Gemeinden suchen Konzepte für Gottesdienste

Weihnachten ohne Krippenspiel - wegen Corona

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Weihnachtsgottesdienste werden im Corona-Jahr anders aussehen: Ob beispielsweise Krippenspiele überhaupt möglich sein werden, wie hier im vergangenen Jahr in der Christuskirche, ist noch unklar.

Angesichts sommerlicher Temperaturen erscheint Weihnachten noch sehr weit weg. Doch wie schon zu Ostern werden auch zu Weihnachten die Gottesdienste anders ablaufen als gewohnt.

Plettenberg – Die Kirchengemeinden befinden sich daher schon jetzt mitten in den Planungen für das Weihnachtsfest unter Corona-Bedingungen. Wir haben bei mehreren Gemeinden nachgefragt, wie weit sie sind.

Katholische Kirchengemeinde

Für Pfarrer Patrick Schnell von der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius steht fest: „Weihnachten findet statt, aber es wird in einer anderen Form stattfinden.“ Schnell geht davon aus, dass die jetzigen Bedingungen und Beschränkungen auch bis Dezember so erhalten bleiben. Doch bekanntermaßen sind zu Weihnachten die Kirchen wesentlich voller als sonst. So etwas lässt das Coronavirus aber nicht zu. „Dass man nicht eine große Feier in der Kirche machen kann, ist klar“, sagt Patrick Schnell.

Denkbar sei aber beispielsweise, mehrere Gottesdienste in den jeweiligen Kirchen abzuhalten oder nach draußen zu verlegen. Doch die Planungen sind nun, drei Monate vor Heiligabend, noch nicht abgeschlossen. „Wir sind in der Phase, wo wir verschiedene Sachen austesten“, erklärt Schnell. „Ich hoffe, dass wir Ende Oktober, Anfang November einen Plan haben. Wir müssen uns soviel Zeit nehmen, um das durchzuprüfen.“

Er geht schon davon aus, dass es in irgendeiner Form Gottesdienste geben wird. Nach jetzigem Stand wolle man auch in jeder Kirche eine Christmette feiern, doch auf manche Tradition, die fest dazugehört, wird man wohl verzichten müssen. „Ein Krippenspiel wird es sicher nicht geben“, glaubt Schnell. „Und gesungen werden darf wahrscheinlich auch noch nicht.“

Evangelische Kirchengemeinde Plettenberg

Ebenso wie die Katholiken befasst sich auch die Evangelische Kirchengemeinde bereits mit der Frage, wie in diesem Jahr Weihnachten gefeiert werden kann. Bei der Sitzung des Presbyteriums am vergangenen Donnerstag wurde dieses Thema besprochen, teilt der Vorsitzende Peter Winkemann mit. Entschieden ist allerdings noch nichts, daher konnte Winkemann zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Details zu den diskutierten Ideen für Weihnachtsgottesdienste nennen. In einem Monat könne man wohl mehr dazu sagen, hieß es.

Landeskirchliche Gemeinschaft Holthausen

In der Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) Holthausen wird es ebenfalls noch ein wenig dauern, bis man ein fertiges Konzept präsentieren kann, aber auch dort macht man sich Gedanken zum Weihnachtsfest in Corona-Zeiten. „Wir werden, soweit der jetzige Planungsstand, einen Open-Air-Gottesdienst auf dem großen Fußballplatz neben dem Gemeindehaus feiern“, sagt Gemeinschaftspastor Johannes Westhoff zu den ersten Überlegungen der Gemeinschaft.

Erfahrungsgemäß seien die Weihnachtsgottesdienste im Gemeindehaus „rappelvoll“, sagt Westhoff: „Da sitzen die Leute Stuhl an Stuhl, das geht natürlich nicht.“ Der Pastor hofft, dass bei einem Gottesdienst unter Corona-Bedingungen draußen genug Platz vorhanden ist für genausoviele Menschen wie sonst drinnen im Gemeindehaus.

„Wir kriegen dort eine schöne Kulisse hin und auf seine Art wird es auch einzigartig und toll sein“, sagt Westhoff, möchte aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten, wie der Fußballplatz im Detail gestaltet werden könnte. „Wir haben schon recht konkrete Vorstellungen, die noch etwas reifen müssen, aber es sind einige tolle Ideen dabei.“

Insgesamt versucht der Pastor den Herausforderungen, die die Corona-Pandemie auch für das Weihnachtsfest bedeutet, etwas Positives abzugewinnen: „Wir wollen es auch als Chance sehen, mal was ganz anderes zu machen.“ Man hoffe, dass ein Open-Air-Gottesdienst, wie die LKG ihn sich vorstellt, funktioniert und dass es trocken bleibt.

Natürlich werde es bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel nicht so warm sein wie momentan, aber auch ein möglicher Wintereinbruch dämpft Johannes Westhoff in seinem Optimismus nicht: „Wenn Schnee liegt, müssen wir halt schippen.“

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