Geringes Interesse an Fragerunde mit den Parteien/Wählergemeinschaft im Plettenberger Jugendzentrum

Die Plettenberger Jugend zeigt nicht viel Interesse an der Kommunalpolitik

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Nur acht Jugendliche waren zur Fragerunde im Jugendzentrum erschienen. Die heimischen Politiker, vorne links im Bild Martina Reinhold (SPD) sahen sich vor allem mit Fragen zum Klimaschutz konfrontiert.

Plettenberg – Der Klimaschutz steht ganz oben – und recht einsam – auf der Liste der politischen Themen, die bei Jugendlichen von Interesse sind. Diesen Eindruck bekam man jedenfalls am Dienstag im Jugendzentrum (Juz). Fragen an die heimischen Parteien gab es wenige.

Ist es Politikverdruss? Geringes Interesse an kommunaler Politik? Lediglich acht Jugendliche waren zur Fragerunde mit den zur Kommunalwahl antretenden Parteien und Bürgermeister-Kandidaten erschienen. Doch diese zeigten ein besonders großes Interesse an den Plänen der Parteien und der Wählergemeinschaft PWG – insbesondere was den Klimaschutz angeht.

Nachdem sich die Parteien alle vorgestellt hatten, wollte ein Teilnehmer wissen: „Bis wann soll Plettenberg klimaneutral sein?“ Auf eine Antwort musste er nicht lange warten: „So schnell wie möglich“, schoss es dem Grünen Jan Wölkerling aus dem Mund, mit 23 der Jüngste in der Runde der Kommunalpolitiker. Um das Ziel zu erreichen, sei Plettenberg auf Fördermittel angewiesen. Deshalb gelte: So viele Fördertöpfe anzapfen, wie möglich.

„Fördertöpfe angreifen“, lautete auch die Devise von Martina Reinhold von der SPD. Das Ziel sei sicher mehrheitsfähig, schätzte FDP-Vorsitzender Michael Schulte ein. Peter Krieger von der CDU bezeichnete das Klimaschutzkonzept als möglichen Fahrplan, das wegen Corona-Verzögerungen allerdings noch nicht fertig ist. Der CDU sei wichtig, die Thematik ganzheitlich zu betrachten. Es sei nur ein gemeinsamer Weg mit der Wirtschaft möglich. PWG-Vorsitzender Andreas Patry warnte vor „wildem Aktionismus“ und rief auf, mit Augenmaß an nachhaltigen Maßnahmen zu arbeiten.

Nach der ersten Frage kam lange nichts. Die Teilnehmer hielten sich zur Verwunderung von Moderator Michael Schröder vom Sachgebiet Allgemeiner Sozialer Dienst mit weiteren Fragen oder Wünschen zurück.

Schließlich die zweite Frage, wieder in Verbindung mit Klimaschutz: Wie viel Anteil am Verkehr das Fahrrad in zwei Jahren in Plettenberg haben könnte, wollte einer wissen. „So viele wie möchten“, erklärte Bürgermeister Schulte, der deutlich machte, niemandem sein Fortbewegungsmittel vorschreiben zu wollen.

Um das Radfahren attraktiver zu machen, müssten entsprechende Voraussetzungen wie bessere Radwege geschaffen werden, so Martina Reinhold. Auch die Akzeptanz von Autofahrern müsste steigen. In der Innenstadt könne Akzeptanz geschaffen werden, wenn Fahrradfahrer verantwortungsbewusster gegenüber Fußgängern seien, sagte Andreas Patry.

Im Anschluss hatten sich noch die beiden Bürgermeisterkandidaten Ulrich Schulte (parteilos) und Patrick Hansmann (CDU) vorgestellt (siehe Text unten).

Wie es war? „Ganz gut“, resümierte eine Teilnehmerin. Am Ende zeigten die anwesenden Jugendlichen noch einmal großes Interesse an der Kommunalpolitik: Sie nutzten die Möglichkeit, nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung mit den einzelnen Politikern ins Gespräch zu kommen.

Vorstellung der Parteien

Die Grünen  (Jan Wölkerling und Katja Orlowski) wollen als junger neuer Ortsverband grüne Akzente in der Politik setzen. Auch der CDU  sei die Mobilität mit dem Rad ein wichtiges Thema. Zudem habe Corona gezeigt: „Wir müssen digitaler werden“, so Peter Krieger, der die Partei zusammen mit Adrian Viteritti vorstellte, auch mit Blick auf die Schulen. FDP-Vorsitzender Michael Schulte erklärte „vielleicht ein wenig provokant“: „Ich will, dass ihr euch selbst vertretet.“ Die Jugendlichen wüssten schließlich am besten, wie ihre Sorgen und Probleme aussehen. Auch die SPD  „als älteste Partei Deutschlands“ wolle mehr für die Umwelt tun, erklärte Martina Reinhold. Ausschließlich in Plettenberg unterwegs ist die PWG, wie Vorsitzender Andreas Patry die Wählergemeinschaft vorstellte. „Wir wollen ein liebens- und lebenswertes Plettenberg“, formulierte er. Mit Blick auf politische Entscheidungen, die sich über Monate, wenn nicht Jahre ziehen, richtete er an die Jugendlichen: „Ihr dürft nicht die Puste verlieren“. Als Beispiel, dass auf die Stimmen der Jugendlichen gehört würde, wurde im Laufe der Veranstaltung der Bus zum Eschen genannt, der nun zu besseren Zeiten fährt. Beschlossene Sache sei inzwischen auch, in der Innenstadt Mülleimer mit Sammeleinrichtungen für Pfandflaschen zu installieren. Wann diese aufgestellt werden sollen, konnte Bürgermeister Ulrich Schulte allerdings ad hoc nicht sagen.

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