Zum Internationalen Tag des Glücks

Glück kann man nicht kaufen: Herr Glück hat die Rezepte zum Glücklichsein

Der enge Kontakt zu Familie und Freunden macht Christoph Glück glücklich.
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In den 1980er Jahren kam Familie Glück nach Plettenberg. Gerade der enge Kontakt zu Familie und Freunden macht Christoph Glück (links) glücklich, hier mit seinen Eltern, seiner Schwester und deren Kindern.

Was Glück bedeutet, darauf hat jeder eine eigene Antwort. Für den Plettenberger Christoph Glück sind es gerade die kleinen Dinge im Alltag, die eigene Gesundheit und die Familie, die ihn glücklich machen.

Plettenberg – Sein Name habe ihm durchaus Glück gebracht, sagt der 53-Jährige. „Wenn mich jemand nach meinem Namen fragt und ich sage: Ich heiße Glück wie Glück – dann kommt bei vielen gleich ein kleines Lächeln.“

Er hat sofort eine Geschichte parat. Mitte 1994 war für ihn bei seinem früheren Arbeitgeber Kurzarbeit angesagt. Der halbierte Lohn reichte hinten und vorne nicht, um den Kredit zu bedienen, den Christoph Glück für den Bau des Hauses und den Kauf von Möbeln aufgenommen hatte. „Das Geld kam aufs Konto und war sofort weg.“ Also entschloss er sich, die Firma zu wechseln.

Wenn Herr Glück auf Herrn Pech trifft

Die Firma Alcan in Ohle – heute Novelis – suchte Maschineneinrichter und Glück bewarb sich. „Ich bin zum Vorstellungsgespräch gegangen und hab gesagt: Hallo, ich heiße Christoph Glück. Und der Mann aus der Personalabteilung sagte: Ich heiße Christoph Pech“, erzählt der Plettenberger. „Ich dachte erst, der wollte mich veräppeln, und er dachte wohl dasselbe.“ Geschadet hat es nicht. Glück bekam den Job und ist seit 25 Jahren bei Alcan und später Novelis beschäftigt. Auch jetzt in Coronazeiten ist Glück froh, dass die Firma stabil ist und ohne Kurzarbeit auskommt. „Da kann ich mich wirklich glücklich schätzen.“

Es gibt nicht viele Menschen mit dem Nachnamen Glück in Plettenberg, im Telefonbuch finden sich nur zwei Einträge unter derselben Adresse, nämlich von Christoph Glück (53) und seinem 82-jährigen Vater Johann, die beide im gleichen Haus an der Berliner Straße wohnen. Zum Haushalt gehören auch noch Christoph Glücks Mutter Kristina (77) und seine Frau Beate. Der 30-jährige Sohn Kamil lebt inzwischen in Olpe. In Herscheid wohnt Christoph Glücks Schwester Justina mit ihrer Familie.

1989 in Plettenberg angekommen

Die Wurzeln der Familie liegen in Schlesien, wo auch Christophs älterer Bruder Eugen noch lebt. Vater Johann kam schon 1985 nach Plettenberg, Christoph Glück folgte 1989 mit seiner Mutter und seiner Schwester. Nachdem man zunächst in einer Mietwohnung in der Kersmecke wohnte, ging es dann Mitte der 1990er Jahre an den Hausbau. Damit folgte Christoph Glück auch dem Rat seiner Großeltern, die ihm wie auch seine Eltern viel mitgegeben haben.

„Mein Großvater sagte: Christoph, versuch fleißig zu sein und in jungen Jahren so viele Sachen zu machen, wie du kannst. Versuch ein Haus zu bauen und auch deinen Horizont zu erweitern, solange du jung bist“, berichtet der 53-Jährige. „Und er hat Recht gehabt. Wenn ich heute ein Haus bauen wollte, das wäre schwierig.“ So hat er – mit „Lust, Laune und Kraft“ – noch in jungen Jahren die eigenen vier Wände errichtet.

Glück in Begegnung mit anderen

Die Familie oder überhaupt Menschen um sich herum zu haben, ist für sein persönliches Glück besonders wichtig. „Ich kann mir nicht vorstellen, allein zu leben ohne Kontakt zu anderen Menschen“, sagt Christoph Glück. Die fehlenden Kontakte in der Pandemie sind auch für ihn nicht leicht zu ertragen. Zwar gibt es Möglichkeiten, über den Computer miteinander in Kontakt zu treten. „Aber das ist nicht dasselbe, wie jemandem in die Augen zu schauen.“

Deswegen bezeichnet er seinen Geburtstag, den 12. Mai, auch als seinen glücklichsten Tag. „Weil ich dann von so vielen Menschen Glückwünsche bekomme, ist das mein Glückstag, da freue ich mich immer ganz besonders.“ Aber glückliche Tage habe er eigentlich viele.

