Neues Zuhause für Feuerwehr in Ohle

Gerätehaus zu einem stolzen Preis: Neubau soll vier Millionen Euro kosten 

Ein neues Feuerwehr-Gerätehaus könnte auf einem Teil des Ohler Bolzplatzes entstehen.
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Ein neues Feuerwehr-Gerätehaus könnte auf einem Teil des Ohler Bolzplatzes entstehen.

Die Pläne für das neue Feuerwehrgerätehaus in Ohle erhielten wie bereits im Bau- und Liegenschaftsausschuss nun auch im Rat grünes Licht.

Plettenberg – Einstimmig - bei zwei Enthaltungen der Ratsmitglieder der Grünen - votierte der Rat der Stadt Plettenberg am Dienstagabend (14. September) einstimmig für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Neubau auf dem Sportplatz in der Dorfmitte. Damit folgte der Rat der Empfehlung des Bau- und Liegenschaftsausschusses, der am vergangenen Donnerstag (9. September) ebenfalls einstimmig - eine Enthaltung - für die Pläne gestimmt hatte. Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, hatte die Planungen im Ausschuss vorgestellt, die im Detail aber sicherlich noch vertieft würden.

Vier Millionen Euro

Das neue Gerätehaus soll 4,04 Millionen Euro kosten. „Das ist ein stolzer Preis“, so Jülich, dieser sei aber realistisch kalkuliert. Dafür möchte die Stadt die maximale Fördersumme von 250 000 Euro aus dem Förderprogramm Dorferneuerung des Landes NRW 2022, genauer aus dem Sonderaufruf „Feuerwehrgerätehäuser in Dörfern 2022“, beantragen. Wegen der Höhe der Fördersumme war die Zustimmung des Rats in seiner Sitzung am 14. September notwendig.

Im Vorfeld waren noch die Alternativstandorte Am Friedhahn und an der B236 am Ortsausgang Richtung Werdohl geprüft worden, bei denen sich die Einhaltung der Hilfsfrist gegenüber dem Standort in der Ortsmitte allerdings verschlechtere.

Ein Standort dort führe für die Feuerwehr zu guten Ausrückezeiten, unterstich Jülich die einsatztaktischen Vorteile des Baus auf dem Sportplatz nahe der Lenne, der jedoch nicht vollständig für das Gerätehaus benötigt werde. „Die Fläche soll auch weiter für das Dorf genutzt werden“, erklärt Jülich. Es sei möglich, dort noch ein Kleinsportfeld anzulegen.

Solaranlage möglich

Das neue Feuerwehrgerätehaus hat eine Grundfläche von 710 Quadratmetern und eine Höhe von 7 Metern. Die auf dem Grundstück des Sportplatzes in Anspruch genommene Fläche beträgt etwa 2900 m² für das Haus, den Alarmhof, Zu- und Abfahrten sowie Stellplätze für die Feuerwehrleute.

Das neue Gerätehaus soll fünf Stellplätze für Großfahrzeuge erhalten, wobei die Fahrzeughalle noch etwas breiter konzipiert ist, sodass auch ein Hochregallager zur Lagerung von Einsatzmaterial dort Platz findet. Neben Sanitär- und Umkleideräumen – jeweils für Männer und Frauen – sind im Erdgeschoss auch noch Werkstatt und Lagerräume untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich kleine und große Schulungsräume, im Außenbereich ist auch eine Freifläche für die Kameradschaftspflege eingeplant. Auf dem Flachdach des neuen Feuerwehrgerätehauses sei es zudem möglich, eine Solaranlage zu installieren.

Dirk Thomée (CDU) wollte wissen, wie zukunftsfähig die Planungen seien: „Befinden wir uns mit der Raumplanung an der unteren Grenze oder hält es Änderungen in den Arbeitsschutzbestimmungen in fünf oder zehn Jahren stand? Können wir es wenn erforderlich erweitern?“

Dieser Vorentwurf zeigt eine Ansicht auf die Garagentore und die Rückseite des Feuerwehrgerätehauses. Die Fahrzeughalle soll fünf Großfahrzeugen Platz bieten.

Die Stellplätze für die Fahrzeuge – 12,50 mal 4,50 Meter – entsprächen den heutigen Vorgaben, ebenso wie der Raum, der pro Person vorgehalten werden müsse. „Es ist auskömmlich, aber nicht bereits jetzt schon zu klein“, betonte Jülich. „Die Planung berücksichtigt 45 Personen in der Löschgruppe, das ist im Moment aber noch nicht erreicht.“ Das Gelände gebe eine Erweiterung her, bei Bedarf sei ein Anbau der Fahrzeughalle oder der Sozialräume möglich.

Wie es mit dem alten Feuerwehrgerätehaus weitergeht – auch danach fragte Thomée – konnte Jülich noch nicht sagen. Das Gebäude sei nicht als denkmalwürdig eingestuft worden, ein Abriss aber wohl nicht vorgesehen. Die Stadt könne sich einen Verkauf vorstellen.

Ausfahrt über Radweg

Damit es nicht wie in der Vergangenheit dazu kommt, dass die Feuerwehrleute – wegen gleichzeitiger Veranstaltungen im Restaurant Zur Post – keinen Parkplatz am Gerätehaus finden, soll die Alarmeinfahrt zum Gelände des neuen Gerätehauses eine Schranke erhalten, die im Falle eines Einsatzes geöffnet wird, damit die Wehrleute einfahren können.

Die Alarmausfahrt soll über den Radweg auf die Friedrich-Mayweg-Straße erfolgen. Dazu müsste der Radweg laut Jülich noch ertüchtigt werden.

Auf die Frage von Grünen-Vertreterin Katharina Rittinghaus, wie die Alarmausfahrt über den Radweg sicher geregelt werden solle, erklärte Jülich, dass eine Warnampel sowie gegenüber der Ausfahrt ein Spiegel aufgestellt werden sollten. Wehrleiter Markus Bauckhage berichtete, dass man diese Route für die Alarmausfahrt schon einmal ausprobiert habe: „Es wäre gefährdungsfreier als die Ausfahrt, die wir jetzt haben.“

Hochwasserschutz

Nachfragen gab es auch zum Standort in einem Überschwemmungsgebiet. Dieser schließe laut Jülich einen Bau nicht grundsätzlich aus. Es sollen allerdings Hochwasserschutzmaßnahmen getroffen werden.

So soll das Gebäude 30 bis 50 Zentimeter höher gestellt werden; außerdem soll es relativ wenige Öffnungen nach außen bieten. Zudem soll es in einer sogenannten wasserdichten Wanne errichtet werden. Das bedeutet, dass neben der wasserdichten Bodenplatte aus Beton auch der untere Teil der Außenwände aus Stahlbeton besteht. Die Fuge zwischen Wand und Bodenplatte wird ebenfalls wasserdicht ausgeführt. Bei einem Hochwasser können die Öffnungen in der Wanne (Tür und Tore) mit passenden Dichtungselementen abgedichtet werden, sodass von außen kein Wasser in das Gebäude eindringen kann. Statisch wird das Gebäude so gerechnet, dass es auch bei Flutung der Fläche drum herum nicht aufschwimmen kann.

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