Größtes Stahlkreuz in Deutschland

20 Jahre Kreuz auf dem Johanniberg: Symbol und Wahrzeichen zugleich

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Es war eine Mammut-Aufgabe, das Kreuz vor 20 Jahren auf den verschneiten Johanniberg zu transportieren.

Plettenberg – Das Kreuz hoch über den Dächern von Eiringhausen ist weithin sichtbar und wird des Nachts hell angestrahlt. Damals, vor 20 Jahren, schaute wohl jeder, dem sich der Blick bot, zu ihm hin. Ist das heute anders, alltäglich geworden?

Es ist wohl nicht anzunehmen, dass dem christlichen Symbol unserer Kirchen weniger Beachtung geschenkt wird als damals bei der Einweihung. Vor allem nachts nicht, wenn es unübersehbar illuminiert schon von Weitem zu erkennen ist. Zu Silvester 1999, also in diesem Jahr vor 20 Jahren, wurde das Kreuz auf dem Johanniberg über Eiringhausen in einer ökumenischen Feierstunde eingeweiht. Bis es soweit war, hatten viele Menschen daran mitgewirkt. Reporter Hartmut Damschen befragte Einen, der die Geschichte um das Kreuz kennen muss: den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Michael Neubauer.

Herr Neubauer, wer stand damals hinter der Idee und schließlich der Realisierung, bis dass das Kreuz über Eiringhausen errichtet wurde?

Es waren viele, die daran mithalfen. Ideengeber war Andreas Grund, ein Mitglied der Katholischen Kirchengemeinde Eiringhausen. Er sprach über seine Vorstellung mit dem damaligen Pfarrer von St. Johann Baptist, Arnold Nentwig, der die Idee gerne aufgriff. Da das Kreuz das Symbol des christlichen Glaubens ist, wurde auch die Evangelische Kirchengemeinde mit eingebunden. Durch eine gemeinsame Spendenaktion sollte der erforderliche Betrag gesammelt werden. Das damalige Presbyterium ging von einer längeren Planung aus, wurde aber von den Ereignissen überrollt.

Das Kreuz in Eiringhausen ist das größte Stahlkreuz in Deutschland.

Weshalb?

Am 1. Dezember waren bereits rund 26.000 Mark auf dem Spendenkonto der Katholischen Kirchengemeinde. Die Evangelische Kirchengemeinde signalisierte lediglich die Spendenbereitschaft einiger Anrufer. Bis zur Einweihung des Kreuzes waren auf jeden Fall 47.000 Mark schon zusammengekommen.

Können Sie sich noch an den Einweihungstag erinnern?

Ja sicher. Es war der 31. Dezember 1999, also Silvester. Das nächste Millennium stand vor der Tür und wir Christen setzten mit dem Kreuz für unseren Glauben ein gemeinsames Zeichen. Der Männerchor Eiringhausen sang „O Herr, welch ein Morgen“. Pfarrer Nentwig begrüßte die rund 200 zur Einweihung des Kreuzes gekommenen Gäste aus den Gemeinden, der Stadtverwaltung und dem Rat der Stadt Plettenberg. Pfarrer Brühl hielt die Predigt. Ich habe von dem Tag noch einen Zeitungsbericht: „Pfarrer Nentwig sah in dem Kreuz das Symbol für Verliebte, in diesem Fall Verliebte in Christus, die als Plettenberger gemeinsam ein Zeichen der Ökumene und des Glaubens gesetzt hätten. Pfarrer Uwe Brühl von der Evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausens, der die Predigt hielt, erinnerte an das Kreuz, das damals als Hinrichtungsmethode diente und an dem auch Jesus als unschuldiges Opfer für uns starb. Das Kreuz sei heute das Zeichen des Weges der Solidarität und Hoffnung, zu dem sich die Christen bekennen.“

Michael Neubauer zeigt auf das Kreuz hoch über Eiringhausen.

Was bedeutet für die Gemeinde das Kreuz auf dem Johanniberg?

 Von unserem Friedhof in Eiringhausen führt ein Kreuzweg, den mein Nachbar Gerd Schmidt und ich in den Jahren 2001 und 2002 angelegt hatten, zum Kreuz empor. Mich freut es besonders, dass die 14 Stationen des Kreuzweges seither immer noch unbeschädigt die Zeit überstanden haben. Der Kreuzweg wird mehrmals im Jahr gegangen und endet in einer Messe am Kreuz, an einem schönen Punkt Eiringhausens, von dem man einen herrlichen Ausblick auf Plettenberg hat. Übrigens ist das Kreuz auch sehr bequem vom Eiringhauser Schießstand aus zu erreichen. Wir sind dem Schützenverein sehr dankbar, dass wir damals beim Aufstellen des Kreuzes diesen Weg für den Kran, die Hebebühne und die Betonmisch-Lkw nutzen durften.

Was bedeutet das Kreuz für Sie persönlich?

Es ist für mich nicht nur Mahnung an und Zeichen für unseren Glauben, sondern auch gleichzeitig die stete Erinnerung an die damals gerade stattgefundene Wiedervereinigung. Ich selbst war mit meiner Firma in Ostdeutschland tätig und habe auch das Kreuz in meinem Betrieb bauen lassen. Statisch machte uns der Bau des Kreuzes keine Probleme, weil wir genügend Erfahrungen durch die Konstruktionen und den Bau von Autobahnschilderbrücken hatten. Es war aber trotzdem eine aufregende Zeit, weil die Baugenehmigung ziemlich lange dauerte. Weil wir von unserer Planung überzeugt waren, hatten wir schon mal auf Verdacht mit den Vorbereitungen zum Aufbau des Kreuzes begonnen.

Wird das 20-jährige Jubiläum in diesem Jahr gefeiert?

Wie vor 20 Jahren wird an Silvester um 10 Uhr am Kreuz eine ökumenische Feier stattfinden, zu der alle recht herzlich eingeladen sind.

Viele Arbeitsschritte waren notwendig, ehe Pfarrer Brühl und Pfarrer Nentwig erstmals an Silvester 1999 einen ökumenischen Gottesdienst am Kreuz feiern konnten.

Das größte Stahlkreuz Deutschlands

Das Kreuz steht auf Grund der Katholischen Kirchengemeinde Eiringhausen und wurde in vier Einzelteilen angeliefert, vor Ort montiert und ist das größte Stahlkreuz in Deutschland.

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