Die fünf größten Partyflops in der Plettenberger Schützenhalle

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Dieses Foto stammt von der Insomnia-Party und wurde um Mitternacht geschossen. 

Plettenberg – Die Dreamland-Party mit Stereoact am Samstag in der Plettenberger Schützenhalle ist abgesagt. Die Veranstalter verkauften nur 200 Tickets und zogen vorzeitig die Reißleine. Sie sind allerdings nicht die ersten, die mit einem Rückschlag leben müssen...

Plettenberg – Es gab in den letzten 20 Jahren in Plettenberg schon den ein oder anderen Veranstalter, der mit seinem Konzept mindestens eine Bauchlandung, oft sogar eine kapitale Bruchlandung hingelegt hat. Inside hat mal ein bisschen im Archiv gekramt – und die 5 größten Partyflops in der Schützenhalle herausgesucht.

PLATZ 5: 1. Juni 2019, Antonio Gerardi Unser Platz-5-Flop entstand aus einer Privatinitiative. Stargast sollte Antonio Gerardi in der Schützenhalle sein. Der italienische Sänger, der es durch die Teilnahme an der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ mehr oder weniger zu Bekanntheit gebracht hat, sollte hunderte Fans nach Plettenberg locken – doch am Ende hieß es von Veranstalterseite, dass nur 220 Gäste gekommen waren. Organisator Nunzio Rubino äußerte sich enttäuscht. „Wir haben uns so viel Mühe gegeben und wirklich etwas Tolles auf die Beine gestellt und es wurde so schlecht angenommen.“ Es sei immerhin ein Highlight, „solche tollen internationalen Sänger in Plettenberg zu haben“. Fanden die Plettenberger angesichts eines Eintrittspreises von 20 Euro wohl nicht – und blieben der Party deshalb größtenteils fern.

PLATZ 4: 31. März 2012, Rosarote Brille Mit viel Euphorie ist das Veranstaltungsteam der Rosaroten Brille aus Lüdenscheid in Plettenberg an den Start gegangen, hat im Jahr 2011 mit zwei House- und Blackpartys einen glanzvollen Start erlebt, doch ebenso schnell wie Ejder Cindemir und sein Team gekommen waren, waren sie auch wieder von der Bildfläche verschwunden. „Die Rosarote Brille sieht schwarz“ titelte die Heimatzeitung nach der dritten Black- und Houseparty am 31. März 2012 mit XXL-Soundanlage, Lichtshow und Red-Bull-Lounge, zu der nach Veranstalterangaben 600 Gäste gekommen waren, wobei die Zuschauerzahl in Wirklichkeit noch deutlich geringer gewesen sein dürfe. Es waren jedenfalls so wenige Gäste, dass Cindemir umgehend ankündigte, dass man sich aus Plettenberg zurückziehen werde. Zitat: „Es ist schade, dass der große Aufwand und das Risiko, das wir eingehen, so wenig zu schätzen gewusst und angenommen wird.“

PLATZ 3: 11. Februar 2012, Insomnia-Party Wieder das Jahr 2012, diesmal bei Minus 13 Grad im Februar: Das Attendorner Veranstalter-Team Insomnia-Events versuchte sich mit einer Insomnia-Party in Plettenberg mit Supertalent-Tänzer Bruise Zilka und DJ Marc Kiss – und scheiterte krachend. Wer sich an diesem Abend kurzfristig dazu entschieden hatte, zu Hip-Hop und elektronischer Musik zu tanzen und an der Abendkasse 15 Euro zahlte, wurde bitter enttäuscht. Denn selbst um Mitternacht war die Tanzfläche in der Schützenhalle wie leergefegt. 250 Besucher gaben die Veranstalter an – zur Geisterstunde waren es aber nur 100 bis 150 Gäste. Die Veranstalter hatten keinen blassen Schimmer, woran es gelegen haben könnte. „Wir haben in Attendorn schon viele Partys veranstaltet – da waren Hallen für 500 Leute teilweise sogar zu klein. Aber man muss auch mal auf die Schnauze fallen“, gaben die Veranstalter seinerzeit zu Protokoll.

PLATZ 2: 30. April 2004, Tanz in den Mai Ein Trauerspiel war im wahrsten Sinne des Wortes der Tanz in den Mai anno 2004 in der Schützenhalle. Kurz vor Mitternacht, so erzählt man sich heute, soll Organisator Jarek Swierzowski verzweifelt vor der Halle gesessen haben und sich gefragt haben: „Was mache ich bloß?“ Dann ging er wieder in die Halle – und brach die Party ab. Eine Durchsage konnte er sich sparen, denn er konnte es im Grunde jedem der rund 20 Besucher persönlich sagen. Mehr waren es nicht. Warum so wenig Gäste gekommen waren, konnte sich der Organisator und damalige Betreiber des Restaurants Locos Morenos nicht erklären, vor allem, weil er aus seiner Sicht im Vorfeld ordentlich geworben und die Preise human gehalten hatte. Das bestätigte auch die Band Jones Gang, die tapfer Country- und Rockmusik spielte: „Acht Euro Eintritt – das ist wirklich nicht zu viel verlangt.“ Wahrscheinlich war die Geisterkulisse einfach den Konkurrenzveranstaltungen in Holthausen und bei Getränke Langhammer geschuldet...

PLATZ 1: 29. Mai 2004, Ballermann-Strip-Party Festhalten, denn bei unserem Platz 1 wird es wirklich abenteuerlich. Da kommt ein Veranstalter aus Dortmund, bucht die Schützenhalle, will eine Modenschau veranstalten, für die aber kein Einzelhändler Interesse zeigt, und dann schwenken die Organisatoren kurzerhand auf eine Ballermann-Party mit „Tanzveranstaltung“ um. Dabei hatte sich der seinerzeitige PSG-Hallenvermieter Bernward Mainz nichts Böses gedacht – bis plötzlich auf den Plakaten für Erotik-Einlagen geworben wurde. Mit einem Rechtsanwalt versuchte Mainz noch, derlei Auftritte in der altehrwürdigen Schützenhalle abzuwenden, doch vergebens. „Wir haben keine juristische Handhabe gegen sie“, erklärte Mainz gegenüber der Heimatzeitung. Organisator Mehmet Safak frohlockte angesichts der provokanten Werbeplakate mit nackten Brüsten und Hintern: „Wer provoziert, macht von sich reden, und das kann nicht verkehrt sein.“ Und so wurde aus der einst geplanten Modenschau letztlich eine Strip-Party, bei der sich eine weibliche und ein männlicher Darsteller(in) auf der Bühne unter den Geweih-Kronleuchtern mit Babyöl einschmierten und – zumindest obenrum – blank zogen. Ärgerlich für die Veranstalter war nur: Gerade einmal 20 Besucher waren zu diesem Zeitpunkt anwesend. Das Fazit des Veranstaltungsteams aus dem Ruhrpott: „Es war sicherlich ein Fehler, so provokant zu sein. In Dortmund funktioniert so etwas, aber offensichtlich nicht im Sauerland...“

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