Sinkende Auftragszahlen für Testzentren

Impfung machts möglich: Immer weniger Corona-Tests

Wenn ab dem 11. Oktober die Corona-Tests von den Bürgern bezahlt werden müssen, hofft man im Testzentrum Böddinghausen (Foto) möglichst auf Kartenzahlung. Im Testzentrum Stadtmitte wäre Bares lieber gesehen.
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Wenn ab dem 11. Oktober die Corona-Tests von den Bürgern bezahlt werden müssen, hofft man im Testzentrum Böddinghausen (Foto) möglichst auf Kartenzahlung. Im Testzentrum Stadtmitte wäre Bares lieber gesehen.

Die Corona-Pandemie ist noch in vollem Gange, die Zahl der Neu-Infektionen sinkt jedoch bereits seit einiger Zeit im heimischen Bereich. Immer mehr Menschen lassen sich impfen. Einen negativen Corona-Test brauchen nur noch wenige Menschen.

Plettenberg – Aus diesem Grund stellt sich die Frage, wie sehr die Testzentren in Plettenberg überhaupt noch genutzt werden und wie sie sich auf den kostenpflichtigen Bürgertest ab Mitte Oktober einstellen.

Weniger Tests beim DRK

Beim Corona-Schnelltestzentrum des Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes Plettenberg (DRK) sei ein starker Rückgang der Testwilligen zu spüren. „Viele Menschen sind geimpft und brauchen deshalb keinen Test mehr“, sagt Peter Krieger, erster Vorsitzender des DRK Plettenberg.

Eine ähnlich verhaltene Resonanz meldet das Corona-Schnelltestzentrum Böddinghausen auf dem Parkplatz des Aquamagis. Während im Mai und Juni noch bis zu 500 Tests pro Tag durchgeführt worden seien, fänden nun nur noch circa 100 Testungen täglich statt. An manchen Tagen liege die Zahl sogar nur noch im zweistelligen Bereich.

Für diejenigen, die sich weiter testen lassen wollen oder müssen, bestehe laut Peter Krieger derzeit kein Grund zur Sorge, dass das Testzentrum schließe. „Auch wenn sich weniger Menschen testen lassen, machen wir am DRK-Schnelltestzentrum zu den gewohnten Öffnungszeiten weiter“, betont Krieger. Gleiches gilt auch für die anderen Testzentren. Auch hier sehen die Verantwortlichen keinen Grund für eine Schließung.

Und das, obwohl beispielsweise auch im Corona-Testzentrum im Industriegebiet Köbbinghausen ein Rückgang zu spüren sei. Dennoch sind die Verantwortlichen Eicke Pieper und Jan Reitemeyer mit der Resonanz zufrieden. „Pro Tag werden immer noch 250 bis 350 Tests durchgeführt“, sagt Pieper auf Nachfrage der Redaktion.

Stadtmitte: Rückgang der Tests sei gering

Beim Corona-Testzentrum in der Stadtmitte sei dagegen nur ein minimaler Rückgang zu spüren. Im August habe das Team in der Stadtmitte über 5 200 Testungen durchgeführt. Im September seienmehr als 3 400 Schnelltests durchgeführt worden.

Der wichtigste Bestandteil sei laut Geschäftsführer Andreas Saladdino jedoch der PCR-Test. Bis zum 15. September seien in der Stadtmitte 165 PCR-Tests durchgeführt worden. Diese hohe Zahl sei auf die Sommerferien und geplante Urlaube zurückzuführen.

Wie können die Tests bezahlt werden?

Ab dem 11. Oktober dürfte sich in den Testzentren bundesweit einiges verändern. Denn ab dann müssen Bürger den Test selber zahlen. Wie genau das alles ablaufen wird, wissen die Verantwortlichen der Testzentren noch nicht. Beim DRK Plettenberg sei beispielsweise einiges noch ungeklärt: „Es gibt noch viele offene Fragen, wie zum Beispiel die Frage, wer weiterhin einen kostenlosen Test erhalten kann und wie die Bürger den Test künftig bezahlen können“, erklärt Krieger. Derzeit werde an diesem Standort daran gearbeitet, dass Bürger den Test per Karte bezahlen können.

Etwas weiter sei hierbei schon das Testzentrum in Köbbinghausen. Hier soll es mehrere Möglichkeiten geben, den Test zu bezahlen: per EC, online und direkt vor Ort in Bar. Eicke Pieper: „Wir möchten es den Menschen so angenehm wie möglich machen.“

Im Testzentrum Böddinghausen würden für das Bezahlen der Tests Kartenlesegeräte angeschafft, denn Bargeld möchten die Zuständigen vermeiden. Aufgebrochene Hütten, wie in der Vergangenheit, sollen sich nicht wiederholen. Durch die EC-Zahlung soll den Dieben keinen Grund für einen Einbruch geboten werden.

„Bar wäre uns am liebsten“

Wenn es nach Geschäftsführer Saladdino vom Testzentrum Stadtmitte geht, würde er keine Kartenzahlung anbieten: „Kartenzahlung bedeutet einen hohen bürokratischen Aufwand und zusätzliche Gebühren. Uns wäre eine Barzahlung deshalb am Liebsten.“ Doch ob Bürger den Test ab dem 11. Oktober dann auch wirklich so bezahlen können, sei noch nicht endgültig geklärt. Schließlich warteten noch alle Testzentren auf eine Rückmeldung vom Gesundheitsministerium.

Wie teuer ein Schnelltest sein wird, steht laut Bundesgesundheitsministerium auch noch nicht genau fest. „Wir wollen auf jeden Fall denselben Preis wie die KVWL anbieten“, betont Pieper vom Testzentrum in Köbbinghausen.

Die Meinung der Bürger zu den kostenpflichtigen Tests gehe derweil weit auseinander. „Manche sind der Meinung, dass, wenn sie Geld zum Feiern haben, auch Geld für einen Test haben. Geimpfte machen die Tests eher aus Vorsicht und wollen diese dann in der Regel nicht mehr wahrnehmen“, erklärt Saladdino die gespaltene Meinung der Bürger, die in das Testzentrum Stadtmitte gekommen sind.

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