierung wirkt. Die alten Fugen waren im Laufe der Jahre stark nachgedunkelt.

107 Jahre ist die Johanniskirche alt, doch nach der Sanierung erstrahlt sie nun, da Baugerüste und Planen abgebaut sind, wie neu. Ausgetauscht wurden nur wenige Steine, verantwortlich für das frische Aussehen ist die Erneuerung der im Laufe der Jahrzehnte nachgedunkelten Fugen.

Plettenberg – „Ich bin selbst überrascht über den Effekt“, gibt Pfarrer Uwe Brühl zu, der sich über das neue Erscheinungsbild des Eiringhauser Wahrzeichens freut. Und da ist er nicht der einzige. „Wir bekommen einige Rückmeldungen, dass die Kirche fast völlig neu aussieht. Da merkt man, was die alten Fugen mit der Optik gemacht haben.“ Waren diese vorher mit den Jahren dunkel geworden, sind die rundum erneuerten Fugen viel heller und lassen das Gebäude insgesamt auch heller erscheinen.

Der Ruß von Dampflokomotiven, die früher an der Bahnstrecke fuhren, die Witterung allgemein und die stärker der Sonne ausgesetzten Gebäudeseiten, hätten zwar auch bei den Ziegelsteinen im Laufe der Zeit zu Veränderungen geführt, doch der Zahn der Zeit hat an den Fugen am deutlichsten genagt. Allerdings nicht nur optisch.

„Es bröckelte an vielen Stellen raus“, so Brühl. Zuerst sei es an Pfeilern an der Westseite der Kirche aufgefallen, dass sich beim Kratzen Fugenmaterial löste. Dieses basiert auf Muschelkalk und war nach 107 Jahren stark erneuerungsbedürftig. Im Oktober 2020 fanden Gespräche mit dem Landesdenkmalamt und den Denkmalbehörden vor Ort sowie mit dem Kreiskirchenamt statt. „Es ist dringlich gemacht worden, dass die Sanierung nötig ist.“ Es wurden denn auch die gesamten Fugen erneuert. „Man macht in so einem Fall dann ja nicht nur 70 Prozent.“

Fast wie neu wirkt die Johanniskirche nach der Sanierung. Nicht nur die Fugen sondern auch das verblasste Ziffernblatt der Uhr wurden erneuert und kleinere Dachdeckerarbeiten erledigt.

Seit März war das auf Gebäuderestaurierung spezialisierte Unternehmen Meyer aus Preußisch Oldendorf (Kreis Minden-Lübbecke) an der Johanniskirche im Einsatz. „Es wurden alle Fugen des Mauerwerks ausge-stemmt und neu gemacht“, berichtet Brühl.

Das neue Fugenmaterial besteht nicht wie im Original aus Muschelkalk. Entsprechend dem im Vorfeld erstellten Fugengutachten sei in die Fugen des Mauerwerks aus Grauwacke-Steinen ein spezieller Restaurierungsmörtel eingebracht worden, teilt das Kreiskirchenamt auf Nachfrage mit.

Nach einem halben Jahr sind die Arbeiten abgeschlossen, seit Ende vergangener Woche alles wieder abgebaut, die einstige Baustelle „absolut sauber“ hinterlassen.

Da schon einmal das Gerüst aufgebaut war, wurde die Gelegenheit auch für weitere Arbeiten genutzt. „Der Dachdecker ist dagewesen und hat einige kleinere Reparaturen vorgenommen.“ Auch das aufgemalte Ziffernblatt der Uhr sei noch einmal überarbeitet worden. Das letzte Mal geschah das vor gut 20 Jahren, so Brühl, doch insbesondere an den Süd- und Westseiten, die stärker der Sonne ausgesetzt waren, war die Farbe des Ziffernblatts stark verblasst. „Das Wichtigste waren aber die Fugen“, betont Brühl.

Die Kosten für die notwendige Sanierung belaufen sich auf rund 350 000 Euro. „Das muss die Gemeinde weitestgehend allein aufbringen“, sagt Brühl. „Es wäre schön, wenn man das aus der Portokasse zahlen könnte.“ Doch so ist es nicht. Ein über mehrere Jahre laufender kirchenkreisinterner Kredit ermöglicht die Finanzierung. Möglicherweise könnte es einen Zuschuss geben, einen Antrag für eine vierstellige Summe habe man bei der örtlichen Denkmalpflege gestellt.

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