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Initiative veranstaltet Sommerfest für ukrainische Flüchtlinge

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Von: Volker Halbhuber

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Kinder kamen mit ihren Eltern zum Familienfest, das die Initiative Bus-Brücke am Samstag auf dem Prange-Gelände in Eiringhausen organisiert hatte.
Kinder kamen mit ihren Eltern zum Familienfest, das die Initiative Bus-Brücke am Samstag auf dem Prange-Gelände in Eiringhausen organisiert hatte. © Halbhuber

Spiele, Spaß und Gemeinschaft hatten die Flüchtlinge aus der Ukraine beim Familienfest der Initiative Bus-Brücke, bei der es sich um eine privatgegründete Organisation eines Freundeskreises der Prange Akzente e.V. handelt.

Plettenberg – Hüpfburg, Gruppenspiele, Staffeln und Kicker sorgten bei Kindern und Eltern auf dem Prange-Gelände in Eiringhausen für Kurzweil und Ablenkung, um ein wenig von den Gedanken an die im Krieg befindliche Heimat und zurückgebliebenen Familien abzulenken.

Über 200 Flüchtlinge, meist Frauen und Kinder, holte die Bus-Brücke bisher aus der Ukraine nach Plettenberg. Ralf Althoff, Kathrina Wernecke und ihr Team kümmern sich aber nicht nur darum, die Flüchtlinge aus der Ukraine zu holen. „Die Flüchtlinge nach Deutschland zu holen ist das eine, doch hier angekommen müssen die Familien weiter betreut werden“, so Wernecke. Die Arbeiten fingen daher weit vor der ersten „Bus-Brücke“ nach Plettenberg an. „Wir holen nur so viele Flüchtlinge, wie wir auch Unterkünfte zur Verfügung haben“, so Wernecke. Aber danach geht es weiter. Unterstützung bei Behördengängen, Wohnungssuche, Schulen und Kitas finden für die Kinder und nicht zuletzt das Erlernen der deutschen Sprache, damit man hoffentlich auch eine Arbeitsstelle findet.

In Zusammenarbeit mit der Diakonie hat man eine Verbindung geschaffen, die mehr als selten ist: Menschen, die selbst einmal aus ihrer Heimat flüchten mussten und in Deutschland eine Heimat gefunden haben, bringen den ukrainischen Flüchtlingen die deutsche Sprache bei (wir berichteten).

Anfang März holte die Initiative Bus-Brücke die ersten 68 Flüchtlinge mit zwei Bussen nach Plettenberg. „Das war schon etwas Besonderes, denn es musste bei den Frauen und Kindern auch ein gewisses Vertrauen aufgebaut werden. Es ist ja nicht normal, bei fremden Menschen in den Bus zu steigen, ohne zu wissen, wo genau geht es hin und was passiert dort. Manche Menschen waren aber so verzweifelt, dass sie nur noch raus wollten, egal wohin“, so Ralf Althoff.

Nicht alle wollen zurück in die Heimat

Mittlerweile leben rund 70 Prozent der Flüchtlinge eigenständig und haben teilweise auch schon eine Arbeitsstelle gefunden. „Ohne Schule keine Arbeit, aber ohne Deutschkenntnisse auch nicht“: Dies macht es den Flüchtlingen in ihrem vorübergehenden Zuhause nicht einfach. „Sicherlich werden viele auch wieder in die Heimat zurückkehren. Teilweise rufen die Arbeitgeber der Frauen aus der Ukraine an und sagen, dass man sie dort brauche und sie schnell zurückkehren sollen“, so Wernecke. Aber die Familien fühlten sich hier sicher und wollten zunächst hierbleiben. „Einige wollen aber auch gar nicht mehr zurück“, so Althoff.

Beim Familienfest auf dem Prange-Gelände konnten diese Sorgen aber für ein paar Stunden zur Seite gelegt werden.

Wer noch Räume oder Wohnungen frei hat und Flüchtlinge aufnehmen kann und möchte, kann sich bei der Bus-Brücke oder der Prange Akzente e.V. melden.

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