Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

Entscheidung ist gefallen: Kirche St. Bonifatius wird nun doch zum Kindergarten

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Plettenberg -  Die Holthauser Kindergartenkinder werden ab dem 10. August vorübergehend in der Bonifatiuskirche im Oestertal betreut. Diese Entscheidung haben Politik und Stadtverwaltung am Donnerstagabend in einer interfraktionellen Sondersitzung getroffen.

Eine Lösung war dringend erforderlich, nachdem erst vor wenigen Wochen festgestellt worden ist, dass die Kinder aus Brandschutzgründen und wegen eines Asbest-Verdachts nicht wie geplant ab dem 1. August in die ehemalige Vier-Täler-Schule umziehen können. Mehrfach wurde die Entscheidung vertagt, jetzt gibt es Gewissheit. In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz standen uns die Verwaltungsmitarbeiter Till Hoffmann, Michael Schröder und Bürgermeister Ulrich Schulte am Freitagmittag Rede und Antwort.

Warum ist die Entscheidung nun doch auf die Bonifatiuskirche gefallen?

Nachdem die Martin-Luther-Kirche und die Kita Junior unter anderem wegen zu weniger Räume und aus Brandschutzgründen als Alternativräume ausgeschieden sind, blieb als Option nur noch ein Containerdorf in Holthausen. Tatsächlich konnte die Stadt kurzfristig einen Containerlieferanten finden, doch das Problem war die fehlende ebene Fläche für ein Containerdorf. Laut Bürgermeister Schulte kam hier nur die Kleinspielfeld-Anlage in direkter Nachbarschaft zur Vier-Täler-Schule in Frage. Die Variante schien in Absprache mit dem Landesjugendamt, der Unfallkasse, der Feuerwehr und der Bezirksregierung zunächst möglich zu sein, doch am Ende scheiterte der Plan entweder an der Nähe des Containerdorfs zur asbestverseuchten Vier-Täler-Schule oder – bei einer anderen Aufstell-Variante – an der fehlenden Aufstellfläche für die Feuerwehr. Trotz der Bedenken der Eltern blieb so aus Sicht der Stadt und Politik nur noch die Bonifatiuskirche als Ausweichort.

Wie soll die Kirche kindergartentauglich hergerichtet werden?

Die Mauern der Kirche bleiben so stehen, wie sie sind, aber das Innere wird völlig verändert, durch mobile Stellwände neu aufgeteilt und mit Mobiliar und Spielzeug kinderfreundlich gestaltet. Um zusätzlichen Platz zu schaffen, werden zudem vor der Kirche drei Containerräume aufgestellt.

Werden die Kinder genug Tageslicht bekommen?

Eine ganze Reihe von Fenstern wird vorübergehend für die Kindergartennutzung ausgetauscht und durch Klarglas-Varianten ersetzt, darunter auch die Kirchenfenster. Zusätzlich wird das Kircheninnere komplett weiß gestrichen. Auch der Boden wird ausgetauscht und durch einen hellen Linoleum-Belag ersetzt.

Wie kann der Schall und damit der Lärmpegel reduziert werden?

Dafür sollen Akustik-Segel sorgen, die den Schall schlucken. Weil sie nicht direkt an der Decke befestigt werden, sondern frei hängen, wird zusätzlich einerseits die Raumhöhe reduziert und andererseits versprechen sich die Stadtplaner davon eine noch bessere Schalldämmung.

Wie wird verhindert, dass die Kinder auf die stark befahrene Oestertalstraße laufen könnten?

Das Außengelände vor der Kirche wird eingezäunt. Es gibt einen zentralen Eingang mit Abholbereich, wobei die Eltern direkt neben der Kirche auf etwa zwölf Parkplätzen ihre Autos abstellen können. Für einen Bus-Shuttle-Service wird eine extra Haltestelle in der Zufahrt des benachbarten Wohnhauses eingerichtet. Auch der Zugang zu den Containern vor der Kirche ist abgegrenzt.

Wie werden die Kinder in der Kirche betreut?

Geplant ist ein halb-offenes Konzept, in dem jede Gruppe ihre Rückzugsmöglichkeit hat. Die U3-Gruppe mit zehn Kindern bezieht den ehemaligen Gemeinderaum mit Toilette, Wickelraum, Küche und Schlafraum, die anderen beiden Gruppen kommen im Kirchenschiff und im dann mit Wänden abgetrennten Chorraum unter. Darüber hinaus wird viel Platz zum Spielen und Toben außen und innen bleiben; der Altarraum zum Beispiel soll als Kreativbereich genutzt werden. Zusätzlich dient einer der Containerräume als Toilette und Waschraum, ein weiterer als Personalraum und der dritte als Ruhe- oder Schlafraum.

So sieht der Plan aus, um das Innere der Bonifatius-Kirche kindergartentauglich zu gestalten: Der jetzige Gemeinderaum, rechts vom Haupteingang, wird zum Gruppenraum für die U3-Kinder. Das Kirchenschiff, auf dem auf einem 16 Zentimeter hohen Podest die Kirchenbänke stehen, wird mit Möbeln zu einem Gruppenraum umfunktioniert, ebenso wird der Chorraum abgetrennt und als weiterer Gruppenraum genutzt. Vor der Kirche sollen zusätzlich drei Containerräume aufgebaut werden.


Wie werden die Gruppen eingeteilt?

Das steht noch nicht endgültig fest. Von den insgesamt 95 Kindern der beiden betroffenen Holthauser Kindergärten verbleibt gut die Hälfte im bestehenden Kindergartengebäude neben der Martin-Luther-Kirche, die andere Hälfte zieht in die Kirche um. „Tendenziell werden die älteren Kinder in Holthausen bleiben und die jüngeren ziehen in die Kirche um“, erklärte Michael Schröder, wobei es Ausnahmen geben werde, zum Beispiel bei Geschwisterkindern.

Wie lange wird die provisorische Unterbringung dauern?

Weil die Messergebnisse der Raumluft aus der Vier-Täler-Schule inzwischen vorliegen und alle fünf Proben keine Asbest-Belastung in der Luft ergaben, ist Bürgermeister Schulte optimistisch, dass sich die Planungen für die Vier-Täler-Schule nicht zusätzlich erheblich verzögern werden. Ein Jahr war zunächst geplant, um die Brandschutzprobleme zu beseitigen, zwei Jahre werde man jedenfalls trotz des Asbest-Fundes nicht benötigen, sagte Schulte.

Wie werden die Eltern informiert?

Die Eltern wurden gestern per Brief von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Um die Gründe vorzutragen und die weiteren Details zu besprechen, sind alle Betroffenen – aufgeteilt in drei Gruppen – für den kommenden Montag, 13. Juli, zu Elternversammlungen in den Ratssaal eingeladen.

Wann soll der Betrieb in St. Bonifatius starten?

Direkt nach den dreiwöchigen Sommerferien der Kindergärten am 10. August.

Klappt der Umbau bis zum 10. August?

Das ist die Hoffnung. „Für die U3-Kinder wird das auf jeden Fall klappen“, sagt Planungsamts-Mitarbeiter Till Hoffmann. Für die anderen Bereiche könne man eine Fertigstellung noch nicht garantieren, auch wenn die Handwerker dank der wochenlangen Vorplanung der Stadt schon in Marsch gesetzt worden sind und auch der Bauhof hilft. Es könne passieren, dass einzelne Bereiche beim Start abgesperrt werden und zum Beispiel an einem Samstag weitergearbeitet wird. Im Notfall werden die Kinder, so wie jetzt, in der Holthauser Turnhalle betreut.

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