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Impfdruck wächst: Schützenhalle im MK wird zum Wartebereich für zahllose Impfwillige

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Von: Hartmut Damschen

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350 Menschen ließen sich am Freitag im Impfbus an der Schützenhalle gegen das Coronavirus impfen. Die Warteschlange füllte die gesamte Halle. Über den Ausgang im Hintergrund kamen die Impfwilligen in den Impfbus des Märkischen Kreises.
350 Menschen ließen sich am Freitag im Impfbus an der Schützenhalle gegen das Coronavirus impfen. Die Warteschlange füllte die gesamte Halle. Über den Ausgang im Hintergrund kamen die Impfwilligen in den Impfbus des Märkischen Kreises. © Damschen

Großer Andrang herrscht beim Impfbus des Märkischen Kreises, der am Freitag (26. November) wieder Station im Plettenberg machte. Damit die Impfwilligen nicht in der Kälte ausharren mussten, wurde die Schützenhalle als Wartebereich geöffnet.

Plettenberg – Die neuesten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erhöhen den Druck auf bislang ungeimpfte Menschen. Ob 3G am Arbeitsplatz oder 2G im Freizeitbereich: Wer sich nicht impfen lassen möchte, muss täglich Tests vorlegen. Auch dies hat so manchen am Freitag dazu bewogen, das Impf-Angebot des Märkischen Kreises im an der Schützenhalle geparkten Impfbus anzunehmen.

Jennifer Bals ist Studentin an der Universität Münster: „Ich kann nur mit 3G-Nachweis an Präsenz-Lehrveranstaltungen teilnehmen. Ohne Impfung muss ich mich jeweils neu testen lassen, was ziemlich umständlich ist.“ Stefan Lauterbach hingegen steht bereits im Arbeitsleben. Doch auch er muss fortan einen 3G-Nachweis liefern. „Auch an meinem Arbeitsplatz gilt die 3G-Regelung. Daher bin ich heute hier und habe meine erste Impfung erhalten“, sagte Lauterbach im Gespräch mit unserer Zeitung.

Es gab aber auch diejenigen unter den an diesem Tag insgesamt 350 Geimpften, die ihren dritten Piks erhalten wollten. So auch Inge und Peter Gawlik: „Wir haben vor sechs Monaten im Lüdenscheider Impfzentrum unsere zweite Impfung erhalten und gerade hier die Booster-Injektion bekommen. Damit haben wir hoffentlich den vollen Impfschutz erreicht.“ Oxana und Eugen Kneip suchten am Freitag in der Schützenhalle dagegen den ersten vollen Impfschutz: „Wir bekommen heute unsere zweite Impfung mit Biontech. Die erste Impfung hatten wir im Impfbus erhalten.“

Bürgermeister und PSG öffnen Schützenhalle

Dass die Impfwilligen dieses Mal nicht in der Kälte und dem Regen vor dem Impfbus verharren mussten, war Bürgermeister Ulrich Schulte und der Plettenberger Schützengesellschaft (PSG) zu verdanken. Als klar war, dass die Wetterprognose für diesen Freitag alles andere als gut sein würde, bat das Stadtoberhaupt den PSG-Vorsitzenden Thomas Knappe darum, die Schützenhalle als Wartebereich nutzen zu dürfen.

Knappe griff die Idee des Bürgermeisters sofort auf und erklärte sich bereit, die Schützenhalle zu öffnen. Die einzige Bedingung: Die Halle muss wieder in sauberem Zustand der PSG übergeben werden. Eine Bedingung, auf die Bürgermeister Schulte gerne einging.

Bereits um 7.30 Uhr standen die ersten Wartenden für ihre Impfung bereit. Die Schlange auf dem Wieden wurde immer länger, bis die Halle geöffnet wurde. Sicherheitskräfte sorgten dafür, dass die Menge auf die maximal mögliche Zahl von 350 zu impfenden Personen begrenzt blieb.

Froh, im Trockenen zu sein, füllten die Menschen die Halle, in der mehrere Wartereihen in Schlangenlinien aufgebaut waren. Sicherheitsdienst und Ordnungsamt waren hilfreich tätig. Die ersten wurden zur Impfung aus der Halle in das Foyer gebeten, wo die persönlichen Daten aufgenommen und die notwendigen Dokumente ausgeteilt wurden. Durch ein schützendes Partyzelt gelangten sie trockenen Fußes in den Impfbus.

Um 9 Uhr verabreichte Dr. Albrecht Kauert die erste Spritze. Er und Dr. John Hakman versorgten in Arbeitsteilung die zu Impfenden. Dr. Hakman füllte den Impfausweis aus, stempelte ab und unterschrieb, während Dr. Kauert mit seinem Team für den notwendigen Piks sorgte. Den letzten davon gab es um 13.50 Uhr. Dann waren die mitgebrachten 350 Biontech- und Johnson & Johnson-Impfdosen aufgebraucht.

Thorsten Spiegel, Leiter des Plettenberger Ordnungsamtes: „Wir sind sehr froh, dass das Impfangebot im Hinblick auf die explodierenden Corona-Inzidenzzahlen so zahlreich angenommen wird. Doch leider muss man feststellen, dass die Zahl der Neugeimpften durch die steigenden Erkrankungszahlen so ziemlich kompensiert wird.“

Doppelte Termine ärgern Hausärzte

Das Impfangebot müsse unbedingt erweitert werden. Dieser Meinung waren auch die Personen, die am Freitag zu spät kamen, und die sich daher nach einer anderen Impfmöglichkeit umsehen müssen. Viele Anmeldungen liefen daher doppelt und dreifach und würden, wenn irgendwo ein früherer Termin sich auftut, nicht abgemeldet. Damit hätten zurzeit die Hausärzte zu kämpfen, die dadurch ein viel höheres Verwaltungsaufkommen zu bewältigen hätten.

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