1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Impfung in der Pflege: Noch nicht alle Mitarbeiter scheinen überzeugt

Erstellt:

Von: Johannes Opfermann

Kommentare

Impfpflicht in der Pflege: In den Plettenberger Einrichtungen gibt es noch vereinzelt Mitarbeiter, die sich nicht gegen Corona haben impfen lassen. (Symbolbild)
Impfpflicht in der Pflege: In den Plettenberger Einrichtungen gibt es noch vereinzelt Mitarbeiter, die sich nicht gegen Corona haben impfen lassen. (Symbolbild) © Sina Schuldt/dpa

Nun ist sie da, die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Von den wenigen Mitarbeitern in den Plettenberger Senioreneinrichtungen, die bislang noch nicht geimpft waren, haben dies die meisten inzwischen nachgeholt, doch nicht alle. Mit Sorge blicken die Einrichtungen hingegen auf den Wegfall der meisten Corona-Beschränkungen, äußern aber auch Verständnis.

Radprax-Seniorenzentrum

Plettenberg – Im Radprax-Seniorenzentrum hat sich gegenüber dem Stand, den das ST vor einem Monat dort erfragt hatte, nichts verändert. „Zwei Mitarbeiter sind nach wie vor ungeimpft“, sagt Einrichtungsleiter Marian Knoche. „Ab dem 15. März müssen wir sie dann beim Gesundheitsamt melden.“ Die betreffenden Mitarbeiter bekämen dann noch einmal bis Mitte Juni Zeit, sich Gedanken zum Thema Impfen zu machen und diese gegebenenfalls doch noch nachzuholen. „In der Zeit können sie weiter arbeiten, müssen sich aber täglich testen“, erklärt Knoche. Mitte Juni werde das Seniorenzentrum dann erfahren, wie es mit den Mitarbeitern weitergeht, die Entscheidung liege aber beim Gesundheitsamt.

Dass nun viele Einschränkungen wegfallen, obwohl die Infektionszahlen weiterhin hoch sind, löst bei Knoche gemischte Gefühle aus. „Ich bin da zwiegespalten. Ich kann das verstehen, dass Beschränkungen aufgehoben werden, aber im Gesundheitsbereich lasse ich doch lieber mehr Sorge walten.“

Glücklicherweise beobachte man nur noch wenige Infektionsfälle bei Bewohnern, und dann auch tendenziell eher bei Leuten, die von außerhalb zur Kurzzeitpflege in die Einrichtung kommen. „Wir haben aber keine gravierenden Fälle und kein Ausbruchsgeschehen, weil die Hygienemaßnahmen weiterhin greifen“, sagt Knoche. Der Aufwand durch die wenigen auftretenden Fälle sei zu schaffen, auch alle Dienste könnten abgedeckt werden. Vor diesem Hintergrund sagt Knoche: „Ich denke, dass die Öffnungen ein vertretbares Risiko sind.“

Matthias-Claudius-Haus

„Ein paar haben sich nach einer Beratung durch ihren Hausarzt noch mit einem anderen Impfstoff, Novavax, impfen lassen“, sagt Melanie Aderhold, Einrichtungsleitung im Matthias-Claudius-Haus. Damit seien so gut wie alle Mitarbeiter geimpft, von ein oder zwei warte man noch auf eine Rückmeldung. Der weitere Ablauf sei allerdings noch nicht ganz klar. Das MCH werde seinen Meldepflichten direkt nachkommen am 15. oder 16. März, sobald klar sei, wie der Impfstatus ans Gesundheitsamt gemeldet werden soll und von welchen Mitarbeitern man diesen mitteilen müsse. Da das Meldeverfahren aber auch noch bis Ende März erweitert worden sei, bleibt den wenigen Mitarbeitern, von denen noch eine Rückmeldung fehlte, noch ein wenig Zeit.

Auch Melanie Aderhold betrachtet den Wegfall vieler Corona-Beschränkungen mit Sorge, vor allem wegen der nach wie vor vielen Infektionen. „Die Inzidenzen sind so hoch wie nie, deswegen ist das mit Vorsicht zu genießen“, gibt sie zu bedenken. Besuche seien nach wie vor mit einem hohen Risiko für die Bewohner behaftet. Trotzdem habe sie auch Verständnis dafür, dass die Menschen wieder mehr Freiheit möchten.

Von der Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen zeigt sich Aderhold überzeugt: „Die Schutzmaßnahmen, die wir strikt umgesetzt haben, haben für den entsprechenden Erfolg in der Einrichtung gesorgt: Wir sind so sehr gut durch die Corona-Zeit gekommen.“ Was bei all den Lockerungen nun auch tatsächlich für Senioreneinrichtungen vorgesehen sei, müsse man erst sehen. Man warte deswegen auf die entsprechende Verordnung.

Altenzentrum St. Josef

Ein paar Nachzügler gab es zuletzt auch noch im Altenzentrum St. Josef. „Sie haben sich noch für eine Impfung entschieden, sodass alle Pflegekräfte in der Einrichtung geimpft sind“, erklärt Pflegedienstleitung Corinna Flüs. Zu dem Wegfall der meisten Corona-Beschränkungen sagt sie: „Natürlich bereitet es mir Sorge, weil mit der Öffnung auch die Infektionszahlen steigen werden.“ Was in dieser Situation der bessere Weg, die richtige Lösung sei, könne sie aber auch nicht sagen. „Man kann nicht sagen, das ist richtig und das ist falsch. Die Situation ist einfach so, dass wir mit dem Coronavirus leben müssen. Und wir hoffen auf das Beste.“

Auch interessant

Kommentare