Grüner Schützen in Plettenberg

Für den Schützen-Nachwuchs: An diesem Vereinsheim im MK entsteht ein Spielpatz

Vor dem Schützenheim wurde ein neuer Kinderspielplatz angelegt.
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Vor dem Schützenheim wurde ein neuer Kinderspielplatz angelegt. Auch der daneben liegende Gedenkplatz wurde neu gestaltet.

Das erste gemeinsame Winterfest war am 29. Februar 2020 die letzte Veranstaltung der Plettenberger Schützenvereine. Doch untätig waren die heimischen Schützen seither keineswegs. So hat der Schützenverein Grünetal die Zeit der Corona-Pandemie dazu genutzt, sein Vereinsheim auf der Wieckmerth um- und auszubauen.

Plettenberg – „Das ist eine Investition für die Zukunft“, sagt der 1. Vorsitzende Steffen Fuhrich, bevor er gemeinsam mit dem amtierenden Schützenkönig Manfred Gärtner bei einem Rundgang über das 10 000 Quadratmeter große Grundstück all das zeigt, was mittlerweile in Angriff genommen worden ist.

Eigenleistung

„Es ist immer noch eine Baustelle, aber viel ist nicht mehr zu tun“, sehen Fuhrich und Gärtner, der als Architekt die Maßnahmen planerisch begleitete, das Ende der Arbeiten in nicht mehr allzu weiter Ferne. Das Ergebnis soll ein modernisiertes Heim für alle Generationen sein, das dann nicht nur den Schützen, sondern auch allen anderen Nutzern, die eine Feier durchführen wollen, offensteht. „Und das den schönsten Blick auf Plettenberg hat“, betont Fuhrich.

Die größtenteils in Eigenleistung durchgeführten Baumaßnahmen im Schützenheim waren im Sommer und Herbst 2020 die einzigen Aktivitäten, bei denen die Grüner Schützen in kleiner Runde zusammenkommen konnten.

„Wenn ich früher zu einem Arbeitseinsatz aufgerufen habe, kamen immer die gleichen Gesichter. Diesmal standen 15 Leute da oben, für die ich gar nicht genug Arbeit hatte. Der harte Kern ist erstaunlich groß geworden. Aber der Mensch sucht eben den Kontakt zu Gleichgesinnten“, blickt Fuhrich auf die Zeit zwischen den Lockdownphasen zurück.

So konnte unter Einhaltung der jeweils geltenden Corona-Schutzmaßnahmen die Renovierung der sanitären Anlagen im Keller des Schützenheims vorgenommen werden, ebenso erfolgte der Einbau einer neuen Eingangstür. Diese ist nun ebenerdig und ersetzt die schweren alten Holztüren. „Und sie geht nicht mehr nach innen auf“, sagt Gärtner, der ebenfalls überrascht über den Eifer der Mitglieder war: „Jeder hat mitmachen wollen.“

Das Ergebnis: Gehbehinderte Gäste können nun problemlos ins Heim kommen und auch den neuen, barrierefreien Toilettenraum erreichen, in dem sich neben einem behindertengerechten WC auch ein ausklappbarer Wickeltisch befindet. Neben der Tür sind auf Wunsch von Gärtner zwei LED-Lichtbänder angebracht worden, die das Auffinden des stillen Örtchens noch einfacher machen. Rechts davon wurde die Treppe hinunter zu den normalen Toiletten neu und rutschsicher gefliest. Auf der anderen Seite ist ein neuer Ausgang zum Schießstand entstanden, daneben ist noch ein Platz für eine kleine Kammer, die nun den Waffenschrank beherbergt.

Kinder- und Jugendraum

Damit nicht genug: Das obere Geschoss des Schützenheims soll zu einem Kinder- und Jugendraum ausgebaut werden, um das Angebot für diese Zielgruppe erweitern zu können, zum Beispiel für eine Kinderbetreuung. Notwendig dafür ist allerdings die Anbringung einer Außentreppe als Fluchtweg.

Ein Projekt, das jetzt mit einem Betrag von 15 776,82 Euro von der Leader-Region Lenne-Schiene zu 80 Prozent bezuschusst wird. Den Rest trägt der Schützenverein selbst. „Diese 20 000 Euro sind schnell weg, dafür gibt es keinen Luxus“, sagt Fuhrich, und Gärtner ergänzt, dass alle Projekte „ohne Eigenleistung nicht möglich“ seien – auch vor dem Hintergrund, dass sämtliche Einnahmen aus der Fremdvermietung (Fuhrich: „Jede zweite Woche war hier oben doch eine Feier“) seit Beginn der Pandemie weggebrochen sind. „Das tut schon weh“ sagt der Vorsitzende.

Zurück zum Kinder- und Jugendraum: „Darauf richten wir unser größtes Augenmerk“, will Gärtner mit dem Angebot für den Nachwuchs der Überalterung des Vereins entgegenwirken. „Hier kriegt man eine Menge Leute unter“, würde sich der Raum für Fuhrich auch zur Vermietung anbieten.

Wanddurchbruch

Das bisherige Spielangebot für die Jugendlichen besteht aus einem Tischkicker, doch dabei soll es nicht bleiben. Ein Fernseher und eine Spielkonsole sollen die Aufenthaltsqualität für den Nachwuchs erhöhen. Mit einem Wanddurchbruch soll demnächst der Zugang zur Außentreppe geschaffen werden, über die man bald schnell den neuen Kinderspielplatz erreichen wird, der direkt neben dem Gedenkstein mit der Tafel für die verstorbenen Grüner Schützen angelegt wurde. Tradition und Zukunft liegen dort also unmittelbar nebeneinander.

Schützenfest 2022

Wenn der Umbau fertig ist, hoffen die Grünetaler Schützen, die Planungen für das Schützenfest 2022 in Angriff nehmen zu können. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir dann wieder feiern können“, gibt sich Steffen Fuhrich optimistisch, zumindest ein Fest in abgespeckter Form anbieten zu können. „Viele Leute werden sicherlich vorsichtiger sein“, bleibt er aber skeptisch, ob es ganz so eng wie früher zugehen kann.

Bis es soweit ist, werden die Vorstandssitzungen als Videokonferenzen durchgeführt, halten auch die Abteilungen und das Biergericht virtuell und über die sozialen Netzwerke Kontakt. Denn eine Biergerichtszeitung soll auch ohne Schützenfest erstellt werden. Vereinsaustritte habe es während der Pandemie allenfalls vereinzelt gegeben, sagt Fuhrich. Der Schützenverein Grünetal darf sich der Treue seiner Mitglieder sicher sein.

„Viele wären schon froh, mal wieder gemeinsam ein Kaltgetränk zu sich nehmen zu dürfen“, weiß der Vorsitzende, der davon überzeugt ist: „2022 werden wir mehr Bewerber beim Königsschießen haben“ – und der noch amtierende König Manfred Gärtner könnte nach drei Jahren endlich in den Kreis der Altmajestäten treten

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