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Gas oder Plastiksprengstoff: Sparkasse wappnet sich vor Automaten-Sprengungen

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Von: Georg Dickopf

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Unbekannte Täter verursachten bei dem Versuch, den Sparkassenautomaten in Ohle gewaltsam aufzubrechen, hohen Sachschaden.
Unbekannte Täter verursachten bei dem Versuch, den Sparkassenautomaten in Ohle gewaltsam aufzubrechen, hohen Sachschaden. © Birke, Maximilian

Nach Automaten-Sprengungen in Bestwig und Heedfeld ist die Sparkasse gewarnt, dass Täter nicht vor dem Einsatz von Sprengstoff zurückschrecken. Bei einem Einbruchsversuch an einem Geldautomaten in Plettenberg konnten die Kriminellen nicht bis zum Geldautomaten vordringen - zum Glück.

Plettenberg – Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Einbruchsversuch in den Geldautomatenwürfel der Sparkasse an der Lennestraße in Ohle erfolgreich verlaufen wäre, der sich vor kurzem ereignet hat. Der oder die Täter scheiterten dabei an der im rückwärtigen Bereich eingebauten Stahltür, die den Zugang an die Rückseite des Geldautomaten sichert. Doch bis dahin kamen sie nicht. „Und wenn, hätten sie vor einer Art Tresor gestanden“, weiß Tomislav Majic, Marketingleiter der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis.

Weil die Schäden an dem Automaten beseitigt werden müssen, war das Geldabheben an dem Ohler Automaten vorübergehend nicht möglich. Majic zeigte sich aber zuversichtlich, dass der Automat bald wieder genutzt werden könne. Er verriet dabei, dass der Sparkassenwürfel dort auch wegen seiner zentralen Lage an der B 236 zu den beliebtesten Automaten der Sparkasse zählt.

Während der Einbruchsversuch in Plettenberg scheiterte, hatten bislang unbekannte Täter an Geldautomaten in Schalksmühle-Heedfeld, in Menden und zuletzt in Bestwig* mehr Erfolg. Dort hinterließen die Täter ein großes Trümmerfeld und richteten hohen Sachschaden an.

Laut Majic kommen zumeist zwei Varianten zum Einsatz, um die Geldautomaten zu knacken. „Oft wird mit Gas gearbeitet, das in den Automaten geleitet und dann gezündet wird“, so Majic. Die Wucht der Detonation lege im „besten Fall“ den eigens gesicherten Bargeldtresor frei.

Doch in dem Bereich sei stark nachgebessert worden. So würden neue oder entsprechend nachgerüstete Geldautomaten durch einen eingebauten Sensor die Gaseinleitung erkennen und mit einer erhöhten Sauerstoffabgabe reagieren, mit dem die Gaskonzentration verflüchtigt werden könne.

„Deshalb steigen die Täter jetzt häufiger auch auf Plastiksprengstoff um“, weiß Majic. Das Problem liege dabei allerdings in der richtigen Dosierung. „Da es sich meist nicht um ausgebildete Sprengstoffexperten handelt, kann es passieren, dass zu viel Sprengstoff verwendet wird und dabei auch noch gleich das ganze Gebäude in Schutt und Asche gelegt wird“, sagte Majic. In Ohle wäre möglicherweise die Hülle des Automaten meterhoch in die Luft gewirbelt worden, wenn die Täter die Außentür hätten knacken können.

Ein weiteres Sicherheitszubehör, das heute in immer mehr Automaten verbaut ist, sorgt laut Majic im Falle einer Detonation für eine massive Verfärbung der Geldscheine. „Mit den Geldscheinen kann man eigentlich nichts mehr anfangen“. Nach Informationen unserer Zeitung finden solche Scheine in Osteuropa teilweise für die Hälfte ihres Wertes noch Abnehmer.

Sparkasse betreibt 31 Geldautomaten

Die Vereinigte Sparkasse verfügt nach über insgesamt 31 Geldautomaten in den Städten Plettenberg, Werdohl, Neuenrade, Balve und Altena sowie in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. Während 21 Automaten in den Filialen zu finden sind, gibt es auch zehn reine Automatenstandorte.

„Es gibt eine Gefahrenanalyse und gezielte Handlungsempfehlungen des Landeskriminalamtes an die Geldinstitute“, betonte Majic. Diese finden Berücksichtigung bei den weiteren Überlegungen zu den Automatenstandorten, denn es müsse eine Gefahr für Bewohner ausgeschlossen werden, wenn sich ein Automat wie beispielsweise in Holthausen unterhalb einer Wohnbebauung befinde. Deshalb werde man sich die einzelnen Geldautomaten-Standorte genau ansehen, um zu entscheiden, ob diese an Ort und Stelle verbleiben können. *sauerlandkurier.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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