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Für tierische Flüchtlinge: Futterspende aus dem MK in die Ukraine

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Von: Johannes Opfermann

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Tonnenweise gespendete Futtermittel für die tierischen Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs schickte die Gruppe Ukrainehilfe in dieser Woche los.
Tonnenweise gespendete Futtermittel für die tierischen Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs schickte die Gruppe Ukrainehilfe in dieser Woche los. © Opfermann, Johannes

Der Krieg in der Ukraine zwingt nicht nur Menschen zur Flucht, sondern auch Tiere. Nicht immer können Familien ihre Haustiere mitnehmen, manchmal werden die geliebten Vierbeiner auch von ihren Besitzern getrennt. Eine Initiative aus Plettenberg und Umgebung möchte diesen Tieren und denen, die sich um sie kümmern, helfen und schickt nun schon zum zweiten Mal einen Transport mit Futtermitteln in Richtung Ukraine.

Plettenberg – „Es geht um die Betreuung der tierischen Flüchtlinge vor Ort“, erklärt Susanne Fellmer, Geschäftsführerin der Fahrschule Fellmer, die zur „Gruppe Ukrainehilfe“ gehört, die die Hilfsaktion organisiert. Die Gruppe, die sich erst vor kurzem unter dem Eindruck der Kriegsereignisse gegründet hatte, hat 28 Teilnehmer, davon 14 aus Plettenberg. Fünf gehören dem hiesigen Tierschutzverein an, aber auch Tierschutzvereine aus Lüdenscheid und Iserlohn, ja selbst aus Bochum, Dortmund und Hattingen beteiligen sich an der Sammlung von Futtermittelspenden.

Überwältigt von Spendenbereitschaft

In der vorigen Woche fuhr der erste Transport mit tonnenweise Futtermitteln an Bord in die Ukraine, berichtet Daria Boron vom Vorstand des Tierschutzvereins Plettenberg. Der erste Spendenaufruf am 2. März war auf ein enormes Echo gestoßen. „Wir waren von der Hilfsbereitschaft einfach überwältigt“, so Boron. Deswegen entschied sich die Gruppe auch für einen weiteren Spendenaufruf. Insgesamt wurden für beide Fuhren zusammengenommen bisher 7,5 Tonnen an Futtermittelspenden gesammelt und verschickt.

„Diesmal sind es nicht nur reine Futtermittelspenden, sondern wir bringen auch Wasserkanister und Transportkisten für Tiere dorthin“, erklärt Susanne Fellmer, deren Fahrschule als eine Abgabestelle für Futterspenden diente. Gelagert wurden sie im Depot der Fahrschule an der Kroppstraße, wo sich am Donnerstag auch einige der Tierfreunde trafen, um die Spenden zu verladen. Sie gehen zu einer Tierschutzorganisation in der Stadt Medyka an der polnisch-ukrainischen Grenze, die unter anderem dafür sorgt, dass Tiere aus den Kriegsgebieten in Sicherheit gebracht werden, wie Daria Boron erklärt.

Die Organisatoren sind deswegen dankbar, dass das Unternehmen Transporte Schlotmann für die Futtermittel-Tour einen Lkw bereitstellt, und danken ebenso Autohändler Dennis Schemmel, der für den ersten Transport einen Sprinter zur Verfügung gestellt hatte.

Während der erste Teil des Verladens noch problemlos über die Bühne ging, war der zweite Teil schon kniffliger. Denn auch am DRK-Familienzentrum Am Saley – der zweiten Abgabestelle für Spenden – mussten große Mengen an Tierfutterdosen abgeholt werden. Mit dem großen Lkw in die steile Brandenbergstraße zu gelangen, war dabei gar nicht so einfach. Doch auch das glückte letztlich, sodass der Lkw auf die Reise geschickt werden konnte.

Gruppe kümmert sich um mitgebrachte Tiere

Die Gruppe von Tierfreunden kümmert sich im Übrigen nicht nur um die Haustiere, wie Claudia Stahlhacke, Einrichtungsleiterin des DRK-Familienzentrums Am Saley, erklärt: „Wir sorgen für die Betreuung der Tiere, die Flüchtlinge mit nach Plettenberg gebracht haben.“ Katzen, Hunde und Wellensittiche seien beispielsweise dabei. Die Tiere müssen zum Tierarzt und registriert werden, auch die Impfpässe der Tiere sollten möglichst vorhanden sein. Erst einmal müssten die Tiere aber 30 Tage lang in Quarantäne. Dabei stehen die Helfer des Tierschutzvereins beziehungsweise aus der Gruppe Ukrainehilfe auch mit dem Kreisveterinäramt in Verbindung.

Spenden

Spenden werden nach wie vor gesammelt, und zwar nicht nur Futtermittel, sondern auch Zubehör wie Körbe, Transportboxen, Leinen und mehr. Angenommen werden sie in der Fahrschule Fellmer, Offenbornstraße 1, montags bis donnerstags von 8 bis 18.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 16 Uhr. Ebenso können sie im DRK-Familienzentrum Am Saley, Brandenbergstraße 4, abgegeben werden zu den üblichen Öffnungszeiten, also montags bis donnerstags von 7 bis 16.30 Uhr und freitags von 7 bis 14 Uhr. Geldspenden, beispielsweise zur Finanzierung der Spritkosten, sind ebenfalls möglich auf das Konto mit der IBAN DE71458510200071092274 unter Nennung des Verwendungszwecks „Ukraine“.

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