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Gegen wildes Parken: Warten auf das mobile Grün

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Von: Johannes Opfermann

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Mobile Pflanzkübel statt Poller: Wohl erst im Herbst werden die als Absperrung gedachten Kübel geliefert.
Mobile Pflanzkübel statt Poller: Wohl erst im Herbst werden die als Absperrung gedachten Kübel geliefert. © Opfermann

Zumindest für den Sommer gibt es keine Lösung für die trotz Durchfahrverboten befahrene Innenstadt. Der Rat der Stadt Plettenberg möchte lieber bis in den Herbst auf die Lieferung des mobilen Grüns warten, um damit in einem Verkehrsversuch die Neue Straße abzusperren. Davon, die Zufahrt alternativ mit Schranken oder Baken zu beschränken, hielten die Lokalpolitiker nichts.

Plettenberg – SPD, PWG und FDP hatten für die Sitzung am Dienstag, 21. Juni, einen gemeinsamen Antrag eingebracht, um die unbefriedigende Verkehrssituation in der frisch sanierten Innenstadt zu lösen: Außer dem zulässigen Lieferverkehr fahren aber auch viele andere Fahrzeuge – trotz Verbotsschildern – durch Neue Straße und über den Alten Markt und parken dort. Die Folge: Verschmutzungen und Schäden am neuen und nicht zuletzt teuren Pflaster.

Städtischen Besitz schützen

„Es wird reingefahren, und das auch noch inklusive Unterbodenwäsche an den Wasserspielen“, schilderte Patrick Hansmann (CDU) etwas überspitzt die Lage. Parteikollege Peter Krieger ergänzte: „Es geht hier darum, unseren Besitz zu schützen, denn die Brunnenanlage wird durch die Fahrzeuge beschädigt.“ Die Union unterstützte daher auch ausdrücklich den Antrag der anderen drei Fraktionen.

Diese schlugen einen Verkehrsversuch in der Neuen Straße vor: Mit dem mobilen Grün sollte die Zufahrt versperrt werden. Verwundert zeigte sich allerdings SPD-Fraktionschef Stefan Langenbach darüber, dass in der Ratsvorlage von einer Lieferung des mobilen Grüns voraussichtlich im September die Rede war. Bürgermeister Ulrich Schulte verwies auf das lange Verfahren mit Förderantrag und öffentlicher Ausschreibung.

Irritiert zeigten sich Langenbach und Hansmann, dass – im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung – die Auftragsvergabe für die Lieferung der mobilen Blumenkübel auf der Tagesordnung stand; der entsprechende Dringlichkeitsbeschluss sollte noch vom Rat bestätigt werden. Dabei sei in der vorigen Ratssitzung mitgeteilt worden, dass das Grün bestellt sei. Bei der damaligen Aussage von Till Hoffmann aus dem Bauamt sei von einer Lieferung wohl noch in diesem Jahr die Rede gewesen, erinnerte sich auch Hansmann: „Es gab definitiv die Aussage, dass das Grün bestellt ist.“

Klare Absage an Schranken-Alternative

Die von der Verwaltung in der Vorlage aufgezeigte kurzfristige Alternative, mit Schranken die Zufahrt zur Neuen Straße zu versperren, lehnten die Ratsfraktionen entschieden ab. „Wir finden es doch angebrachter, auf das mobile Grün zu warten“, so Langenbach. Alternativen sollte man erst ins Auge fassen, wenn sich die Lieferzeiten als noch deutlich länger herausstellen sollten.

Einstimmig beschloss der Rat den Verkehrsversuch, sobald das mobile Grün vorhanden ist. Ebenso erhielt die Verwaltung den Auftrag, bis zur nächsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses die Kosten für Einbau und Unterhaltung von versenkbaren Pollern zu ermitteln und darüber zu berichten.

Zufrieden war der Rat trotzdem nicht mit der ungelösten Situation in der Innenstadt. „Mich ärgert es, dass wir im Sommer keine Lösung haben“, sagte Klaus Salscheider (PWG). Einen Findling statt des mobilen Grüns könne man jedenfalls nicht als Hindernis in der Einfahrt zur Neuen Straße platzieren, befand Bürgermeister Schulte, schließlich ließe sich diese nicht für die Nacht mit Katzenaugen kenntlich machen. Andreas Patry (PWG) bewertete dies zwar anders, doch die Findling-Option wurde am Dienstag nicht gezogen.

Kontrollen deutlich ausweiten

Stattdessen forderte Patrick Hansmann verstärkte Kontrollen in der Zeit bis zum Eintreffen des mobilen Grüns, „und zwar bis 24 Uhr, auch Samstag und Sonntag, damit wir da Grund reinbekommen“. Auch Klaus Salscheider forderte eine Erhöhung der Kontrollen.

Bürgermeister Schulte versicherte, dass die Kollegen aus dem Ordnungsamt auch an Wochenenden unterwegs seien, es müsse aber noch einmal ausgewertet werden, zu welchen Zeiten Verstöße festgestellt würden. Auch die Polizei sollte – so schlug es Peter Krieger vor – in die Kontrollen einbezogen werden, schließlich gehe es ja beim widerrechtlichen Hineinfahren um fließenden Verkehr.

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