Eltern weitgehend zufrieden mit Umbau der Kirche St. Bonifatius

Die erste Woche Kindergarten im St. Bonifatius ist um - das sagen die Eltern

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Zufrieden mit dem Umbau der Bonifatiuskirche für die Kita-Kinder aus Holthausen zeigt sich Jasmin Ksontini. Besonders in den Akustiksegeln (im Hintergrund) sieht sie eine große Erleichterung für Kinder und Erzieher.

Plettenberg – Vor dem Umzug der Kita-Kinder aus Holthausen in die umgebaute Kirche St. Bonifatius hatten einige Eltern Bedenken. Nach gut einer Woche Normalbetrieb, für die U3-Kinder auch schon etwas länger, ist die anfängliche Skepsis gegenüber der Zwischenlösung verflogen.

Am Anfang sei die Lösung, die Kinder aus Holthausen in der Bonifatiuskirche unterzubringen, für sie überraschend gewesen, erzählt zum Beispiel Marlen Wache, die gestern ihr Kind abholte. Als sehr groß und dunkel habe sie den Kirchenraum empfunden, weil ordentliche Fenster fehlten. Vor allem wegen der Beschallung in dem Kirchenbau sei sie skeptisch gewesen. „Inzwischen gefällt es mir doch sehr gut“, sagt Wache. Die Stadt habe das umgesetzt, was sie angeboten habe.

Die weite Fahrtstrecke zwischen dem eigentlichen Standort in Holthausen und der Bonifatiuskirche im Oestertal sieht sie nicht als Problem, denn auch wenn sie einen Betreuungsplatz in einer anderen Kita bekommen hätte, wäre ein längerer Anfahrtsweg notwendig gewesen.

Wegen der langen Strecke bietet die Stadt auch einen Shuttle-Service an. Wurde er zunächst nur von wenigen in Anspruch genommen, werde er nun stärker genutzt, wie Sara Sanchez, stellvertretende Kita-Leiterin erklärt. Momentan würden sogar zwei Abfahrtzeiten angeboten. Dies hänge aber auch damit zusammen, dass Eltern während der Eingewöhnungsphase oft noch mit ihren Kindern mitfahren.

Lange Fahrten weiter Kritikpunkt

Doch nicht alle Eltern nutzen diesen Service, sondern fahren selbst, so auch Christopher und Nicole Rice, die wegen der langen Fahrten ins Oestertal nicht ganz zufrieden sind. Weil sich ihr Kind noch in der Eingewöhnung befindet, holen sie es oft früher ab. „Wir fahren jeden Tag fast 30 Kilometer“, sagt Christopher Rice, der sich ebenso wie seine Frau gewünscht hätte, dass die Stadt den Eltern, die den Shuttle-Service nicht nutzen, beim Kita-Beitrag entgegenkommt. Ansonsten haben sich die Eltern aber mit der Unterbringung der Kinder in der Bonifatiuskirche arrangiert. „Diese Lösung ist ganz okay“, sagt Christopher Rice und Nicole Rice ergänzt: „Was sie daraus gemacht haben, ist auf jeden Fall gut.“

Auch Jasmin Ksontini ist der Ansicht, dass das Beste aus den Möglichkeiten gemacht wurde. „Ich bin aber überzeugt, dass der Widerstand der Eltern dazu geführt hat, dass man mehr daraus gemacht hat, als ursprünglich geplant war“, sagt sie. Weil auf die Bedenken der Eltern – etwa wegen der Fenster und des Schalls – eingegangen wurde, könne man die Bonifatiuskirche nun als Kindergarten annehmen.

Akustiksegel zeigt Wirkung

„Die Erzieherinnen leisten eine Wahnsinnsarbeit, um das möglich zu machen“, sagt Ksontini, ist aber sicher: „Wenn wir nichts gesagt hätten, hätte man nur das Nötigste gemacht, und das wäre nicht akzeptabel gewesen.“ Das gilt insbesondere für die Segel, die inzwischen unter der Decke angebracht wurden und für weniger Hall sorgen sollen. „Die sind enorm wichtig und ich denke, dass die was bringen und eine Erleichterung für Kinder und Erzieher sind.“

Das bestätigt auch die stellvertretende Kita-Leiterin Sara Sanchez. Es sei natürlich immer laut in einer Kita, aber durch die Segel und den ebenfalls angebrachten Vorhang sei es nun wesentlich ruhiger als vorher. „Wir haben nicht mehr diese Kirchenakustik, das haben wir ganz gut eingedämmt bekommen“, so Sanchez. Eventuell werde man noch etwas an den Wänden anbringen, um die Akustik noch weiter zu verbessern.

Prinzipiell sei der Betrieb gut angelaufen, aber noch müssten sich alle – Kinder, Eltern, Erzieher – etwas eingewöhnen. „Die Eingewöhnungsphase ist noch etwas wuselig und chaotisch“, sagt Sanchez. Priorität habe erst einmal, dass die Kinder sich in der Kita wohlfühlen und das gelinge schon ganz gut: „Ich glaube, die Kinder sind glücklich hier und kommen gern hierher.“ Wenn die unruhige Phase überstanden sei, könne man dann auch wieder mit Angeboten und Projekten starten.

Mehrere Eltern bemängelten allerdings, dass das Außengelände noch nicht zur Verfügung steht, weil die Zäune noch fehlen. Diese sollen laut Sanchez aber bald geliefert werden, ebenso die Spielgeräte. Dann habe man noch weitere Möglichkeiten bei der Betreuung der Kinder.

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