Plettenberger sind geteilter Meinung

Feuerwerk - ja oder nein?

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Silvesterfeuerwerk macht nicht nur Tieren Angst.

Plettenberg  - Das Jahr 2019 war gekennzeichnet von Klimaschutzdiskussionen. Feinstaub war nicht nur in der Luft, sondern auch in aller Munde. Kurz vor dem Jahreswechsel kocht die Debatte noch mal richtig hoch. Grund dafür: das Silvesterfeuerwerk. Lassen sich die Plettenberger von der aktuellen Diskussion beeinflussen?

 Laut Umweltbundesamt würden beim Silvesterfeuerwerk mehr als 4 000 Tonnen Feinstaub freigesetzt: „Diese Menge entspricht in etwa 25 Prozent der jährlich durch Holzfeuerungen und circa zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland.“ Am Samstag startete der offizielle Feuerwerksverkauf auch bei uns in Plettenberg. 

Das nahm die Heimatzeitung zum Anlass, sich mal bei der Bevölkerung umzuhören: Wie steht sie zum Feuerwerk? Ist es für sie Umweltverschmutzung, Geldverschwendung oder gehört es zur Brauchtumspflege? Eine Frau kommt mit ihrem Sohn aus einem Geschäft. Im Einkaufswagen: Lebensmittel und ein Paket Feuerwerkskörper. 

In diesem Jahr schränken sie sich das erste Mal ein, erklärt die Frau; Hauptgrund sei die Umweltbelastung. Dabei gehe es nicht nur um den Feinstaub, sondern auch um den Dreck, der später überall herumliege. Ganz aufs Feuerwerk verzichten, wollen sie aber nicht. „Es ist schade, wenn es ganz wegfällt“, sind sich Mutter und Sohn einig. Ähnlich sieht es auch das Vater-Sohn-Gespann Christoph und Moritz Becker. Aus Umwelt- und Geldsicht findet Vater Christoph das Silvesterfeuerwerk „eigentlich nicht gut. Aber ein 12-Jähriger ist traurig, wenn’s nicht knallt.“

 Darum haben sich die beiden bewusst für einen kleinen Einkauf entschieden. „Ein paar bunte Lichter für die Kinder“ gönnt sich Sebastian Hill und seiner Familie. Neben Raketen landeten auch kindgerechtes Kleinstfeuerwerk wie Knallteufel in seinem Einkaufswagen. Von übertriebenen Geldausgaben hält er jedoch nichts: Wenn jemand fast 300 Euro für Feuerwerk ausgebe, sei das maßlos übertrieben, so der Familienvater. Feuerwerk „muss nicht sein“, findet Nina Schröder: man gebe ein Schweinegeld dafür aus, der Müll liege anschließend auf den Straßen und es sei zu laut. Sie ist außerdem der Meinung, es sei gar nicht so schön, wenn man die Raketen selbst abschieße. Ein koordiniertes Feuerwerk hingegen findet sie schön: „Da hat man mehr von.“

 Diese Ansicht teilt die junge Mutter mit Sebastian Zielinski. Er finde es gut, wenn es ein großes Feuerwerk gebe, das beispielsweise von der Stadt initiiert werde. Das erhalte die Stimmung des besonderen Tages, so Sebastian Zielinski. Für Bernd Ortwig ist Feuerwerk „sinnloses Geldverpulvern“, in dem er keinen Sinn sehe. „Das muss alles nicht sein“, findet auch eine weitere Bürgerin. 

Für Feuerwerk habe sie überhaupt nichts übrig, erklärt sie und nennt gleich drei Gründe: Durch den Krach komme es vermehrt zu Gehörschädigungen, die Umwelt werde verschmutzt – durch den Feinstaub und den herumliegenden Müll – und die Finanzen seien anderweitig besser angelegt; beispielsweise in einer Spende für Bedürftige. Sich den Spaß am Böllern nehmen lassen will sich ein junges Paar hingegen nicht. „Einfach ein paar Raketen“ sollen es schon sein. Ein mögliches Feuerwerksverbot aus Umweltschutzgründen halten sie für überzogen: „Man macht sich viele Gedanken

 Manchmal auch zu viele.“ Eine Sache werde herausgepickt und dann darauf herumgeritten. Sinnvoller sei es, bei den großen Dingen anzufangen, wie Schifffahrt und Schweröl. „Alles verbieten geht nicht“, findet auch Alexander Stell, doch er mahnt zur Besonnenheit: „Hauptsache nicht übertreiben.“ Einen Bürger im Raketenrausch haben wir am Samstag nicht getroffen. Viele stehen dem Feuerwerk mit gemischten Gefühlen gegenüber: Schönheit und Faszination, auf der einen Seite, die negativen Begleiterscheinungen auf der anderen Seite. Doch ein Silvester ohne Feuerwerk ist für die meisten Plettenberger kaum vorstellbar: Selbst einige derjenigen, die es für pure Geldverschwendung halten, geben zu, es sich durchaus gerne anzusehen.

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