Anschließende Lesung

Holocaust-Gedenkstunde zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

+
Unfassbare und menschenverachtende Verbrechen spielten sich im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ab.

Plettenberg - Mit einer Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof und mit einer Lesung im Ratssaal wird in Plettenberg anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz an die Gräuel des Holocaust erinnert.

Erst kürzlich hatte der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge, erklärt, dass Rechtsextreme sich und ihre menschenverachtende Weltanschauung immer offener im ehemaligen Konzentrationslager zur Schau stellen würden. Der Ungeist nationalsozialistischen, antisemitischen und rassistischen Gedankenguts bahnt sich immer mehr seinen Weg in die Gesellschaft. Auch dies sei Grund genug, am Montag, 27. Januar, an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu erinnern.

Im Rahmen der von der Stadt Plettenberger organisierten Veranstaltung wird es um 15 Uhr auf dem jüdischen Friedhof an der Freiligrathstraße eine kurze Ansprache des Bürgermeisters geben. Auch ein Blumenbouquet wird an der Gedenkstele niedergelegt. Gegen 15.30 Uhr geht es vom Friedhof in den Ratssaal des Rathauses. Dort wird Christoph Wehr, Schauspieler, Regisseur, Theaterpädagoge und Leiter von „drama-TISCH“ mit Sprecher Nils Buchholz eine Lesung halten: „Auschwitz und das gesunde Volksempfinden“.

Das Duo zeigt die Verrohung einer überwunden geglaubten Gesellschaft, die sich in sprachlicher Enthemmung, Antisemitismus und Chauvinismus ebenso äußert wie in Opportunismus, Ignoranz oder stillschweigender Duldung. Die deutsche Geschichte, die im Massenmord in den Konzentrationslagern mündete, wird aus der Täter- wie Opferperspektive in dokumentarischen und literarischen Texten beleuchtet, um den gesellschaftlichen Rahmen erkennbar werden zu lassen, der ihren Hintergrund bildete.

„In Zeiten gesellschaftlicher Radikalisierung zeigen sich auch heute wieder Gefahren, die, basierend auf nationalistischem Gedankengut und technischem Fortschritt, Menschlichkeit und soziales Denken überwinden wollen. Wir dürfen das Kollektiv der Opfer nicht loslösen von der Gemeinschaft der Täter“, schreiben Wehr und Buchholz in ihrer Ankündigung.

Nils Buchholz und Christoph Wehr

Nils Buchholz  ist Diplom-Schauspieler, Sprecher und Entertainer. Er arbeitet als freischaffender Schauspieler an verschiedenen deutschen Bühnen, unter anderem bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall oder am Stadttheater Ingolstadt. Derzeit ist er dort als Räuber Hotzenplotz zu erleben. Des Weiteren ist er Mitbegründer und Hauptdarsteller der Kölner Erfolgsproduktion „Longjohn“. Ebenso kennt man seine Stimme aus diversen TV-Produktionen, Dokumentationen und aus der Werbung. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler und Sprecher ist er seit 2008 als Liedermacher und Musikkabarettist „Nisse Barfuss“ deutschlandweit auf Tour.

Christoph Wehr  ist Theatermacher. Er führt praktische und theoretische Ansätze zusammen und arbeitet freiberuflich in verschiedenen Arbeitsfeldern an einem ganzheitlichen gesellschaftspolitischen Verständnis des Theaters. 2013 gründete er in Köln die Initiative „drama-TISCH“, deren zentrales Arbeitsfeld die allgemeinbildende Schule ist. Er spricht, spielt, inszeniert und unterrichtet u.a. in Köln, Bielefeld und Bamberg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare