Reaktion auf Merkel-Vorschlag

Gerücht macht die Runde: Werden Betreuer von Kindern früher geimpft?

Gut gelaunte Gesichter in der Notbetreuung der Martin-Luther-Schule.
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Gut gelaunte Gesichter in der Notbetreuung der Martin-Luther-Schule (v.l.n.r.): Betreuerin Maja Kimmel, Faii Ziagkou, Tyler Siewer, Maya Lena Wrobel und Luisa Hansmann.

Es wird in diesen Tagen viel geredet über Friseure und den verlängerten Lockdown. Derweil büffeln die Kinder per Homeschooling zu Hause oder in den Schulen. Betreut werden sie dort in Plettenberg vom Betreuungsverein.

Plettenberg – Und der sorgt nach den Angaben von Geschäftsführerin Katharina Kreikebaum auch dafür, dass Schüler, die Zuhause nicht betreut werden können, in der schulischen Betreuung am digitalen Unterricht teilnehmen können und auch danach bei Bedarf noch bis 16 Uhr betreut werden.

Doch wie sieht es aus mit der Ansteckungsgefahr in diesem Bereich? Kanzlerin Angela Merkel sieht selbst „eine besondere Schutzpflicht“ für Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte. Diese – und darin eingeschlossen sind auch Betreuungskräfte – sollen bei den Corona-Impfungen in der Priorität aufrücken. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der dies zunächst ablehnte, soll das nun prüfen.

Demnach würde die geltende Impfverordnung geändert und die Berufsgruppe der Lehrer, Erzieher und Betreuer würde in die Kategorie 2 aufsteigen. Laut Kanzlerin Merkel sei es bei diesen Berufen nicht immer möglich, den notwendigen Abstand zu halten. Bisher zählen Lehrer, Kita-Beschäftigte und Betreuer zur Gruppe 3, zu der unter anderem auch die über 60-Jährigen zählen. 

„Wir würden uns eine solche Impfmöglichkeit wünschen. Das Personal ist damit sicherer und wir können unsere Arbeit dann wieder unter normalen Umständen durchführen“, sagt Katharina Kreikebaum und ergänzt: „Es ist auf jeden Fall wünschenswert, dass wir zu einer Normalität zurückfinden.“ Und die Impfung nehme den Mitarbeitern des Betreuungsvereins auch ein Stück weit die Angst, ein Kind anzustecken, sagt Kreikebaum, die hofft, „dass bald eine Entscheidung getroffen wird und alle Betreuer, die wollen, sich auch impfen lassen können.“

Doch auch ohne Impfung werde einiges zum Schutz der Kinder getan, sagt die Geschäftsführerin des vor knapp 20 Jahren gegründeten Betreuungsvereins. So können sich bis zu den Osterferien alle Betreuer noch bis zu sechs Mal kostenfrei und ohne Anlass testen lassen. Dies geltet nicht nur für Lehrer und Kita-Beschäftige, sondern eben auch für Betreuer.

„Unsere Mitarbeiter des Betreuungsvereins haben sich auch zuletzt schon regelmäßig testen lassen“, betont Kreikebaum. Falls Jens Spahn dem Vorschlag der Kanzlerin folgt und die Hochstufung von Lehrern, Kita-Personal und Betreuern vornimmt, dann wäre diese Gruppe ab April impfberechtigt.

„Ich finde das sinnvoll, weil wir täglich mit den Kindern zu tun haben“, findet auch Ricarda Stipp, die die Notbetreuung an der Martin-Luther-Schule leitet.

Verein zur Betreuung von Kindern der Plettenberger Schulen e.V. 

Der Verein zur Betreuung von Kindern der Plettenberger Schulen beschäftigt über 100 Mitarbeiter/innen an insgesamt zehn Schulstandorten im gesamten Stadtgebiet Plettenberg.

Dazu gehören sechs Betreuungsteams der Offen Ganztagsschule und 8-1 Betreuung an den Grundschulstandorten sowie die vier Teams der Übermittagbetreuung an den weiterführenden Schulen. Geschäftsführerin ist Katharina Kreikebaum, dem Vorstand gehören Kirsten Jütte, Renate Chowanetz und Christoph Wilk an. 

Katharina Kreikebaum beschreibt die Vereinsziele wie folgt: „Uns ist es wichtig, Kindern eine wertvolle Zeit, ihnen informelle Bildung, kreative, sportliche, musische und vielseitige Nachmittagsangebote, eine ausgewogene und gesunde Ernährung und eine liebevolle Betreuung zu schenken.“

Gleichzeitig sehe sich der Plettenberger Betreuungsverein „als Partner der Eltern, denen wir einen freien Kopf für berufliche Themen ermöglichen und bestmögliche Unterstützung bei Bildung, Erziehung und Betreuung liefern wollen.“ 

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