Ortsparteitag 

FDP: „Wollen die braune Brut nicht im Rat“

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Sowohl Michael Schulte (links) als auch Angela Freimuth (2. von links) sprachen sich klar gegen Rechtsextremismus aus. Mit auf dem Bild: Delia Schulte, Carsten Hellwig, Robert Dillenberger und Jens Vieregge (von links).

Plettenberg – Noch völlig schockiert von der Berichterstattung zu den Übungen der Identitären Bewegung (IB) in der Jeutmecke zeigten sich die Mitglieder der Plettenberger FDP. Der Ortsparteitag stand – wie kaum anders zu erwarten – auch unter dem Eindruck der Ereignisse in Thüringen und Hanau.

„Wir wollen diese braune Brut nicht in unserem Rat“, sagte Ortsvorsitzender Michael Schulte im Gasthof Käsebrink am Sonntag, nicht nur im Hinblick auf Thüringen, sondern auch auf die Ereignisse in Hanau und die Wehrübungen der Identitären Bewegung in der Jeutmecke. „Wir müssen gegen diese braune Soße ankämpfen“, so Schulte. 

Ähnlich appellierte auch Angela Freimuth, MdL, die am Sonntag nach Plettenberg gekommen war. Die jüngsten Ereignisse würden zeigen, „wie wichtig es ist, sich für diese Demokratie zu engagieren“, statt auf dem Sofa zu sitzen und abzuwarten, was passiert. Im Hinblick auf die Kommunalwahl im September steht für die FDP fest: „Es gibt für uns nur einen Kandidaten, den wir unterstützen können und das ist Bürgermeister Schulte“, so der Ortsvorsitzende. Ihm sei bewusst, dass es kein Traumjahr für den Bürgermeister gewesen sei und dass dieser Fehler gemacht habe.

Der FDP-Vorsitzende sagte aber auch ganz klar, dass einige Leute vorher „geschlampt“ hätten, die zunächst hinter dem Stadtoberhaupt gestanden und sich dann weggeduckt hätten – so zum Beispiel bei den Themen P-Weg oder Feuerwehr. „Das, was in Holthausen passiert ist, verstößt so ziemlich gegen alles, was Feuerwehr ausmacht“, erklärte Schulte. Für in sei klar, dass es ein „ganz, ganz schwieriger Wahlkampf“ werde und Fraktionsvorsitzender Carsten Hellwig fürchtete zudem, dass es auch „kein so schöner Wahlkampf“ würde. Damit zielte man auf die CDU, die, laut Hellwig, selbst nur einen schwachen Kandidaten aufgestellt habe und sich nun dadurch profiliere, indem sie Gegenkandidaten diskreditiere. 

Das eigene Potential bei der Kommunalwahl sieht der FDP-Ortsvorstand derweil im zweistelligen Bereich. Dabei stellte Schulte fest: „Je höher die Wahlbeteiligung ist, desto besser ist das für uns Liberale.“ 46 Mitglieder zählen die Freien Demokraten derzeit in Plettenberg. Damit ist die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen. Hellwig lobte die gute Zusammenarbeit mit SPD und UWG. Viele Dinge seien in Plettenberg mittlerweile auf den Weg gebracht worden, die die Handschrift der FDP tragen würden; beispielsweise Unterstellboxen für E-Bikes oder die Digitalisierung des Rates. 

Handlungsbedarf sehe Hellwig hingegen bei der Jugendarbeit, nicht nur im Freizeit-, sondern auch im schulischen Bereich. Für ihn sei die Digitalisierung der Schulen eines der großen Themen für das Jahr 2020. „Plettenberg muss ein Bildungsstandort sein“, so Hellwig. Natürlich war auch die Innenstadtsanierung Thema. Von manchen „nice-to-haves“ müsse man sich verabschieden, sagte Schulte. 

Wichtig sei es, „Aufenthaltsqualität“ zu schaffen. „Wenn man nur Steine austauscht, wird man eine Innenstadt nicht beleben können“, so Schulte, der die Investitionen daher als „richtig und wichtig“ beschrieb. Dass Ideen und Potential vorhanden sind, beweise beispielsweise das Märcheneis, so Hellwig. Oftmals mangele es an Mut, diese Ideen in die Tat umzusetzen, um dadurch zu einer belebten und lebenswerten Innenstadt beizutragen. 

Ehrungen und Wahlen: 

Für seine langjährige Mitgliedschaft und den über die Jahre erbrachten Einsatz wurde Hans Günter Müller mit der Ehrenmedaille in Silber ausgezeichnet. Blümchen gab es für Delia Schulte: Vor zwei Jahren war sie als Schatzmeisterin „in die Bresche gesprungen“, damals aber schon mit der Ankündigung, dieses Amt nur für einen kurzen Zeitraum bekleiden zu wollen.

 Dem Vorstand bleibt sie aber dennoch erhalten: Neben Robert Dillenberger wurde sie als Beisitzerin gewählt. Neuer Schatzmeister ist Jens Vieregge. Michael Schulte wurde als Ortsvorsitzender wiedergewählt, genauso wie Uwe Nahrgang als sein Stellvertreter; letzterer in Abwesenheit. 

Als Kassenprüfer wurden Reinhard Panzer sowie Fred Hermann Hassel gewählt. Zudem erfolgte die Wahl der Delegierten zum Kreishauptausschuss. Alfred Dattinger und Reinhard Panzer werden die heimische FDP dort vertreten. Ersatzdelegierte wurden Carsten Hellwig und Michael Schulte.

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