Schülerin des ASG

Jelena Althoff aus Plettenberg möchte beim Vorlesewettbewerb bis ins Finale kommen

Jelena Althoff möchte beim Vorlesewettbewerb ins Finale kommen.
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Weiter ist vor ihr noch keine ASG-Schülerin gekommen: Beim Vorlesewettbewerb möchte sich Jelena Althoff nun auch auf Landesebene durchsetzen und für das Bundesfinale in Berlin qualifizieren.

So weit wie Jelena Althoff ist noch keine Schülerin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums beim Vorlesewettbewerb gekommen. Nach Siegen auf Schul-, Kreis- und Bezirksebene wartet nun auf dem Weg in die Endrunde noch eine letzte Hürde auf die Elfjährige: Beim Landesentscheid kämpft die Vorleserin in dieser Woche um ein Ticket fürs Finale im November in Berlin.

Plettenberg – „Lesen ist mir schon wichtig“, sagt Jelena, auch wenn sie in diesem Jahr weniger dazu gekommen ist, denn es gibt da noch eine andere Freizeitaktivität, die ihr wichtiger ist: „Reiten ist mein liebstes Hobby, entweder auf meinen beiden Eseln oder auf dem Reiterhof auf Pferden.“

So überrascht es nicht, dass die Bücher, aus denen sie bisher beim Vorlesewettbewerb vorgetragen hat, sich um Pferde drehen. „Ich habe alle Bücher gelesen, die ich über Pferde gefunden habe“, sagt die Siebtklässlerin. In ihrer Klasse und beim Entscheid aus Schulebene las sie aus „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ von Kristina Magdalena Henn und Lea Schmidbauer. Beim Wettbewerb auf Kreisebene – dieser fand in Lüdenscheid statt – las sie „Sternentänzer: Das Rätsel um den weißen Hengst“ von Lisa Capelli. Auf Bezirksebene folgte dann „Elena – Ein Leben für Pferde: In letzter Sekunde“ von Nele Neuhaus.

Klassenlehrein Verena Müller jedenfalls ist mächtig stolz auf Jelena: „Das ist das erste Mal, dass eine Schülerin vom ASG so weit kommt.“ Den Vorlesewettbewerb auf Kreisebene habe vorher noch keine ASG-Schülerin für sich entscheiden können, vom Sieg auf Bezirksebene – den teilt sie sich mit einer weiteren Erstplatzierten – und der Teilnahme am Landesentscheid ganz zu schweigen. „Sie ist schon gegen so viele angetreten und macht das so fantastisch“, sagt Müller, die Jelena auch zutraut, sich auf Landesebene durchzusetzen. Schulleiterin Elisabeth Minner drückt ebenfalls die Daumen: „Wir sind sehr gespannt, wo das noch hinführt bei ihr.“

Videodreh

Auf Bezirksebene hatte sich der Wettbewerb wegen Corona bereits ins Internet verlagert. Statt live vor Publikum und Jury zu lesen, mussten die Teilnehmer ein Video aufnehmen und einsenden. Dabei gab es Einiges zu beachten. Drei Minuten muss Jelena am Stück lesen und außerdem ihr ausgewähltes Buch vorstellen. Schnitte sind beim Videodreh nicht erlaubt, der Hintergrund sollte nicht zu auffällig sein und auch Nebengeräusche müssen vermieden werden. „Wir haben viele Versuche gebraucht, weil wir nicht wussten, welche Kulisse wir nehmen sollten“, berichtet Jelena. Letztlich entschied sie sich für die draußen aufgenommene Variante.

Beim Dreh fürs Landesfinale bekommt Jelena Unterstützung von ihrem Bruder, der mit einer guten Kamera und einem Richtmikrofon für die richtige Video- und Soundqualität sorgen soll. Bis zum 30. September mussten die Videos auf der Webseite des Vorlesewettbewerbs eingehen, eine Jury kürt dann am kommenden Wochenende den Sieger oder die Siegerin.

Zur Vorbereitung auf das Landesfinale liest Jelena die ausgesuchten Textstellen erst für sich allein und liest sie dann ihrer Mutter vor, die selbst Autorin ist und ihrer Tochter gute Tipps zum Vorlesen geben konnte. Jelena weiß genau, was eine gute Passage zum Vorlesen ausmacht: „Sie sollten von allem etwas haben: Am besten sind Textstellen mit Dialog, sie sollten spannend sein und Stimmung erzeugen.“

Dramatische Geschichte

Je nach Buch bieten sich natürlich auch Stellen an, die lustig sind. In dem Buch, das sich Jelena für die Landesebene ausgesucht hat, scheidet dieses letzte Kriterium aus, denn „Winterpferde“ von Philip Kerr ist wesentlich düsterer. Zwar geht es auch um Pferde, aber auch um den Zweiten Weltkrieg. „Das ist schon anspruchsvoll zu lesen.“ Das liegt nicht nur an den russischen Wörtern, die darin vorkommen, sondern auch an der Handlung.

Das Buch beginnt in dem Naturreservat Askania-Nowa in der Ukraine, wo der alte Tierpfleger Max nicht nur die seltenen Przewalski-Pferde hütet, sondern auch das jüdische Mädchen Kalinka vor den Nazis versteckt, erklärt Jelena. Als die Nazis schließlich nach Askania-Nowa kommen, erschießen sie Max, weil er Kalinka geholfen hat; sie selbst flieht mit den letzten beiden Pferden und Max’ Hund. Und genau zu Beginn der dramatischen Flucht spielt auch die Textstelle, mit der Jelena um den Einzug ins Bundesfinale kämpft.

Ziel: das Finale

Das findet dann nicht mehr digital statt, sondern wieder live und vor Ort in der Hauptstadt. „Berlin ist schon mein Ziel“, sagt Jelena selbstbewusst und möchte ihre Chance beim Landesfinale auf jeden Fall nutzen. Sollte es tatsächlich gelingen, möchte sie aber nicht allein nach Berlin fahren, sondern auch ihre Freundin Annelie als Unterstützung mitnehmen.

Die sollte nämlich eigentlich schon zum Kreisentscheid nach Lüdenscheid mitkommen, wegen der Corona-Pandemie war das dann aber leider nicht möglich. Und ob allein, zu zweit oder mit weiteren Unterstützern, ein Trip zum Finale wäre auf jeden Fall ein Erlebnis, mit einem willkommenen Nebeneffekt, sagt Jelena:. „Dann muss ich drei Tage nicht in die Schule.“

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