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„Finde Regelung gut“: Neue Quarantäne-Regeln positiv im Krankenhaus aufgenommen

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Von: Johannes Opfermann

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Momentan befinden sich keine Corona-Patienten auf der Intensivstation des Radprax-Krankenhauses. Insgesamt hat die Klinik derzeit fünf Covid-Patienten.
Momentan befinden sich keine Corona-Patienten auf der Intensivstation des Radprax-Krankenhauses. Insgesamt hat die Klinik derzeit fünf Covid-Patienten. © Schulz, Sebastian

Die Änderungen bei den Quarantäneregeln bedeuten, dass man sich schneller aus freitesten kann und auch nicht mehr jede Kontaktperson in Quarantäne muss. Wichtige Bereiche wie das Gesundheitswesen sollen so am Laufen gehalten werden. Im Radprax-Krankenhaus werden die Änderungen begrüßt.

Plettenberg – „Ich finde die neue Regelung gut“, sagt Dr. Andrzej Ploch, Ärztlicher Direktor des Radprax-Krankenhauses. Bislang sei es so gewesen, dass wegen der Omikron-Variante alle Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt wurden. Das habe sich nun geändert, sodass die Kontaktpersonen mit komplettem Impfschutz oder Booster-Impfung nicht mehr automatisch in Quarantäne müssten. Und positiv getestete, für die eine Quarantäne von zehn Tagen gilt, können sich nach sieben Tagen freitesten, wenn sie seit 48 Stunden symptomfrei sind.

„Wenn wir alle in Quarantäne schicken, hätten wir ein Problem beim normalen Funktionieren des Krankenhauses“, erklärt Ploch. Doch dank der neuen Regelungen wäre dies nun nicht nötig, denn 98 Prozent der Mitarbeiter seien geimpft. Ein paar Mitarbeiter befänden sich zurzeit dennoch in Quarantäne, weil sie selbst positiv getestet wurden. Die Ansteckungen seien allerdings auf den privaten Bereich zurückzuführen.

Nach wie vor strenge Regeln

Die Vorsichtsmaßnahmen der Klinik sollen Ansteckungen im Betrieb verhindern. Im Kontakt untereinander und mit den Patienten müssen die Mitarbeiter stets eine FFP2-Maske tragen. „Wir haben auch strenge Pausenregeln, sodass nur zwei Mitarbeiter zusammen Pause machen können und auch dabei Abstand halten müssen“, so Ploch.

Mit den Regen für die Mitarbeiter wie auch den Besuchsregeln habe man gute Erfahrungen gemacht. Für Besuche im Radprax-Krankenhaus gilt 2G+, Besucher müssen also genesen oder geimpft sein und einen maximal 24 Stunden alten Schnelltest vorweisen. Außerdem sind die Besuche auf eine Person und eine Stunde beschränkt, wobei die Besucher auf den Zimmern der Patienten bleiben und eine FFP2-Maske tragen müssen. Aber auch bei Besuchen gebe es individuell auch Ausnahmefälle.

Probleme mit Besuchern wegen der Corona-Regeln seien Ploch in letzter Zeit nicht bekannt geworden. „Im Moment verstehen auch alle Besucher die Situation“, sagt Ploch, nämlich dass es dabei um den Schutz kranker Menschen gehe Zudem seien die Bürger 2G- oder 2G+-Regeln inzwischen auch aus vielen anderen Bereichen gewohnt. Dass angesichts der Corona-Entwicklung – und speziell der Ausbreitung der Omikron-Variante – die Besuchsregeln noch einmal verschärft werden müssten, kann Ploch nicht ausschließen. „Vielleicht müssen wir den Besuch auch komplett stoppen, das ist abhängig von der Entwicklung.“

Bisher frei von Omikron-Variante

Die aktuelle Corona-Lage im Radprax-Krankenhaus macht solche drastischen Schritte allerdings nicht erforderlich. „Wir haben im Moment keine dramatische Situation – die Lage ist stabil“, so der Ärztliche Direktor des Plettenberger Krankenhauses. Fünf Covid-Patienten befänden sich derzeit auf der Corona-Station, darunter zwei, die erst vor wenigen Tagen von der Intensiv-Station dorthin verlegt werden konnten, da es ihnen besser geht. Unter den derzeitigen Covid-Patienten sei nur einer ungeimpft. Ploch betont, dass es sich bei den Covid-Patienten häufig um Leute handelt, die wegen andere Krankheiten ins Krankenhaus kommen und bei denen dann eine Infektion festgestellt wird. Man versuche sie, wenn die anderen Behandlungen abgeschlossen seien, so schnell wie möglich in die häusliche Quarantäne zu entlasten.

Bei den fünf Corona-Patienten wurde bei dreien die Delta-Variante festgestellt, bei zweien wird noch geprüft, um welche Virusvariante es sich handelt, erklärt Ploch: „Bis jetzt hatten wir keine bestätigten Omikron-Fälle im Krankenhaus.“ Sorge wegen der besonders ansteckenden Omikron-Variante gebe es dennoch, denn man sehe die Entwicklung in Deutschland und im Ausland. Dass auch das Radprax-Krankenhaus von Omikron betroffen sein wird, ist laut Ploch „eine Frage der Zeit“.

Trotz meist milder Verläufe könnten Ungeimpfte auch an einer Infektion mit der Omikron-Variante sterben, weist Ploch auf die Gefährlichkeit dieser Variante hin und wirbt erneut für das Impfen. „Das ist der einzige Weg, um aus dieser desolaten Situation rauszukommen“, betont er. Die nächte Impfaktion findet am kommenden Dienstag, 25. Januar, statt (siehe Kasten), zu der Ploch herzlich einlädt.

Bei der letzten Impfaktion am Radprax-Krankenhaus am Dienstag wurden rund 100 Personen geimpft, wobei sie die Auswahl zwischen den Impfstoffen von Biontech und Moderna hatten. „Beim größten Teil – circa 80 Prozent – handelte es sich um Booster-Impfungen.“ Es seien aber auch Zweit- und einige Erstimpfungen dabeigewesen.

Änderungen bei Booster-Status

An dieser Stelle weist Ploch auf Änderungen hin, wer als vollständig geimpft und geboostert gilt. So zählt jemand, der eine Dosis des Einmal-Impfstoffs von Johnson & Johnson und danach eine zweite Impfung mit einem anderen Vakzin erhalten hat, nicht mehr als geboostert, sondern nur noch als zweifach geimpft. Um als geboostert zu gelten, wird also drei Monate nach der zweiten Impfung ebenfalls eine dritte Impfdosis benötigt. Auch der Genesenen-Status gilt nun nur noch für drei Monate.

Dass es nicht bei drei Impfungen bleibt, sondern noch eine weitere Impfdosis geben wird, hält Ploch für wahrscheinlich. „Ich vermute, dass die vierte Impfung mit einem modifizierten Impfstoff sein wird, der für bestimmte Varianten abgewandelt wurde“, sagt er abschließend.

Nächste Impfaktion

Die nächste Impfaktion am Radprax-Krankenhaus findet am Dienstag, 25. Januar, von 14.30 bis 16.30 Uhr statt. Mitzubringen sind Personalausweis, Impfausweis und gegebenenfalls der ausgefüllte Anamnesebogen, der auf der Internetseite www.stiko.de heruntergeladen werden kann.

Anmeldungen für die Impfaktion sollten unter der Mailadresse scolak@radprax.de erfolgen. Zusätzlich angegeben werden sollten der Name, das Geburtsdatum, eine Telefonnummer sowie die Angabe zu den bisherigen Impfungen oder zum Genesenenstatus.

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