Angebot zum Stadtfest

Impfbus macht Halt: 222 Plettenberger lassen sich die Spritze geben

Die Schlange reichte vom Impfbus des Märkischen Kreises am Maiplatz einmal um die Ecke bis runter zur Kik-Filiale am Umlauf.
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Die Schlange reichte vom Impfbus des Märkischen Kreises am Maiplatz einmal um die Ecke bis runter zur Kik-Filiale am Umlauf.

So voll war es am Samstag (28. August) nirgends auf der Plettenberger Woche: Vom Maiplatz bis runter zur Kik-Filiale am Umlauf reichte die Schlange für den Impfbus. 222 Impfwillige haben das Angebot des Märkischen Kreises genutzt, das neben Popcorn-Stand und Kinderkarussell aufgebaut war. Die letzte Spritze verabreichte das Team um 19.30 Uhr und damit eineinhalb Stunden nach dem geplanten Ende.

Plettenberg – „Jeder ist drangekommen“, bilanzierte Dirk Kersenbrock vom Märkischen Kreis am Samstagabend. Schon am Nachmittag war klar: „Die Resonanz ist überwältigend.“ Die ersten Plettenberger waren schon deutlich vor dem eigentlichen Start um 14 Uhr an den Maiplatz gekommen. Schnell wurde die Schlange länger und länger. Zeitweise standen um die 100 Personen an, die sich auf Wartezeiten von über zwei Stunden einstellen mussten.

Das Konzept ist damit einmal mehr aufgegangen. Mit dem Impfbus solle das Impfen leichter zugänglich gemacht werden und den Bürgern beispielsweise der Weg zum Impfzentrum nach Iserlohn oder Lüdenscheid erspart bleiben, so Kersenbrock.

Dennoch: „Dass es so gut angenommen wird, hätte ich nicht erwartet“, meinte er mit Blick auf das Wetter. Zwischendurch hatte es immer wieder mal ein bisschen geregnet.

Im Bus ging es bald zu wie am Fließband. Knapp alle eineinhalb Minuten erhielt ein Impfling eine Spritze. In den fünfeinhalb Stunden verimpfte das Team 161 Dosen von Biontech/Pfizer, dazu 61 Dosen des Einmal-Impfstoffs von Johnson & Johnson. Das teilte Kersenbrock am Samstagabend auf Nachfrage mit. Maximal hätte der Impfbus an diesem Tag übrigens 180 Biontech- und 210 J&J-Dosen an Bord gehabt.

Arzt berät

Die Plettenberger mussten einen Anamnesebogen ausfüllen und in die Impfung einwilligen. Dazu bekamen sie einen Bogen mit Antworten auf gängige Fragen. Mit Dr. John Hakman stand ein Arzt als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch die anderen Mitglieder des Teams konnten bei Unklarheiten angesprochen werden.

Möglich waren auch Zweitimpfungen, nicht aber die Verabreichung einer dritten Dose zur Auffrischung, wie sie aktuell in Politik und Medien heiß diskutiert wird. „Drittimpfungen sind noch nicht zugelassen“, sagte Kersenbrock.

Grundsätzlich hat er in den letzten Wochen festgestellt: „Die Impfbereitschaft ist wieder gestiegen.“ Das verwundert nicht. Die Politik macht Druck. Von immer neuen Einschränkungen für Ungeimpfte ist die Rede. Ab Mitte Oktober sollen dazu die Coronatests – die Voraussetzung für viele Aktivitäten – kostenpflichtig werden.

„Bald kommt man sonst nirgendwo mehr rein“, nannte eine Dame den Grund für ihre Impfung. „Das ist fast eine Impfpflicht.“ Ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen („Sonst wird man direkt angegriffen“). Wirklich überzeugt sei sie nicht, habe sich lange bewusst gegen den Piks entschieden. „Überall machen sie Druck“, klagte sie, dass das Impfen auf der Arbeit und in ihrem Bekanntenkreis immer wieder Thema sei. Sie entschied sich letztlich für den Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson.

Lange Wartezeiten

Bald eineinhalb Stunden stand Michaela Wach schon in der Schlange, als wir mit ihr gesprochen haben. „Unter der Woche schaffe ich das nicht“, erzählte sie. Sie wollte sich mit Johnson & Johnson impfen lassen. „Das ist praktischer.“ Damit sei das Thema für sie dann erledigt: Sie bekomme einen Schutz vor Corona und wieder ein Stück Freiheit zurück.

Weit über eine Stunde reihte sich auch Jacqueline Wendorff mit ihrem Sohn Luca in die Reihe der Impfwilligen ein. „Ich nehme Johnson und Johnson“, sagte sie. Der 14-Jährige hatte im Grunde keine Wahl, was den Impfstoff angeht: Bisher ist in Deutschland nur das Vakzin von Biontech/Pfizer für die Altersgruppe 12 bis 17 Jahre freigegeben. Damit muss er sich in einigen Wochen noch ein zweites Mal impfen lassen, um den vollen Schutz zu erhalten.

Andrea Günther war mit einem Familienmitglied vor Ort – als Unterstützung für die lange Wartezeit, wie sie erzählte. Sie selbst sei schon doppelt geimpft. „Ich finde es super, dass das hier angeboten wird“, lobte sie den Impfbus.

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