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Erleichterung für Berufstätige: Zum neuen Schuljahr gibt es 55 neue OGS-Plätze

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Von: Johannes Opfermann

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Bereits zum neuen Schuljahr sollen 55 neue OGS-Plätze an den Plettenberger Grundschulen geschaffen werden. Der Großteil entfällt auf Eingangsklassen, die nach dem Modell des rhythmisierten Ganztags arbeiten werden.
Bereits zum neuen Schuljahr sollen 55 neue OGS-Plätze an den Plettenberger Grundschulen geschaffen werden. Der Großteil entfällt auf Eingangsklassen, die nach dem Modell des rhythmisierten Ganztags arbeiten werden. © dpa

Die Wartelisten für die Offene Ganztagsbetreuung an den Grundschulen sind lang, doch der Bedarf steigt weiter. Deswegen möchte die Stadt Plettenberg bereits zum kommenden Schuljahr die Zahl der Plätze deutlich erhöhen. Auch inhaltlich soll sich bei der OGS einiges ändern.

Plettenberg – „Es geht um die pädagogische Entwicklung nicht nur der OGS, sondern der ganzen Grundschule“, erklärte Christoph Wilk, Sachgebietsleiter Jugend, Schule und Sport. Der geplante OGS-Ausbau solle es möglichst vielen Eltern ermöglichen, ihre Kinder in die OGS-Betreuung zu schicken. Dazu sollen 55 neue OGS-Plätze bereits zum Start des Schuljahrs 2023/24 geschaffen werden. Dafür votierte am Dienstag der Bildungs- und Sportausschuss einstimmig; abschließend entscheidet der Rat am 20. Juni darüber.

Wie knapp die OGS-Plätze sind, wurde im Ausschuss allzu deutlich. Für das Schuljahr 2023/24 stehen einem Platzangebot von insgesamt 350 Plätzen an allen sechs Grundschulstandorten 115 Kinder auf den Wartelisten gegenüber. Besonders akut ist die Situation am Hauptstandort der Martin-Luther-Schule, wo es 75 OGS-Plätze gibt, aber ebenso 61 Kinder auf der Warteliste. Die Lernanfänger, die im Sommer eingeschult werden, seien dabei laut Wilk noch nicht einmal enthalten.

„Müssten berufstätige Eltern ablehnen“

„Wir haben auch in der Vergangenheit Wartelisten gehabt, aber die Dringlichkeit hat sich verändert“, begründete Katharina Kreikebaum. Geschäftsführerin der Lernzeit gGmbH, die Notwendigkeit zusätzlicher Plätze schon zum kommenden Schuljahr, mit dem steigenden Bedarf. Bislang konnten die Kinder von berufstätigen und alleinerziehenden Eltern, die auf einen OGS-Platz angewiesen seien, immer versorgt werden, doch nun drohe ohne mehr OGS-Plätze folgendes Szenario: „Wir müssten auch viele doppelt berufstätige Eltern oder Alleinerziehende, die berufstätig sind, ablehnen.“

Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind auch die Ziele, über die OGS-Betreuung Bildungsdefizite bei Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen abzubauen und bei Nicht-Muttersprachlern den Deutscherwerb zu fördern, wichtige Gründe für den Ausbau. Hinzukommt der ab 2026 schrittweise geltende Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz.

Die geplanten 55 zusätzlichen OGS-Plätze würden pro Schuljahr rund 30 000 Euro kosten, die zum größeren Teil durch Landesmittel gedeckt würden, wie Wilk im Ausschuss erklärte. Für August bis Dezember 2023 müssten dafür im laufenden Haushaltsjahr 13 000 Euro veranschlagt werden.

Rhythmisierter Ganztag in zwei Eingangsklassen

Auch qualitativ soll sich die OGS-Betreuung verändern. Bisher gab es an den Plettenberger Grundschulen das additive Modell aus Unterricht am Vormittag und OGS am Nachmittag. Geplant sei, nach und nach auf ein anderes Modell, den rhythmisierten Ganztag, umzustellen. Dabei verteilen sich Lern- und Freizeiten über den gesamten Tag, gearbeitet wird in multiprofessionellen Teams aus Lehrkräften und pädagogischem Personal.

Je 25 der insgesamt 55 zusätzlichen OGS-Plätze entfallen auf die Kinder in Eingangsklassen, die zum Schuljahr 2023/24 im rhythmisierten Ganztag starten sollen. Eine wird an der Grundschule Holthausen eingerichtet, die andere am Hauptstandort der Martin-Luther-Schule, auch wenn dort laut Sachgebietsleiter Wilk personell noch nicht alles abschließend geklärt sei. Die fünf verbleibenden zusätzlichen Plätze sollen an der Hallenschule (am Standort Halle) innerhalb der vorhandenen OGS-Kapazitäten geschaffen werden. Doch zum Schuljahr 2024/25 soll auch dort eine Eingangsklasse in den rhythmisierten Ganztag einsteigen.

„Wir haben immer mehr Kinder mit Förderbedarf“, stellte Schulleiterin Nicole Friedrich fest. Der veränderte pädagogische Ansatz mit multiprofessionellen Teams, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Kinder schauen, solle den Kindern besser gerecht werden und sich an sie anpassen.

„Vieles positiv in Bewegung“

Angesichts des bevorstehenden OGS-Ausbaus zeigte sich Sachgebietsleiter Wilk froh darüber, dass der Ganztag über die vor wenigen Jahren gegründete Lernzeit gGmbH organisiert sei. Dies erweise sich nun als sehr gute Entscheidung. „Mit einem externen Träger oder einer Trägervielfalt wie in anderen Städten wäre es viel schwieriger“, so Wilk. Der Meinung war auch Kirsten Jütte (CDU): „Es ist schön, dass wir es selbst in der Hand haben und mitgestalten können.“

Eine Art Schlusswort formulierte Dr. Peter Schmidtsiefer (SPD), der dabei auch die anderen Entscheidungen zur Entwicklung der Plettenberger Schullandschaft mit in den Blick nahm: „Ich habe den Eindruck, dass wir uns in einer Phase befinden, wo Vieles positiv in Bewegung ist, was die Schulen in Plettenberg angeht.“

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