„Es sind nicht die großen Sachen – wenn man sich zum Beispiel ein neues Auto kaufen kann –, sondern die Kleinigkeiten, die mich glücklich und dankbar machen.“ Zum Beispiel Familienbesuch. „Wenn meine Schwester mit ihren Kindern Delia und Louis zu Besuch kommen, dann ist das für mich ein glücklicher Tag, auch wenn wir nur ein paar Stunden miteinander verbringen.“

Glück im Glauben finden

Auch seine Gesundheit, dass er mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, aktiv und in Bewegung sein kann, gehören zu den Kleinigkeiten, die Christoph Glück glücklich machen. Für den katholisch erzogenen Glück spielt dabei auch der Glaube eine große Rolle. Wenn jemand nicht religiös sei, habe er damit kein Problem, für ihn selbst würde ein Leben ohne den Glauben an Gott aber eine große Leere bedeuten, sagt Christoph Glück: „Der Glaube gibt mir viel Kraft.“ Und so gehört es auch auf den Reisen fest dazu, vor Ort eine Kirche zu besuchen.

Reisen als Rezept zum Glücklichsein

Durch das Reisen befolgt Christoph Glück auch den Rat seines Großvaters, seinen Horizont zu erweitern. Ob für einen Kurztrip mit Campingwagen und Fahrrädern nach Polen, ein Woche Skifahren in den Alpen oder ein mehrtägiger Segeltörn – Sport und Urlaub gehören für Christoph Glück zum Glücklichsein dazu.

Selbst wenn es nur für ein paar Tage ist, rauszukommen ist für ihn ganz wichtig. „Für mich bedeutet das, die ganzen Sorgen im Alltäglichen zurückzulassen. Ich habe seit 25 Jahren keinen Urlaub zuhause verbracht.“

Wenn Christoph Glück mit seiner Frau zum Beispiel nach Griechenland oder Italien fliegt, wird dort dann ein Segelboot gemietet. Im Januar 2020 – also kurz vor der Corona-Pandemie – ging es in die Karibik. „Wir haben mit einer größeren Gruppe einen Katamaran gemietet und sind zehn Tage umhergesegelt. Das war bis jetzt der beste Segelurlaub“, sagt Glück und schwärmt von den Karibikinseln.

Ob mit dem Fahrrad, der Harley oder auf Skiern: Für Christoph Glück sind vor allem Reisen und Ausflüge das Rezept zum Glücklichsein.

Im Februar 2020 war er sogar noch im Skiurlaub in Österreich im Zillertal. Nur eine Woche nach dem Skiurlaub mit den Kumpels wurden die österreichischen Grenzen wegen des Corona-Ausbruchs in Ischgl gesperrt. Der zweite Ski-Trip mit seiner Frau, den er für ein paar Wochen später geplant hatte, fiel aus. „Da hatten wir Glück im Unglück“, sagt er.

Dass die Freizeitaktivitäten durch Corona stark eingeschränkt sind, ist auch für Christoph Glück ein Verlust. Kein Fitness-Center, kein Aquamagis – da fehlt schon etwas. Aber auch so lässt sich immer noch zu Fuß oder mit dem Rad einiges unternehmen am Wochenende. „Gottseidank haben wir so eine schöne Landschaft im Sauerland.“

Glücksbringer beim Motorradfahren

Ein paar Stunden nach draußen am Sonntag – das ist also auch in Corona-Zeiten möglich. Dass eine Einkehr im Restaurant dabei im Moment ausfällt, sei schon ein bisschen traurig. Es reiche dann eben nur für einen Coffee-To-Go.

Mit dem Motorrad – einer Harley – ist Christoph Glück ebenfalls gerne unterwegs. Da Motorradfahren nicht ganz ungefährlich ist, vertraut er dabei auch auf einen Glücksbringer. „Ich habe einen kleinen Harley-Engel, den mir meine Schwester geschenkt hat. Das ist mein Schutzengel, den trage ich immer bei mir.“

Besonders freut sich Christoph Glück allerdings, dass er nun endlich wieder segeln kann. Der leidenschaftliche Segler hat nämlich auch ein Segelboot an der Sorpe, dass er wegen der Corona-Bestimmungen allerdings lange nicht mehr nutzen konnte. An diesem Wochenende soll es nun wieder möglich sein. „Da bin ich überglücklich, dass ich wieder aufs Wasser und segeln kann.“

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